Erziehung

Glaubensserie

Wie geht man mit jenen Kindern um, die sich nicht einordnen und trotz gutem Zureden nicht an Regeln halten?

In der Pädagogik: der Vergangenheit glaubte man, man könne Kinder nur formen, wenn man ihnen den eigenen Willen nimmt. Und das Prügeln galt als unverzichtbar. Nicht selten kam es vor, dass Kinder oft aus nichtigen Anlässen so geschlagen wurden, dass sie davon wund wurden und der Barbier sie heilen musste. Manchmal ließen Lehrer die ganze Klasse singen, um zu verhindern, dass das Geschrei des Gezüchtigten auf der Straße zu hören war. Der Esslinger Stadtrat sah sich 1848 veranlasst, den Lehrern zu verbieten, mit "Tatzen, Schlappen, Maultäschchen", Haarrupfen noch mit Ohrenumdrehen oder Nasenschnellen zu strafen und sich des Stocks oder des Kolbens zu bedienen. Er erlaubte lediglich, das Hinterteil mit Ruten zu streichen. Moderne Pädagogen halten nichts von Härte, dass sie eine gute Vorbereitung für das Leben sei. 

Aber wie geht man mit jenen Kindern um, die sich nicht einordnen und trotz gutem Zureden nicht an Regeln halten? Ist eine Pädagogik: ohne Strafen möglich? - Moral kann man gewiss nicht einprügeln, aber auch nicht, wie es die Erlebnispädagogik mit straffällig gewordenen Jugendlichen versucht, bei Aufenthalten in Ferienparadiesen so nebenbei mitnehmen. Erziehen bedeutet immer: Grenzen setzen. Denn "Wer alles, was erlaubt ist, tut, ist" - wie der der Kirchenlehrer Augustinus sagt - "nicht mehr fern vom Unerlaubten." Es bedeutet, das Nein sagen lernen gegenüber dem, was schlecht und schädlich ist. Vor allem aber lernen, das Gute zu erkennen und zu tun. 


P. Walter Rupp, SJ