Steyler Missionar Pater Josef Sievers SVD verstorben

26.02.2019

Deutschland - Indonesien-Missionar Pater Josef Sievers SVD ist am Freitag, den 22.02.2019 in Siegburg verstorben.

In Dankbarkeit nehmen wir Abschied von P. Josef Sievers SVD
In Dankbarkeit nehmen wir Abschied von P. Josef Sievers SVD


Familie und Kindheit

P. Josef Sievers erblickte am 11.04.1934 im oberschlesischen Maiwald (heute Zachar-zowice) als ältestes Kind des Landwirts Josef Sievers und dessen Ehefrau Elisabeth, geb. Disse, das Licht der Welt. Es kamen noch sieben Geschwister hinzu, von denen die beiden Jüngsten noch vor Kriegsende verstarben. Josef besuchte von 1940-45 die Volksschule seines Heimatdorfes Maiwald. Nach dem Krieg fand die Familie auf dem elterlichen Hof „Wiehorn“ in Ostwestfalen eine neue Heimat. Der dortige Pfarrer nahm den Berufswunsch des jungen Josef, Priester zu werden, ernst und schickte ihn auf das nahe Missionsgymnasium St. Xaver in Bad Driburg. Dort machte er 1954 sein Abitur.


Ausbildung zum Missionar

Mit 43 anderen Kandidaten begann Josef wenige Wochen später das Noviziat in Sankt Augustin, wo er auch sein Philosophisch-Theologisches Studium absolvierte. Schon damals zeichnete ihn seine Kreativität und Arbeitsamkeit aus. „Keine Krankheit konnte ihn bremsen“, charakterisierte ihn ein Mitbruder. Josef zählt auch zu den Initiatoren der ersten Steyler Missions-Chronik (1959), die bis heute alljährlich erscheint. Während des 37. Eucharistischen Weltkongresses in München empfing er in der dortigen Pfarrei St. Heinrich am 4.08.1960 die Priesterweihe. Es folgte ebendort ein Pastoraljahr. Bald erhielt er seine Missionsbestimmung für Indonesien (Timor). Im Januar 1962 bestieg er die ‚Oceania‘, die ihn in drei Wochen von Genua nach Jakarta brachte.


Missionar in Indonesien

Von dort ging es weiter zur Insel Timor. In Betun, einem Ort im Süden der Insel, erhielt er eine Einführung in die Kultur des Landes und in die Landessprache ