6. Sonntag im Osterkreis (A)

Predigtimpuls

Der Hl. Geist – ein Freund fürs Leben

1. Lesung: Apg 8,5-8.14-17
Zwischengesang: www.antwortpsalm.de
2. Lesung: 1Petr 3,15-18
Evangelium: Joh 14,15-21
Zum Kantilieren des Evangeliums: www.stuerber.de

„Es wäre schön, wenn du dabei sein könntest!“ Solche Worte sind uns bekannt. Manchmal bitten wir andere auf diese Weise, manchmal werden wir selbst eingeladen oder darum gebeten. „Ich bin gern allein“. Diesen Satz hören wir auch ab und zu. Manchmal brauchen wir unsere Ruhe. Aber in bestimmten Situationen sind wir nicht gern allein. Wir brauchen Menschen, bei denen wir uns geborgen, wohl und sicher fühlen können. Ja, wir brauchen Freunde im Leben. Auch Jesus bildete mit einigen Frauen und Männern einen Freundeskreis. Er ging auf die Menschen zu wurde ein Freund der Randgruppen und Ausgeschlossenen, aber auch der Reichen. Er hat einen engen Freundeskreis – die Jünger. Er hat Familienfreunde: Lazarus und seine Schwestern Maria und Martha. Ja, Jesus wusste, wie wichtig es ist, Freunde zu haben. So ahnte er, dass seine Freunde sehr traurig und hilflos sein würden, wenn er nicht mehr bei ihnen sein könnte. Darum verspricht er ihnen: „Ich werde den Vater bitten, und er wird euch einen anderen Beistand geben.“  

Jesus hat uns nicht allein gelassen, sondern einen Beistand gegeben, den Hl. Geist. Im Evangelium wird deutlich, wie sehr die Christen der jungen Gemeinde in Jerusalem auf den Hl. Geist als ihren Beistand in allen wichtigen und schwierigen Fragen vertrauten. Davon haben wir in den beiden Lesungen gehört. Der Hl. Geist ist ausgegossen über alle, die an Jesus glauben und seine Jünger werden. Die Wirkung des Geistes erkennt man an der Veränderung der Menschen, die sich an die Weisungen Jesu halten, und am Zulauf, den die junge Kirche genießt. 

Auch heute noch glauben wir an diesen Hl. Geist, den wir bei der Taufe und bei der Firmung zugesprochen bekamen. Er ist die Kraft, die die Kirche zusammenhält und in allen Herausforderungen der jeweiligen Zeit begleitet. Selbst heute können wir aus dieser Gewissheit Kraft schöpfen und neue Lebensenergie tanken, dass der Hl. Geist in uns lebt und wirkt. Mit diesem Geist können wir in allen Enttäuschungen Trost spüren und Trost spenden. 

Das heutige Evangelium zeigt uns den Weg dazu, wie der Hl. Geist Wirkung zeigt. Dieser Weg führt über das Glauben an Christus, über das Halten seiner Gebote und Weisungen. Dabei müssen wir uns bewusst sein, dass dieser Weg nicht einfach und mühelos ist. Xavier Naidoo würde sagen: „Dieser Weg wird kein leichter sein, dieser Weg wird steinig und schwer…“ 

Wenn auch wir heute den Hl. Geist erfahren und spüren wollen, wie die Christen damals, kommen wir nicht umhin, Jesus von Nazaret immer besser kennen und schätzen zu lernen. Es heißt, dass wir uns mit seinem Leben auseinandersetzen müssen. Wir kommen nicht um sein striktes Liebesgebot herum. Wer seinen Weg der Liebe beschreitet, wird erfahren, dass die Welt um ihn herum sich zu verändern beginnt. In der Tat, wäre Liebe das Fundament des Lebens für viele Menschen, hätte unsere Welt heute ganz sicher, viel, viel weniger Probleme. Wenn jeder Mensch, egal wo auf der Welt, sich geliebt weiß, da wird es warm ums Herz; da bekommt die ganze Welt ein anderes Gesicht, da bricht etwas in uns auf, wie der Frühling. Jesus hat es vorgelebt. Als Christen wollten wir diesen Weg in der Nachfolge Jesu gehen. Manchmal könnte der Eindruck entstehen, dass der Weg Jesu unmöglich ist. Aber jede und jeder von uns kann eigene Schritte tun. Pater Arnold Janssen schrieb 1900 an Pater Provinzial Michael Colling in Argentinien: „Im Übrigen denken Sie, dass Gott von Ihnen nicht verlangt, was Sie mit den vorhandenen Kräften nicht leisten können.“ Das ist es. Gott verlangt von uns niemals Unmögliches. Nein, er kennt unsere Stärke wie unsere Schwäche.

In einer unserer Gemeinden ist eine Frau, die immer fröhlich ist. Sie lacht viel und steckt viele mit ihrer inneren Freude an. Oft sagt sie: „Wir sollten mehr zum Hl. Geist beten. Er zeigt uns schon den richtigen Weg“. Ja, lasst uns täglich den Hl. Geist bitten, dass er uns Kraft gebe, den Weg Jesu zu erkennen und diesen Weg mutig und mit Freude zu gehen. Amen.

P. Vijay Kumar Tirkey SVD
 
Apg 8,8: „So herrschte große Freude in jener Stadt.“ 
Apg 8,8: „So herrschte große Freude in jener Stadt.“