Pater Franz Schaaf verstorben

15.06.2020

Indonesien - Völlig unerwartet starb Pater Franz Schaaf am 8. Juni in Jakarta. Seit 1968 lebte und wirkte er in Indonesien

Familie und Kindheit
P. Franz Schaaf wurde am 11.10.1936 als 8. von 9 Kindern der Eheleute Wilhelm und Euphrosine Schaaf, geb. Uhrig in Wintersdorf geboren, 1 km von der französischen Grenze entfernt. Seine Eltern bewirtschafteten einen kleinen Bauernhof. Der Vater war zudem Jagdaufseher. Die Grundschulzeit des kleinen Franz war stark beeinträchtigt durch den 2. Weltkrieg. Nach dem Schulabschluss besuchte er eine landwirtschaftliche Berufsschule und half auf dem elterlichen Hof. 1953 wechselte er zum Aufbaugymnasium St. Josef der Steyler Missionare in Geilenkirchen. Sechs Jahre später machte er das Abitur in Bad Driburg und trat im gleichen Jahr ins Noviziat der Steyler in Sankt Augustin ein.

Ausbildung zum Missionar
Nach den Ersten Gelübden ging es zum Philosophiestudium nach Mödling bei Wien. Während dieser Zeit absolvierte er eine Krankenpflegerausbildung. Nach dem Theologiestudium in Sankt Augustin wurde er am 22. Oktober 1966 mit 25 Mitbrüdern zum Priester geweiht. Seine Missionsbestimmung erhielt er für Indonesien. Während der Wartezeit auf sein Visum lernte er in London Englisch. Am 10. Januar 1968 ging es per Schiff in sein Einsatzland Indonesien. Am 17. Februar ging P. Schaaf in Jakarta, der Hauptstadt Indonesiens, an Land. Ein Missionsschiff brachte ihn weiter zur Insel Flores, seinem Bestimmungsort.

Missionar in Indonesien
Zunächst erlernte er die Sprache des Landes. Nach drei Monaten ging es in den Westen der Insel. Nach einer Einführung von nur 24 Stunden überließ man ihm die Pfarrei Rangga in der Westmanggarai. Die 15 Außenstationen besuchte er zu Pferd. Drei Jahre später ernannte ihn der Bischof zum Sozialdelegierten der Diözese Ruteng. Als solcher war er mitverantwortlich für die Durchführung des Entwicklungsplanes Flores-Timor. Das Projekt umfasste die Bereiche Gesundheit, Handwerk, Bildung, Landwirtschaft und Bewässerung. P. Schaaf war der richtige Mann für diese verantwortungsvolle Arbeit. Zudem übernahm er die Prokuren der Diözese und der SVD-Region Ruteng. Krankheiten wie Malaria und Gelbsucht machten ihm in diesen Jahren schwer zu schaffen. 1980 zog er auf die Insel Jawa. Nach einem zweijährigen Kurs am Institut für Pastoraltheologie in Manila (Philippinen) übernahm er die Prokur der Steyler Jawa-Provinz und dazu noch die Verwaltung der Zentralprokur für die Diözesen und die SVD-Provinzen Flores, Timor und Sumba. P. Schaaf schrieb über diese Zeit: „Die Fülle an Arbeit und Anforderungen, die an mich gestellt wurden, waren unendlich und ohne Grenzen. Manchmal fühlte ich mich sehr überfordert.“ Doch er tat seine Arbeit mit Fleiß und großer Gewissenhaftigkeit. 1987 wurde ihm der Aufbau eines Bildungs- und Exerzitienhauses in Cisarua anvertraut, 70 km von Jakarta entfernt, in den Bergen von Westjawa. Von 1994-2007 wirkte er als Pfarrer der deutschsprachigen Gemeinde in Jakarta und übernahm zudem Aufgaben in anderen deutschsprachigen Gemeinden in Singapore, Hongkong, Seoul, Neu-Delhi und Bangkok. So war er viel unterwegs. - Die letzten 13 Jahre verlebte er in dem von ihm erbauten Exerzitienhaus in Cisarua,
Wegen seiner angeschlagenen Gesundheit kam er in den letzten Jahren öfter nach Deutschland, um sich behandeln zu lassen, zum letzten Mal im Sommer 2018. Eigentlich wollte er, auch wegen seiner Herzprobleme, in diesen Wochen wiederkommen, was jedoch die Corona-Pandemie verhinderte. P. Franz Schaaf verstarb unerwartet am 8. Juni gegen 12 Uhr Ortszeit im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern vom hl. Karl Borromäus in Jakarta. Er fand am 09.Juni seine letzte Ruhestätte auf dem Friedhof Kembang Kuning in Surabaya.

Wir Steyler Missionare verlieren mit ihm einen liebenswerten, bescheidenen und pflichtbewussten Mitbruder.