Pater Hans Runkel SVD verstorben

13.07.2018

Indonesien - Heute Mittag Ortszeit ist der Indonesien-Missionar Pater Hans Runkel SVD in Ruteng verstorben. Die Beerdigung findet am kommenden Sonntag, 15. Juli 2018, in Kuwu statt.

Pater Hans Runkel SVD. (Foto: SVD) 
Pater Hans Runkel SVD. (Foto: SVD)

Um 12.10 Uhr Ortszeit (6.10 Uhr MEZ) starb Pater Hans Runkel SVD heute im Krankenhaus von Ruteng, im Westen der indonesischen Insel Flores. Er wird in dem Land begraben werden, in dem er fast 50 Jahre gelebt und segensreich gewirkt hat.

P. Hans Runkel wurde als 5. Kind der Eheleute Josef Runkel und Ehefrau Hedwig, geb. Bleiber, am 12.04.1937 im nieder-schlesischen Hertwigswalde geboren. Am Ende des 2. Weltkrieges verließ die Familie ihre Heimat, um in der Gemeinde Kürten (Bergisches Land) eine neue Bleibe zu finden. Dort besuchte P. Runkel die Volksschule und danach von 1952-61 das Gymnasium St. Michael in Steyl, dem Gründungsort der Steyler Missionare. Hier fand er dann auch seine missionarische Berufung. Im Herbst 1961 begann er seine Noviziatszeit im Missionshaus St. Gabriel bei Wien und schloss 1969 seine priesterlichen Studien ab. Am 19.04.1969 wurde er zum Priester geweiht.

1970 reiste P. Runkel nach Indonesien aus. Er lernte die Sprache und begann seinen Dienst auf der Insel Flores, in der Erzdiözese Ende. Hier erhielt er eine Einführung in Land und Leute und verbrachte die ersten 11 Jahre in der Pfarrgemeinde Boanio. Schnell machte er die Erfahrung, dass es in seiner missionarischen Arbeit nicht nur um Seelsorge gehen darf, sondern um die Sorge für den ganzen Menschen. So setzte er sich vor allem im Gesundheitswesen ein, suchte nach Möglichkeiten, die Bevölkerung genügend mit Medikamenten zu versorgen, kaufte in Europa Wasserpumpen, um den Menschen in den Dörfern den Zugang zu gesundem Trinkwasser zu ermöglichen. Schnell hat er auch seine Vorliebe für die Naturmedizin entdeckt. Von seinen Heimaturlauben nahm er immer wieder Heilpflanzen mit nach Indonesien, um dort den Anbau vor Ort zu versuchen. Die mitgenommenen Kiwi-Pflanzen, deren Früchte P. Hans auf den Märkten nicht fand, gingen gut an.

1982 wechselte der Missionar in die Diözese Ruteng und wurde Pfarrer in Nangalanang. Als traditioneller „Wandermissionar“ besuchte er regelmäßig die zahlreichen Stationen, manche in den Bergen gelegen. In seinen Briefen berichtete er vom stundenlangen Beichtehören, von hunderten von Täuflingen und Erstkommunionkindern. Oftmals litt er an Erschöpfung. Und doch setzte er sich unermüdlich für die Verbesserung der Lebensumstände der Menschen ein. Er kämpfte gegen die Abholzung, suchte nach alternativen Möglichkeiten, Holz als Brennstoff zu ersetzen. Eine Idee war das Benutzen von Pflanzenölkochern. Auch setzte er sich für die Nutzung von Solarenergie ein. Für all seine Projekte erhielt er großzügige finanzielle Unterstützung aus der deutschen Heimat.

Nach 26 Jahren in Nangalanang und einem „Seniorenkurs für Missionare“ in Steyl und Nemi, nahe Rom, wechselte er mit 70 Jahren in die im Aufbau begriffene Pfarrei Puntu. Dort setzte er mit dem ihm eigenen Interesse und Arbeitspensum seinen missionarischen Dienst in Indonesien fort, der aber auch mehr und mehr seiner Gesundheit zusetzte. Im Jahre 2017 musste er sich einer Hüft-OP unterziehen, doch überstand er alles sehr gut, v.a. auch durch sein diszipliniertes Training. Vor wenigen Wochen, am 4. Juni 2018, stürzte er in seinem Pfarrhaus und verletzte sich an der im Jahr zuvor operierten Hüfte. Hunderte seiner Pfarrangehörigen kamen ins Krankenhaus, um ihn zu besuchen. Der Provinzökonom schrieb: „Sie kommen, weil sie ihn lieben; und sie lieben ihn, weil er sie liebt!“ Seine Rückreise nach Deutschland wurde vorbereitet, doch dazu kam es nicht mehr.

"Wir Steyler Missionare danken Gott, P. Hans Runkel in unseren Reihen gehabt zu haben. Wir danken aber auch seiner Familie, seinen Freunden und Wohltätern für ihre Unterstützung und Hilfe während seines Missionsdienstes in Indonesien", schreibt Pater Manfred Krause SVD, Superior Delegatus. Die Begräbnisfeier ist am Sonntag, 15. Juli in Kuwu.

P. Manfred Krause SVD