Geglücktes Leben

Glaubensserie

Das Verlangen nach Selbstverwirklichung, wie man erfüllter leben und mehr aus seinem Leben machen kann, regt sich heute mehr denn je.

Das Verlangen nach Selbstverwirklichung, wie man erfüllter leben und mehr aus seinem Leben machen kann, regt sich heute mehr denn je. Die Menschen spüren, dass sie weit hinter dem, was sie erreichen könnten, bleiben, ja, dass sie bezüglich Lebensgestaltung Stümper sind. 

Heinrich von Kleist vertrat in seinem Vermächtnis die Meinung: „So lange ein Mensch noch nicht im Stande ist, sich selbst einen Lebensplan zu bilden, so lange ist und bleibt er unmündig und ein Spiel des Zufalls... Die erste Handlung der Selbständigkeit eines Menschen ist der Entwurf eines Lebensplans.“

Wer seine Selbstverwirklichung will, muss, wie Teilhard de Chardin verlangt: „gegen den Egoismus reagieren, der uns dahin drängt, uns entweder in uns selbst zu verschließen, oder aber, die anderen unter unsere Herrschaft zu bringen.“ Er muss sich, wie Erich Fromm fordert, „ein Objekt der Hingabe suchen, um seine Energien in eine Richtung zu lenken.“

Zwischen den großen Lehrern Buddha, Meister Ekkehard und den Denkern unserer Zeit besteht in der Frage, welcher Weg zu einem erfüllten Leben führt, ein auffallender Konsens: Sie sind sich einig über den biblischen Satz, dass man sein Leben verlieren muss, wenn man es finden will. 

Vielen ergeht es wie Sören Kierkegaard: Sie möchten sehen, was Gott eigentlich von ihnen will. Sie sind auf der Suche nach der Idee, für die sie leben oder sterben möchten. Das, was sie unglücklich macht, ist die Einsicht, dass sie diese Idee nicht gesucht und nicht gefunden haben.


P. Walter Rupp, SJ