Musik

Glaubensserie

Musiktherapeuten wissen, dass klassische Musik den Blutdruck senkt, ja sogar Schmerzmittel ersetzen kann.

Diese Erkenntnis ist nicht neu. Schon das Alte Testament berichtet, dass der böse Geist, der den König Saul quälte, von ihm wich, sooft David auf der Harfe spielte. Wir Heutigen sind dabei, diese Erkenntnisse von der heilenden Kraft der Musik zu vergessen.
Wann und wo singt man heute noch? Beim Gottesdienst in Kirchen, an Weihnachten das ‚Stille Nacht‘ und vor einem Länderspiel das Deutschlandlied, im Fasching, damit die Stimmung steigt, und wenn man einen Jubilar hochleben lässt. Aber welche Mutter singt noch Wiegenlieder? Und welcher Jugendliche lässt sich nicht - statt selbst zu musizieren - lieber in Diskotheken von Pop-, von Rap, von Techno- oder Rockmusik beschallen oder zieht seinen Walkman übers Ohr. Die Mozart- und Vivaldi-Hörer gibt es gewiss noch. Aber die meisten Zeitgenossen geben sich mit einem gelegentlichen Konzertbesuch zufrieden oder kommen ganz ohne Musik aus. Sie gehört jedoch - neben der Religion - zu den wichtigsten Bedürfnissen des Menschen und ist das Heilmittel Nummer eins gegen Depressionen, Sorgen oder Frust. Der große Komponist, Johannes Sebastian Bach, nannte als Ziel und letzten Grund aller Musik: Sie sollte nichts anderes sein als die Verehrung Gottes und die Rekreation des Gemüts. Wir müssen dabei nicht, wie der Apostel empfiehlt: nur mit Psalmen und geistliche Lieder anstimmen. Jeder suche die Medizin, die ihn stärkt und aufrichtet.


Walter Rupp, SJ