16. Sonntag im Jahreskreis (A)

Liturgische Bausteine

Vorurteile – Unkraut in uns

1. Lesung: Weish 12,13.16-19
Zwischengesang: www.antwortpsalm.de
2. Lesung: Röm 8,26-27
Evangelium: Mt 13,24-43
Oder: Mt 13,24-30


Einleitung

Sie kennen sicher ähnliche Situationen. 

Ich gehe eigentlich gerne meinen alten Freund besuchen, zumal er krank ist und das Bett hüten muss. Aber in der letzten Zeit fällt es mir immer schwerer hinzugehen weil er nur ein Thema kennt: seine Krankheit, seine Schmerzen, … . Viel lieber würde ich von alten, gemeinsamen Zeiten erzählen oder mich mit ihm über aktuelle Themen austauschen. Aber das ist nicht möglich. - Ich werde die Zahl meiner Besuche reduzieren. 

Ist das nicht recht egoistisch, so zu denken? Wen will ich denn mit meinem Besuch erfreuen, meinen Freund oder mich selbst? Habe ich mich gefragt, was meinem alten Freund helfen würde? 

Sein „Gejammere“ wirkt doch mehr als Hilfeschrei, denn sich in den Mittelpunkt rücken zu wollen. Seine Welt hat sich radikal reduziert auf sein Zimmer. Was bekommt er zu sehen? Den oberen Teil der Wand am Kopfende des Bettes, die Seitenwände rechts und links, die gegenüberliegende Wand und die Zimmerdecke. Diese Welt verlassen? – Keine Chance. Das „Gejammere“ will eigentlich sagen: ich bin so allein, so abhängig, von allem abgeschnitten. Hilf mir! Komm mich besuchen!

Sei einfach da!

Wie oft kommt es in unserem Alltag zu Missverständnissen, weil ich nur mit mir beschäftigt bin, Reaktionen anderer nicht genügend reflektiere?


Bußakt:

GL 160 „Gott des Vaters ewger Sohn“

 

Tagesgebet

Gott, unser Vater,
du hast dir die Schöpfung angesehen und festgestellt, `es ist alles gut´.
Doch unsere Freiheit wird uns zum Stolperstein,
   Missverständnisse und Vorurteile tun ein Übriges.
Lass uns in dieser heiligen Versammlung um den Tisch deines Sohnes erfahren,
    wie groß und grenzenlos deine Liebe ist
    und dass du niemanden vorverurteilst.
Hilf uns, deinem Beispiel zu folgen.
Darum bitten wir durch Jesus Christus...

 

Fürbitten

Herr Jesus Christus, bei dir wissen wir uns verstanden und geborgen. Höre unsere Bitten: 

  • Herr Jesus, hilf uns in geduldiger und erbarmender Weise miteinander umzugehen. Erhöre unser Gebet. A. Erhöre unser Gebet
  • Wir bitten dich für alle, die unter Konflikten leiden, für alle verbitterten Menschen und für jene, die nicht wissen, wie sie mit Meinungsverschiedenheiten umgehen sollen.
  • Wir bitten dich für alle, die sich für die musikalische Gestaltung der Gottesdienste einsetzen: Lohne ihre Mühen und ihren Einsatz.
  • Schütze alle Menschen, die in diesen Tagen Erholung suchen und unterwegs sind, auch unsere Bauern bei der Ernte und schenke Segen für unser Pfarrkinderlager.
  • Stärke die Sicherheitskräfte, die Polizei und Feuerwehrleute, sowie alle, die in den Ambulanzen arbeiten und oft zu schwierigen Einsätzen gerufen werden.
  • Wir bitten für unsere Verstorbenen. Lass sie teilhaben an deinem Frieden in der Fülle der Glückseligkeit.

Du, der du unsere Nöte und Grenzen kennst, höre unser Gebet. Wir preisen dich in Ewigkeit.

 

Gabenbereitung

GL 184 KV „Herr, wir bringen in Brot und Wein“ 

Z: Gepriesen bist du, Herr, unser Gott, Schöpfer der Welt. Du schenkst uns das Brot, die Frucht der Erde und der menschlichen Arbeit. … 

GL 184 KV „Herr, wir bringen in Brot und Wein“

Z: Gepriesen bist du, Herr, unser Gott, Schöpfer der Welt. Du schenkst uns den Wein, die Frucht des Weinstocks und der menschlichen Arbeit. … 

GL 184 KV „Herr, wir bringen in Brot und Wein“

Z: [Gabengebet]

GL 184 KV „Herr, wir bringen in Brot und Wein“

 

Hochgebet – Sämann

Präfation
Ja, du bist heilig,
du großer Sämann du, geduldiger Gärtner.
Milliarden Jahre konntest du warten,
bis unser glühender Planet abkühlte.
Bis langsam, ganz langsam
Leben entstand im Wasser,
auf dem Land, in der Luft.
A: Danket, danket dem Herr,
denn er ist so freundlich,
seine Güt’ und Wahrheit
währet ewiglich. (GL 283)

Neun Monate kannst du warten,
bis aus dem befruchteten Ei
ein Menschenkind wächst
im Leib seiner Mutter.
Zehn Jahre, zwanzig Jahre kannst du warten,
bis so ein Menschenjunges lernt,
auf eigenen Beinen zu stehen,
und auch dann oft noch recht wacklig.

