6. Sonntag im Jahreskreis (B)

Liturgische Bausteine

Hinschauen und aktiv werden

1. Lesung: Lev 13,1-2.43ac.45-46
Zwischengesang: www.antwortgesang.de
2. Lesung: 1 Kor 10,31-11,1
Evangelium: Mk 1,40-45


Einleitung

„Wolle mer se eroilasse?“ - Wer kennt den Running Gag aus der Mainzer Fastnacht nicht? Und selbstverständlich will man reinlassen, wer auch immer rein will. Und grad lustig ist das immer! 

Ob wir sie reinlassen wollen, ist eine Frage, die sich uns jeden Tag stellt. Sie – das sind nicht nur die Flüchtlinge an unseren Grenzen, das sind auch die Andersdenkenden, die, die nicht mehr mithalten können im Job und erst recht, von denen ich gar nicht so recht weiß, wie die ticken. Und da ist es nicht selbstverständlich, dass man sie reinlässt. Und lustig ist das nie! 

Ob man sie reinlassen will, ist auch die Frage, die die heutigen Schriftexte stellen. Und wir werden sehen, dass es auch da nicht selbstverständlich ist, die reinzulassen, die außen vor sind. Und lustig war das auch nicht!

Dass wir jetzt hier versammelt sind, hat seinen Grund darin, dass wir reingelassen werden – nicht nur in diese Kirche aus Steinen, sondern auch in die Gemeinschaft der Kirche hier vor Ort und dass der Herr unserer Kirche und unseres Lebens uns auch ganz nah an sich heranlässt. 

Begrüßen wir ihn im Kyrie in unserer Mitte.


Kyrie-Rufe

  • Herr Jesus Christus, für die an Leib und Seele Kranken hast du Wege des Heils eröffnet. - Herr, erbarme dich.
  • Herr Jesus Christus, in deinem Reden, Denken und Handeln war und ist Raum für alle Menschen. - Christus, erbarme dich.
  • Herr Jesus Christus, im Sakrament des Wortes und des Tisches kommst du auch uns heute nahe. - Herr, erbarme dich.

 

Tagesgebet

Menschenfreundlicher Gott,
wenn wir uns als deine Gemeinde versammeln,
  findet Begegnung statt – mit dir und untereinander.
Du wendest dich uns zu mit deiner ganzen Liebe
  und lädst uns ein,
uns damit beschenken zu lassen und weiterzugeben, weiterzusagen,
   was wir von dir empfangen.
Öffne unsere Ohren und Herzen für deine Botschaft
   und unsere Lippen und Hände,
   um sie den Menschen in Wort und Tat zu verkünden.
Darum bitten wir dich durch Jesus Christus...

 

Fürbitten

Heil und Heilung ist das, was du für uns willst, du Heiland aller Menschen. Zu dir kommen wir mit unseren Bitten: 

  • Für die Verkünderinnen und Verkünder deiner Frohen Botschaft: um Glaubwürdigkeit.
  • Für die an Leib oder Seele Erkrankten: um Zuversicht.
  • Für die Menschen auf der Flucht: um Vertrauen
  • Für die Menschen, die entscheiden können über das Schicksal anderer: um Mut.
  • [Für die Menschen, die in diesen Tagen feiern: um Frieden und Freude.]
  • Für unsere Toten: um die Erfüllung ihrer irdischen Hoffnung.

Herr Jesus Christus, noch ehe wir unsere Bitten aussprechen, weißt du, was wir brauchen. Dafür danken wir dir, wir loben und preisen dich heute und alle Tage unseres Lebens.

 

Einleitung zum Friedensgruß

Paulus will allen entgegenkommen und sucht den Nutzen aller. Sein Vorbild: Christus. Wenn wir uns Christinnen und Christen nennen, bringen wir zum Ausdruck, dass auch wir ihn als Vorbild sehen. Christus als Vorbild sehen, heißt immer auch: bereit sein, Frieden zu machen, Frieden zu bringen.

 

Zur Besinnung

Bevor wir uns
diesen aussetzen
den Dunkelhäutigen und
Dahergelaufenen
den Hartz IV-Empfängern und
Homosexuellen
den Drogenabhängigen und
Alleinerziehenden
den Kinderreichen und
Demenzkranken
setzen wir doch lieber
die Botschaft Jesu aus

(Wilfried Röhrig)

 

Maria Gleißl, Pastoralreferentin, Aßling

Weitere Texte

Gabengebet

Heute lassen viele Menschen ihre Phantasie spielen,
   verkleiden und „verwandeln“ sich,
   leben für kurze Zeit einen Traum.
Guter Gott,
nimm diese unsere Gaben an
   und verwirkliche in uns allen deinen Traum von einer besseren Welt,
einer Welt, in der jeder bereit ist, für andere da zu sein.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Bruder und Herrn.

