Landwirtschaftsschule in Paraguay

Schule gegen Landflucht

Projekt:

Landwirtschaftsschule für Kinder von Familien auf dem Land(Centro Educativo Familiar Agricola (CEFA)) in Curuguaty.

 

Projektpartner:

Paraguayisches Landwirtschaftsministerium

 

Grossgrundbesitzer verdrängen Jahr für Jahr mehrere hundert Bauern von ihren Äckern. Die Folge: Immer mehr Bauern ziehen in die Stadt, wo sie auf eine bessere Zukunft hoffen. „Dagegen wollen wir etwas tun“, sagt Bruder Thomas Hasler SVD aus der Schweiz, der Leiter des Centro Educativo Familiar Agricola (CEFA) in Curuguaty. Die landwirtschaftliche Schule soll mithelfen, die Landflucht der Bauern einzudämmen. Das Zentrum ist inzwischen zu einer für die Region unentbehrlichen Einrichtung geworden. 

 

Hilfe zur Selbsthilfe

Der neu errichtete Laufstall der Schule Foto: Thomas Hasler SVD 
Der neu errichtete Laufstall der Schule Foto: Thomas Hasler SVD

Das CEFA der Steyler ermöglicht zurzeit 180 Schülern und Schülerinnen eine angemessene Schulbildung sowie Hilfe zur Selbsthilfe. Das heisst, die Schüler erhalten Unterricht in landwirtschaftlichen Fächern - gekoppelt mit verschiedenen Praktiken. Gleichzeitig besuchen sie die 7. bis 9. Schulstufe.

Die Kinder stammen aus kinderreichen Familien. Ihre Eltern sind Kleinbauern. Die Schüler bezahlen ein kleines Schulgeld (12 Franken pro Monat). Und: Sie  arbeiten täglich drei Stunden im schuleigenen Landwirtschaftsbetrieb mit. Die Jugendlichen leben abwechslungsweise fünf Wochen im Internat und eine Woche in ihren Gemeinschaften, wo sie landwirtschaftliche Projekte mit der Familie oder der Dorfgemeinschaft durchführen.
 

Ökologische Landwirtschaft

Die Schule der bäuerlichen Familie, wie sich das Zentrum auf Deutsch nennt, vermittelt eine ökologische Landwirtschaft, die den Möglichkeiten der Kleinbauern entspricht. Bruder Thomas Hasler: „Ziel der Schule ist, die natürlichen Ressourcen zu schonen und den Familien mit einfachen Mitteln einen würdigen Lebensunterhalt zu ermöglichen.“

Es soll aber auch gezeigt werden, wie man Nahrungsmittel für den lokalen Markt produzieren und entsprechend vermarkten kann. Zudem wird der Gemeinschaftsgedanke gefördert. Etwa die Zusammenarbeit mit Bauern vor Ort, anderen landwirtschaftlichen Genossenschaften.

Zur Schule gehören 110 Hektaren Land sowie eine kleine Schreinerei. Das Land wird vielfältig genutzt: Für den Gemüse- und Getreideanbau, als Baumschule, für die Viehzucht und nicht zuletzt als Naturreserve und „Drogerie“. 
 

Auf Spenden angewiesen

Im Moment arbeiten im CEFA 21 Angestellte (14 Lehrerinnen und Lehrer sowie sieben handwerklich orientierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter). Einen Teil der Lehrerlöhne bezahlt das paraguayische Landwirtschaftsministerium. Die restlichen Löhne, einzelne Projekte sowie die gesamte Infrastruktur müssen durch Spenden und Beiträge finanziert werden.

2014 steht ein Projekt, nämlich die Erweiterung des Mädchen-Internates, speziell im Vordergrund. 

  • Seit fünf Jahren bietet die Schule auch jungen Frauen von 12 bis 18 Jahren die Möglichkeit, hier im CEFA eine landwirtschaftliche Ausbildung zu machen. Inzwischen besuchen 45 Mädchen die Schule. Da ihr Wohnhaus aus allen Nähten platzt, sind weitere Wohnräume dringend notwendig. 
    Gesamtkosten für dieses Projekt: 42 000 Franken.

Bruder Thomas Hasler SVD, Missionar aus Leidenschaft

Bruder Thomas Hasler SVD im Gespräch mit Eltern 
Bruder Thomas Hasler SVD im Gespräch mit Eltern

Bruder Thomas Hasler wurde 1964 in Thal SG geboren und ist auch dort aufgewachsen. Im Anschluss an die obligatorischen Schulen absolvierte er in der Marienburg in Rheineck SG bei den Steylern eine Kochlehre. 1984 trat der Thaler den Steyler Missionaren bei. Seit 1989 lebt Bruder Thomas in Paraguay. Die ersten drei Jahre arbeitete er in der Jugendpastoral, anschliessend 13 Jahre lang in der Guarani-Mission. Seit 2005 setzt er sich in verschiedenen Funktionen für die landwirtschaftliche Schule der Steyler in Curuguaty ein. 

 

Daten

Projektleitung:

Bruder Thomas Hasler,
Centro Educativo Familiar Agricola
Curuguaty, Paraguay

 
Email

 

Kontaktadressen:

Steyler Missionsprokur
Missionshaus Maria Hilf
Schlossbergstrasse 13
Postfach 361 
6312 Steinhausen

T 041 749 47 52
Email

Spendenkonto:

Postscheck 90-13192-2
Vermerk:
Landwirtschaftsschule Paraguay

 

Finanzbedarf:

42 000 Schweizer Franken
 

Steyler Missionare in Paraguay

Zurzeit leben und arbeiten in Paraguay 79 Steyler Patres, Brüder und Seminaristen aus 26 Ländern aller fünf Kontinente.

Die Schwerpunkte ihrer Tätigkeit liegen in der Bildungs- und Erziehungsarbeit sowie in zahlreichen pastoralen und sozialen Projekten.

 

Paraguay

Die Fläche Paraguys beträgt 406.752 Quadratkilometer – sie ist also fast zehnmal so gross wie die der Schweiz.

Das Land hat aber nur 6.3 Millionen Einwohner. Auffällig ist: Zwei Prozent der Bevölkerung besitzen 90 Prozent der gesamten Landfläche.

In Paraguay gibt es deshalb mehr als 300.000 landlose Bauern. Die Hauptstadt Asunción hat 500.000 Einwohner, der Ballungsraum rund um die Stadt zirka 1,9 Millionen.

Der Río Paraguay durchfließt das Land von Norden nach Süden und gliedert es in zwei naturräumliche Teile, den dünn besiedelten Gran Chaco im Westen, der etwa 60 Prozent der Landesfläche einnimmt und den Oriente, die Ostregion, in der über 97 Prozent der Bevölkerung lebt.

Wie die meisten Länder Südamerikas ist Paraguay ein katholisches Land, etwa 80 % der Bevölkerung bekennt sich zur römisch-katholischen Kirche.