Wie viele Anläufe musst du nehmen, Gott,
wenn du mir etwas beibringen willst:
Wie stur kann ich sein, wie schwer von Begriff!
Menschen schickst du mir über den Weg.
Mit Glückserfahrungen lockst du mich,
mit Schicksalsschlägen.
Ein Liedvers geht mir unter die Haut,
ein Dichterwort, ein Psalm.
Und vieles fällt unter die Dornen.
A: Danket, danket dem Herr, …

Du gibst es nicht auf.
Du gibst mich nicht auf.
Du gibst uns nicht auf.
Du vertraust, dass unterhalb der Oberfläche,
in der Tiefe des Ich,
dein Samenkorn keimt und wächst.

Du traust uns zu, dass eines Tages
der treibende Keim durchbricht
und zum Blühen kommt und Frucht bringt.
Dass nach der langen Schwangerschaft
der Menschheitsgeschichte
wir Neandertaler endlich Mensch werden.

Wir danken dir für den einen,
den neuen Menschen, der ganz so geworden ist,
wie du dir den Menschen gedacht hast:
Jesus von Nazaret, der Sohn der Maria,
die schönste Frucht,
die du auf dieser Erde hast reifen lassen.
A: Danket, danket dem Herr, …

Deshalb bitten wir dich:
dein Hl. Geist komme
auf die Gaben von Brot und Wein herab,
der sie in den Leib † und das Blut
Christi verwandelt.

Am Abend vor seinem Leiden
nahm Jesus das Brot und sagte Dank,
brach es, reichte es seinen Jüngern
und sprach:

NEHMET UND ESSET ALLE DAVON:
DAS IST MEIN LEIB,
DER FÜR EUCH HINGEGEBEN WIRD.

Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch,
dankte wiederum, reichte ihn seinen Jüngern
und sprach:

NEHMET UND TRINKET ALLE DARAUS:
DAS IST DER KELCH
DES NEUEN UND EWIGEN BUNDES.
MEIN BLUT, DAS FÜR EUCH
UND FÜR ALLE VERGOSSEN WIRD
ZUR VERGEBUNG DER SÜNDEN.
TUT DIES ZU MEINEM GEDÄCHTNIS.

Das ist und bleibt ein Geheimnis des Glaubens!
A: Wir preisen deinen Tod,
wir glauben, dass du lebst.
Wir hoffen, dass du kommst
zum Heil der Welt.
Komm, o Herr! Bleib bei uns!
Komm o Herr, Leben der Welt.

Wir können Ihn nicht vergessen,
möchten so sein, so werden, so leben wie er.
Wir möchten lernen von ihm,
wie einer allmählich reif wird
in Sonne und Sturm,
wenn das Leben uns streichelt und schlägt.
Wir möchten lernen von ihm,
wie man das macht,
unter den rauen und stachligen Schalen
des andern den guten Kern zu entdecken in jedem:
dein Ebenbild, Gott, auch wenn es entstellt ist.
Wir möchten lernen von ihm,
wie man trotz aller Würmer im Apfel der Welt
den Glauben nicht aufgibt, an das Gute, an dich.
Wir möchten von ihm
Geduld und Vertrauen und Hoffnung lernen,
dass du, großer Gärtner, uns annimmst
und fruchtbar machst heute
und am Tag der großen Ernte.

Wir bitten für die Verantwortlichen unserer Kirche,
für Papst Franziskus, für die Bischöfe,
die Priester und Diakone,
für das ganze Volk Gottes:
Zeige ihnen Wege, wie sie
die Worte deines Sohnes ausstreuen können,
so dass sie Frucht bringen.
Schenke ihnen Geduld und Herzenswärme
mit ihren anvertrauten Mitmenschen.

Wir denken auch an all jene,
die wir geliebt haben
und die der Tod uns genommen hat:
Lass sie ihr letztes Ziel
und ihr Glück bei dir finden.
(Hier kann für die Verstorbenen gebetet werden)

Auch unser Same des Lebens,
den du bei uns gelegt hast, reift und keimt.
Wenn wir einmal vor deinem Angesicht stehen werden,
so lass uns in voller Blüte erstrahlen.

