Ein Blick in die Geschichte der Hochschule

Die Theologische Hochschule St. Gabriel wurde 1889 von Arnold Janssen, dem Gründer der »Steyler Missionare« (seit 1875) als erste Bildungsstätte des Ordens errichtet. Die wissenschaftliche Tradition der Hochschule war von ihrer Gründung an auf das Wegbereiten der Botschaft Jesu Christi unter den Völkern ausgerichtet und damit auf die Begegnung mit den in der Geschichte der Völker grundgelegten religiösen und kulturellen Werten.

P. Wilhelm Schmidt SVD verwirklichte in der Zeit von 1895 bis 1938 sein wissenschaftliches Lebenswerk vor allem mit der Gründung der Zeitschrift »Anthropos« und des gleichnamigen Institutes. Aus dem von ihm begründeten ethnologischen Seminar von St. Gabriel ging die Wiener Völkerkundliche Schule hervor, deren wichtigste Vertreter ihrer Zeit P. Paul Schebesta SVD, P. Martin Gusinde SVD und, als erster Ordinarius für Völkerkunde an der Universität Wien, P. Wilhelm Koppers SVD waren.

Im Bereich der Missionswissenschaft entfaltete vor allem P. Johannes Thauren SVD, mit der von ihm im Verband der Hochschule St. Gabriel geführten Missionsakademie Regina Apostolorum von St. Gabriel aus eine vielseitige wissenschaftliche Tätigkeit.

Nach der Zeit der Enteignung des Missionshauses St. Gabriel durch das nationalsozialistische Regime (1941-1945) konnte die Hochschule ihre Tätigkeit wieder aufnehmen. Eine Neuordnung der Hochschule im Sinne der Apostolischen Konstitution »Sapientia Christiana« führte 1985 zur Affiliation an die Päpstliche Universität Urbaniana in Rom, die auf Grund des Österreichischen Konkordates die zustimmende Kenntnisnahme durch das Wissenschaftsministerium erhielt (1986).

Im September 2004 endete die Affiliation an die päpstliche Urbaniana, da der Lehrbetrieb der Hochschule mangels Studenten bis auf weiteres eingestellt wurde. Die Professoren der Hochschule St. Gabriel wurden im Jahr 2008 emeritiert. Die Zuständigkeit der Hochschule liegt beim Rektor in St. Gabriel.

Neben ihrem Schwerpunkt im Bereich der Missionswissenschaft war die Theologische Hochschule St. Gabriel seit 1975 um die Begegnung mit den anderen religiösen Überlieferungen der Menschheit bemüht. In diesem Zusammenhang wurde im Jahr 1991 von P. Andreas Bsteh SVD das Religionstheologische Institut (RTI) ins Leben gerufen.  

P. Winfried Glade schrieb zur Geschichte der Hochschule einen interessanten Bericht in den Maria Enzersdorfer Kulturblättern.

 

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