Steyler Missionare mitten im Katastrophengebiet

Erste Lebenszeichen von den Steylern im Katastrophengebiet. Während die Hilfsmaßnahmen der Steyler Missionare unter der Leitung der Provinz Philippinen-Süd in den betroffenen Gebieten anlaufen, wird schrittweise das Ausmaß der Zerstörung durch den Taifun Haiyan klar.

Br. Ricardo Atencio hilft beim Verladen von Hilfsgütern. Foto: SVD
Br. Ricardo Atencio hilft beim Verladen von Hilfsgütern. Foto: SVD

Mitbrüder betrauern Familienmitglieder

Bruder Ricardo Atencio SVD hat die Verwüstung und das Leid vor Ort erlebt und berichtet aus Tacloban: „Lieber Pater Pilz! Was ich gesehen habe, ist wirklich schrecklich. Die Toten liegen einfach auf der Straße und die Lebenden gehen wie in Trance umher. Mir fehlen die Worte um zu beschreiben, was der Super-Taifun angerichtet hat, der 90 % der Insel Leyte zerstört hat. Leider sind auch Familienmitglieder von Mitbrüdern unter den tausenden Opfern, die durch die Sturmfluten ertrunken sind. Danke sehr für all die finanzielle Hilfe. Im Moment sind Medikamente und Lebensmittel am dringendsten. Ich bin glücklich, dass so viel internationale Unterstützung kommt. Am Dienstag zum Beispiel landete ein großes Militärflugzeug aus Deutschland, das mit Kleidung, Lebensmitteln und Medikamenten beladen war. 12 Ärzte-Teams waren auch dabei. Der Bedarf ist wirklich groß und der Wiederaufbau wird Monate dauern. Bitte betet für uns und wenn ihr uns noch mehr Hilfe zukommen lassen könnt, dann tut das bitte.“

Unter Schock

Sr. Estela Parmisano ist froh, dass alle Schwestern in Sicherheit sind. Foto: SSpS
Sr. Estela Parmisano ist froh, dass alle Schwestern in Sicherheit sind. Foto: SSpS

Sr. Estela Parmisano gibt Entwarnung – alle in Tacloban City stationierten Schwestern hätten den Taifun überlebt, doch durch die Sturmflut sei ihr Wohnhaus im Moment unbewohnbar. „All ihr Hab und Gut, auch ihre Lebensmittel wurden weggeschwemmt. Seit Montag sind die Schwestern im Gebäude der Steyler Missionare einquartiert. Doch auch hier sind Lebensmittel und Trinkwasser knapp. Unsere Schwestern stehen unter Schock. Bitte betet für unsere Schwestern und die Menschen!“

Gebäude unbewohnbar durch Wasser und Matsch
Während überall von der 200.000 Einwohner-Stadt Tacloban City berichtet wird, wo die Zerstörung durch die geographische Lage in einer Meeresenge am schlimmsten war, sind andere Inseln ebenfalls betroffen. Von Cebu aus schreibt uns Sr. Rani: „Wir habe eine Notunterkunft am SVD-Schulcampus bezogen. Das Dach von unserem Konvent wurde weggeblasen. Das Wasser kam bis in den zweiten Stock. Das Gebäude ist durch Matsch und Wasser bis auf weiteres unbewohnbar. Die Steyler Missionare fahren mit zwei Fahrzeugen nach Tacloban, wo es noch schlimmer ist. Zwei von uns werden sie begleiten, wenn wir den Menschen Kleidung und Lebensmittel bringen.“

