Presseaussendung anlässlich des Besuchs von Pater Heinz Kulüke am 26. Oktober 2013

„Ich habe Gott auf der Mülldeponie gefunden.“

P. Heinz Kulüke ist der unkonventionelle, derzeitige Generalsuperior der Steyler Missionare, dem sechstgrößten Orden weltweit mit Niederlassungen in über 70 Ländern. Der deutsche Philosophieprofessor (* 1956) und gelernte Elektrotechniker lebt, was er lehrt.

Gott im Müll gefunden

Während seiner Professur 1986 bis 1989 an der San Carlos University in Cebu City auf den Philippinen nahm er die Menschen wahr, die vom und im Müll lebten. Ignoriert von Behörden und dem Großteil der Bevölkerung leben diese Familien in einer gesundheitsschädlichen und lebensgefährlichen Umgebung. Anfänglich leistete er als eine Art fliegender Arzt mit einem Rucksack voll Medikamente vor allem medizinische Hilfe. Sein Glaube und die Neugier bewegten P. Kulüke zu einem Probemonat voller Entbehrungen auf der Mülldeponie. So konnte er allmählich das Vertrauen dieser Menschen am sprichwörtlichen Rand gewinnen. „Ich suchte nach Gott, und ich glaube, ich habe ihn auf der Mülldeponie gefunden. Die christliche Botschaft spricht von Gott, der unter den Armen lebt.“ Und: „Ich wollte wissen, was passiert, wenn ich nicht vorbeigehe, sondern stehenbleibe“, beschreibt P. Kulüke seine Beweggründe in Anlehnung an Jesus‘ Gleichnis vom barmherzigen Samariter (Lk 10). Die Erfahrungen als Müllsammler veranlassten P. Kulüke dazu, seine Hilfe systematisch zu organisieren. Er setzte sich für eine tägliche Ausspeisung für Kinder und deren Schulbesuch ein und musste dafür neben europäischen Wohltätern nicht zuletzt die Eltern der Kinder überzeugen, dass nur Schulbildung eine bessere Zukunft ermöglicht/garantiert. Eine neugegründete Hilfsorganisation kaufte Land für die Familien an, betrieb Lobbying bei Entscheidungsträgern und engagierte sich auch für die Menschen auf den anderen Mülldeponien der Stadt.

Vertrauter von Prostituierten, respektiert von Zuhältern und Drogendealern

Doch die Müllmenschen sind nur eine Facette von P. Kulükes Einsatz für eine gerechte Welt. Ins Rotlichtmilieu Cebus, in dem schon 12-Jährige in die Prostitution gedrängt werden – mit allen Folgeproblemen – HIV, Schwangerschaft, Gewalt –, verschaffte sich P. Kulüke wiederum mit seinen Medizinkenntnissen Zugang. Von den Zuhältern respektiert wurde er den jungen Frauen zum Freund, der ihnen mit medizinischen Ausreden eine Auszeit verschaffte. Bald entstand auf P. Kulükes Betreiben ein Haus für schwangere Mädchen, die dort geschützt vor Zuhältern ihre Kinder zur Welt bringen können und sich neu orientieren können.

Von der Gehorsamsethik zur Verantwortungsethik

Im Juli 2012 wurde P. Heinz Kulüke mehrheitlich zum Generalsuperior gewählt. In seinem Amt setzt er neue Akzente. Er fordert einen Wechsel von Gehorsamsethik zu Verantwortungsethik um den Menschen in ihren konkreten Lebenssituationen beizustehen. Auch seinen Mitbrüdern und Mitarbeitern verlangt er, sich nicht zurückzuziehen, sondern nahe bei den Menschen zu sein. Dieser Richtungswechsel bedeutet zum Beispiel, dass die Ressort-Verantwortlichen nicht zentralistisch von Rom aus arbeiten, sondern verteilt auf allen Kontinenten. P. Kulüke selbst ist permanent unterwegs um alle Mitbrüder und ihre spezifischen Herausforderungen kennenzulernen.

Diesen besonderen Pater und Manager kann man treffen und kennenlernen:
Anlässlich seines Besuches in St. Gabriel feiern die Steyler Missionare mit Förderern und Interessierten.

Samstag, 26. Oktober 2013

Programm:

17.00 Uhr

  • Vernissage mit Bildern von P. Meinrad Hugentobel OCD zugunsten von dringenden Hilfsprojekten von P. Kulüke
  • Begleitung auf der Konzertharfe: Sophie Steiner
  • Kaffee und Kuchen

18.00 Uhr

  • Festgottesdienst in der Heilig-Geist-Kirche St. Gabriel mit P. Kulüke und der Steyler Gemeinschaft
  • Gesprächsmöglichkeit bei Brot und Wein

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Rückfragen:

Fr. Mag.a Ruth Steiner
ruth.steiner[at]steylermission.at
0664 621 69 43

17.10.2013 | R. Frank
 

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