Thailand

Bruder Damien Lunders SVD berichtet vom Projekt Children's Program in Nong Bua Lamphu, Thailand

16.07.2021

Nong Bua Lamphu / Abschlussbericht: Mother of Perpetual Help Center – Children’s Program

Die Förderung in Höhe von 12.303€ von der Bücherhalle durch Herrn Guido Hackelbusch kam zu einer Zeit, als sie am dringendsten gebraucht wurde, wofür wir sehr dankbar sind. Diese Unterstützung stellte sicher, dass das Zentrum weiterhin viele Kinder mit HIV und arme Familien in der Provinz unterstützen kann, da in den letzten zwei Jahren ein Stipendium durch Rom, welches diese Kinder normalerweise unterstützte, nicht möglich war. Die Unterstützung von nahezu 400 Kindern in den 6 Distrikten der Provinz Nong Bua Lamphu konzentrierte sich im Laufe der Jahre auf Bildungsbedürfnisse wie Schulessen, Transport, Schulkleidung und Zubehör. In diesem Jahr kamen wegen der Covid-Pandemie Distriktleiter mit Vertretern der Kinder zum Zentrum, um die Schulkleidung und das Schulmaterial abzuholen. Die Provinz Nong Bua Lamphu ist aufgrund des trockenen Bodens und des Mangels an Industrie die ärmste der 70 Provinzen in Thailand. Nong Bua Lamphu war vor etwa 20 Jahren eine unabhängige Provinz geworden, nachdem sie Teil der Provinz Udon Thani war. Seitdem sind langsam Verbesserungen bemerkbar, aber Familien in abgelegenen Gebieten sind nach wie vor in jeder Hinsicht stark benachteiligt. Daher versucht das Mother of Perpetual Help Center so gut wie eben möglich, Unterstützung zu leisten, um sicherzustellen, dass die Kinder dort Schulen besuchen können.

Bruder Lunders (links) bei der Übergabe der Schulkleidung und des Schulmaterials
Bruder Lunders (links) bei der Übergabe der Schulkleidung und des Schulmaterials

Bei Besuchen in Familien stellen wir häufig fest, dass einige Kinder unterernährt sind und die Lebensbedingungen äußerst schlecht sind. Daher erhalten die Bedürftigsten Unterstützung, insbesondere für Essen und andere wichtige Güter. Das Mother of Perpetual Help Center hat auch ein weiteres Projekt, das Kindern durch Stipendien von Familien in Frankreich hilft. Sie erhalten ein monatliches Stipendium in Höhe von ca. 700 Baht pro Monat (18€). Diese monatliche Unterstützung finanziert den Schultransport für 40 Kinder, die nicht aus der Unterstützung durch die Bücherhalle enthalten sind. Obwohl diese Unterstützung durch die Schule nicht ausreicht, haben wir dennoch einigen dieser Kinder zusätzliche Hilfe für Essen gegeben, um ihren Bedarf decken zu können und dadurch zusätzlich ihre Lebensbedingungen zu verbessern.

Ein Betrag der Förderung durch die Bücherhalle wurde zudem verwendet, um einen Zementboden sowie die Dächer in Häusern besonders armer Familien zu renovieren. Damit konnte den ärmsten Familien eine angemessene und sichere Behausung ermöglicht werden. Die Familien haben in Eigenarbeit ihre Häuser renoviert und wurden lediglich mit den notwendigen Materialien ausgestattet.

Bodenrenovierung
Bodenrenovierung

Ice wird von seiner alternden Großmutter betreut, die eine Tüte Reis gekauft hat, nachdem sie zusätzliche Unterstützung für Lebensmittel erhalten hat. Oft werden Kinder von Großeltern betreut, da die Eltern getrennt leben und nicht daran interessiert sind, für ihre Kinder zu sorgen. Wir haben ihnen jeden Monat zusätzliche 700 Baht gegeben, um sie beim Essen zu unterstützen.

Ice und seine Großmutter
Ice und seine Großmutter
Hier wohnen sie
Hier wohnen sie
 

Wirklich dankbar für die Unterstützung durch die Bücherhalle ist eine Familie, deren Vater vor einigen Jahren bei einem Autounfall ums Leben gekommen ist. Zum Zeitpunkt des Todes des Vaters war das jüngste Kind erst 2 Jahre alt. Wir haben in den letzten zwei Jahren dazu beigetragen, die Krankenschwesterausbildung der zweitältesten Tochter zu unterstützen. Die Mutter hat sich zudem um drei Jungen ihrer ältesten Töchter gekümmert, die zur Schule gehen und jeden Monat nur wenig Unterstützung erhalten. Nun bekam die Mutter eine schwere Herzerkrankung und kann nicht mehr arbeiten. Deshalb versuchen wir jeden Monat, beim medizinischen Bedarf sowie der Versorgung der Familie mit Lebensmitteln zu helfen. Es ist zu hoffen, dass die Tochter die Familie unterstützen kann, sobald sie eine Arbeit im örtlichen Krankenhaus gefunden hat. Dies wird bei der aktuellen Lage mit Covid-19 sicherlich nicht einfach werden.

Ganze Familie
Ganze Familie

Das Mother of Perpetual Help Center bietet nicht nur Aktivitäten für Kinder und arme Familien an, sondern betreibt im Zentrum auch ein Hospiz für HIV und AIDS-Patienten. Das Hospiz mit seinen 10 Betten wurde in den letzten zwei Jahren voll ausgelastet. Immer mehr Fälle, die Hilfe benötigen, werden jetzt in das Ban Mae Marie geschickt, welches ein Zuhause für HIV-Jugendliche war. Da die Zahl der Teenager, die ein solches Zuhause benötigen, zurückgegangen ist, kümmert sich die Einrichtung nun auch um erwachsene Patienten, die in der Lage sind, für sich selbst zu sorgen. Diejenigen, die mehr Pflege und Aufmerksamkeit benötigen, werden im Hospiz betreut. Gegenwärtig gibt es Patienten, die bettlägerig sind. Ein älterer Patient ist 87 Jahre alt und wird seit vier Jahren von uns betreut, da er nicht mehr gehen kann. In einem Rollstuhl kann er jedoch raus gehen und so Teil am Leben nehmen. Andere Patienten sind seit 6 oder sogar 10 Jahren in unserer Obhut. Einige der Patienten, die sich in einem besseren Gesundheitszustand befinden, aber kein Zuhause haben, in das sie zurückkehren können, bleiben ebenfalls bei uns. Sie helfen uns dabei, sich um die Bedürftigen zu kümmern und entlasten uns bei der Hausarbeit. Manchmal helfen sie ebenfalls beim Kochen von Mahlzeiten, wenn MitarbeiterInnen mit anderen Patienten im Krankenhaus beschäftigt sind. Die meisten Patienten werden für den Rest ihres Lebens im Zentrum sein, da sie von der Familie abgelehnt wurden – bei uns im Zentrum haben sie jedoch eine Bindung zueinander aufgebaut und sind zu einer Familie füreinander geworden.

AIDS-Patienten im Mother of Perpetual Help Center
AIDS-Patienten im Mother of Perpetual Help Center

Bruder Damien Lunders SVD (Frau Lea Nagel übersetzt)

 
Melanie Pies-Kalkum

Medienredaktion
Melanie Pies-Kalkum

(zurzeit in Elternzeit)

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