Steyler Hilfe für Taifun-Opfer koordiniert und zielgerichtet
Für die Opfer der Taifunkatastrophe zählt jede Sekunde. Das Steyler Katastrophen-Team ist instruiert und arbeitet rund um die Uhr. Alle Einrichtungen der Steyler helfen zusammen: die Universitäten San Carlos und Holy Name, die Radiosender, Schulen, Brüder- und Schwestern-Gemeinschaften. Noch nie gab es einen Taifun dieses Ausmaßes. Unser Team tut alles in ihrer Macht Stehende, damit die Hilfsgüter jene erreichen, die sie am dringendsten benötigen. Generalsuperior P. Heinz Kulüke, selbst jahrelang auf den Philippinen tätig berichtet über den Stand der Hilfsmaßnahmen:
• Taifunopfer werden für Empfang der Hilfsgüter vorbereitet. Personal nimmt die Daten der Menschen auf; weil die Kommunikationsnetze zerstört worden sind, muss dies vor Ort passieren.
• Busse und LKWs der San Carlos Universität sowie ein Fähr-Unternehmen transportieren Güter von Cebu nach Leyte und Bantayan
• Ein erster Ankauf von Hilfsgütern im Wert von 5 Millionen Philippinischer Pesos (entspricht etwa 85.000 Euro) wurde getätigt. Diese Güter werden auf hunderte Hilfspakete verteilt und sofort an die Bedürftigen weitergeleitet. (Siehe dazu: So kann von Europa aus geholfen werden)
• Im Steyler Spital in Tacloban werden die Medikamente knapp.
• Die von den Steylern betriebene Schule in Tacloban ist im Moment das Hauptquartier für die Hilfsmaßnahmen.
• Der Radiosender in Tacloban ist irreparabel. Die Folgen sind fatal. Wichtige Informationen zur Vermeidung von Panik unter der Bevölkerung können so nicht weitergegeben werden.
• Auf der ebenfalls betroffenen Insel Bohol – erst Mitte Oktober von einem Erdbeben der Stärke 7,2 erschüttert – gab es einen Ausbruch von Cholera, der aber mittlerweile unter Kontrolle ist. Die Menschen sind mit den Aufräum- und Reparaturarbeiten beschäftigt. Was ihnen jetzt noch fehlt sind Baustoffe.
Angesichts der Seuchengefahr, des unerträglichen Leichengeruchs und der verzweifelten Menschen, die ums Überleben kämpfen braucht das SVD-Katastrophen-Team mit allen Experten und Freiwilligen moralische Unterstützung und Gebete.

Die Hilfe im Detail:
Phase 1 – Soforthilfe
-) Suche nach Vermissten
-) medizinische Hilfe in den entsprechenden Einrichtungen
-) Verteilung von Survival Packages
-) Begleitung der Menschen durch ein Trauma-Team der San Carlos Universität. Viele, besonders aber die Kinder, stehen unter Schock und benötigen psychologische Hilfe nachdem sie Angehörige, Nachbarn, Freunde verloren haben.

Phase 2 - Wiederaufbau
-) Ausbessern und Bau von Wohnhäusern/-hütten
-) Wiederaufbau von Infrastruktur, besonders von Schulen und Kindergärten
-) Starthilfe für Kleinbauern und Fischer

So kann von Europa aus geholfen werden:
• mit 20 Euro: medizinische Notversorgung für eine Familie
• mit 40 Euro: Survival Package für eine Familie (enthält Nudeln, Trockenfisch, Reis, Dosennahrung, Decken, Kleidung, Kochutensilien, Taschenlampen, Batterien)
• mit 300 Euro: Wiederaufbau-Unterstützung für eine Familie (Haus, Saatgut, landwirtschaftliches Werkzeug)

Spenden
Unterstützen Sie die Steyler Missionare auf den Philippinen mit einer Spende auf eines der folgenden Konten:

Österreich
Missionsprokur St. Gabriel International
BIC: RVSAAT2SSTB
BIC: AT65 1968 5000 0002 6732
Zweck: 3951 Hilfe für Taifunopfer
Ihre Spende können Sie von der Steuer absetzen.

Deutschland
Missionsprokur St. Augustin
Kto.-Nr.: 11 009,
BLZ: 38621500

Schweiz
Missionsprokur
Postcheck: 90-13192-2

14.11.2013 | R. Frank