Zusammen mit der Gottesmutter Maria,
mit allen Engeln und Heiligen
sei dir, Gott Vater, durch deinen Sohn
Lob und Preis dargebracht.
Doxologie

(Quelle unbekannt)


 

Einleitung zum Vaterunser

„Wir wissen nicht, worum wir in rechter Weise beten sollen; der Geist selber tritt jedoch für uns ein“ und so lasst uns beten, wie der Herr uns zu beten gelehrt hat. Vater unser im Himmel, …

 

Einleitung zum Friedensgebet

Wenn Jahwe im Alten Bund sein Volk umwirbt und seine Schuld vergibt und wenn Jesus uns zum Volk des Neuen Bundes beruft und sein Leben dafür schenkt, dann ist der Weg zu Frieden und Versöhnung aufgezeigt: Liebe und Vergebung führen zum Frieden. Darum bitten wir: Herr Jesus Christus, … und schenke uns,

 

Meditation

Früchte und Früchtchen
Viele Früchte sind in Gottes Obstkorb.
Und eines dieser Früchtchen, das bin ich.
Manche sind wie Stachelbeeren: herb und sauer,
andre zuckersüß wie griechische Rosinen.
Manche sind wie hoch gewachsene Stangenbohnen,
andere rund und mollig wie ein Kürbis.
Manche sind geröstet, braun wie Kaffeebohnen,
andere sind vornehm bleich wie Blumenkohl.
Manche, die sind scharf wie Paprika und Curry,
andere sind zart, verhalten im Aroma.
Manche sind spritzig, saftig wie ein Pfirsich,
andere sind trockenes Dörrobst, extra dry.
Manche, die sind kernig, knackig so wie Nüsse,
andere muss man schälen unter Tränen wie die Zwiebel.
Manche, das sind Alltagsfrüchte wie Kartoffeln,
andre wollen was Besonderes sein: wie Mangos oder Kiwis.
Manche jucken und kitzeln dich wie die Hagebutten,
andre hinterlassen bitteren Nachgeschmack.
Manche, die sind giftig, trotz der schönen Farben,
andre sind wie Medizin: sie tun ganz einfach gut.
Manche Früchte hängen hoch, schwer zu erreichen,
andre da muss man unten suchen und sich bücken.
Manche gibt´s, die brauchen lange, um zu reifen,
andre sind frühreif – oder werden niemals reif.
Manche, die werden faul schon auf den Bäumen,
oder sie sind hohl von Innen: taube Nüsse.
Manche gibt´s im Sonderangebot sehr billig,
und andre sind mit Geld nicht zu bezahlen.
Manche sind wie „Aufgesetzter“, wie ein Rumtopf:
Nur genießbar unter Alkohol.
Manche haben eine harte, raue Schale,
doch darunter einen weichen, süßen Kern.
Manche, die sind wirklich ungenießbar:
ganz geschmacklos – oder muffig – oder faul.
Manche sind das Hauptgericht für unser Leben,
andre eher Nachtisch: wie Kompott flambiert.
Jede Frucht schmeckt anders: Du und ich.
Viele Früchte sind in Gottes Obstkorb.
Und eines dieser Früchtchen, das bin ich. 

(aus: Hermann Josef Coenen,
Meine Jakobsleiter, Düsseldorf 1986, 72f.)

 

Wettersegen

Gott, du Schöpfer aller Dinge,
Du hast uns Menschen die Welt anvertraut und willst,
dass wir ihre Kräfte nützen.
Aus dem Reichtum deiner Liebe
schenkst du uns die Früchte der Erde:
den Ertrag aus Garten und Acker, Weinberg und Wald,
damit wir dir mit frohem und dankbarem Herzen dienen.
Erhöre unser Gebet:
Halte Ungewitter und Hagel, Überschwemmung und Dürre,
Frost, Hitze und alles, was uns schaden mag von uns fern.
Schenke uns alles, was wir zum Leben brauchen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
Und der Segen des allmächtigen Gottes, ...

Die in den „Liturgischen Bausteinen“ veröffentlichten Gebete und Texte sind Alternativen zu den offiziellen Texten, die der Zelebrant immer im MB findet.

 

Pfr. Dr. Christoph Goldschmidt; P. Karl Jansen SVD
 
Mt 13,27: „Da gingen die Knechte zu dem Gutsherrn und sagten: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher kommt dann das Unkraut?“ 
Mt 13,27: „Da gingen die Knechte zu dem Gutsherrn und sagten: Herr, hast du nicht guten Samen auf deinen Acker gesät? Woher kommt dann das Unkraut?“