 

Hochgebet - „Fastnacht“

Präfation 

Gott, wir danken dir.
Wie leicht sind diese Tage:
Wir begegnen Prinzessinnen,
und im Bus sitzt neben uns ein kleiner Bär.
Die Poesie lockt uns
und die Phantasie belebt uns.
Da ist Bewegung und Musik,
und sie nehmen uns mit
und machen unser Leben weit.
Wir danken dir,
dass du uns nicht bloß geschaffen hast,
dass wir verzichten, dass wir geben und leiden.
Du hast uns geschaffen,
das Glück von Händen zu begehren,
die Süße der Früchte zu kosten,
den Duft der Blumen zu suchen
und beim Klang der Musik zu erbeben.
Laut und schön wollen wir dir, Gott, singen. 

Sanktus

Gott, wir danken für den,
der uns an unsere menschliche Würde erinnert.
Er hat sich Zeit genommen, Mensch zu sein:
mit dem Brautpaar hat er Hochzeit gefeiert,
inmitten des Seesturms geschlafen,
den Hungrigen Wort, Brot und Fisch gegeben,
sich die Salbung der Magdalena gefallen lassen
und sich an Lilien, Spatzen und Kindern gefreut.

Als Jesu Abschied in der Luft lag,
hat Jesus Brot genommen und Wein,
sie geteilt, gedeutet und gesegnet.

Deine Lebenskraft beseele
die Dinge und Geschöpfe –
wie am Anfang, wie am Ende –
und bewirke Verbundenheit und Verbindlichkeit.

Darum bitten wir dich:
Sende deinen Geist über Brot und Wein,
damit Jesus Christus + mit Leib und Blut
in unserer Mitte gegenwärtig wird.

Denn am Abend vor seinem Leiden
nahm er beim Mahl das Brot
und sagte dir Dank,
brach das Brot,
reichte es seinen Jüngern
und sprach:

NEHMT UND ESST ALLE DAVON:
DAS IST MEIN LEIB,
DER FÜR EUCH HINGEGEBEN WIRD.

Ebenso nahm er den Kelch mit Wein,
dankte wiederum,
reichte den Kelch seinen Jüngern
und sprach:

NEHMT UND TRINKT ALLE DARAUS:
DAS IST DER KELCH
DES NEUEN UND EWIGEN BUNDES,
MEIN BLUT, DAS FÜR EUCH
UND FÜR ALLE VERGOSSEN WIRD
ZUR VERGEBUNG DER SÜNDEN.
TUT DIES ZU MEINEM GEDÄCHTNIS.

Geheimnis des Glaubens 

Akklamation

Jesus, du hast gesagt:
Tut das immer wieder,
damit unter uns gegenwärtig ist,
was du für uns getan hast:

Das Brot füreinander brechen,
den Wein miteinander teilen,
uns genau erinnern, wie es war:
Dein Leben – dein Sterben – dein Auferstehn.

Seht euch die Vögel des Himmels an,
lernt von den Lilien, die auf dem Feld wachsen.

Wir möchten es lernen:
Uns nicht zu sehr zu sorgen um unser Leben.
Zu loben, den Morgen vor dem Abend.
Zu glauben, dass es gut wird.
Zu wachsen im Vertrauen.

Als Kirche möchten wir den Menschen
eine Botschaft nahe bringen, die alle froh macht.
Unsere Toten, sie mögen aufgehoben sein
in der Freude, die kein Ende findet.
Unsere Welt, sie soll in Fülle zu leben haben.

Es ist schön zu leben!

Mit König David, der gehüpft und getanzt,
der die Menschen gesegnet und beschenkt hat;
mit Jesus von Nazaret,
durch den die neue Welt offenbar wird,
mit den wilden Lilien und den Spatzen,
mit den Kindern,
mit allen Engeln im Himmel und auf der Erde,
preisen wir dich dafür! 

Doxologie

aus der Schweiz; Quelle unbekannt

 

Einleitung zum Vaterunser

Gott, wir haben allen Grund uns zu freuen, weil du immer für uns da bist, unser Vater bist. Deshalb beten wir gemeinsam: Vater unser im Himmel …

Schlussgebet

Herr unser Gott,
es ist dir eine Freude uns froh und glücklich zu sehen.
Innere Freude aber entsteht,
  wenn wir uns - für deine schenkende Gnade offen - auf den Weg machen
und für Begegnungen mit anderen Menschen bereit sind.
Schenke uns frohe Tage
  an denen wir die Schwestern und Brüder nicht aus den Augen verlieren.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn...

 

Segen

Der Herr sei vor dir, um dir den rechten Weg zu zeigen.
Der Herr sei neben dir, um dich in die Arme zu schließen und dich zu schützen.
Der Herr sei hinter dir, um dich zu bewahren, vor der Heimtücke böser Menschen.
Der Herr sei unter dir, um dich aufzufangen, wenn du fällst und dich aus der Schlinge zu ziehen.
Der Herr sei in dir, um dich zu trösten, wenn du traurig bist.
Der Herr sei um dich herum, um dich zu verteidigen, wenn andere über dich herfallen.
Der Herr sei über dir, um dich zu segnen.
So segne dich der gütige Gott, … 

(Irischer Reisesegen)


Die in den „Liturgischen Bausteinen“ veröffentlichten Gebete und Texte sind Alternativen zu den offiziellen Texten, die der Zelebrant immer im MB findet.

 

P. Karl Jansen SVD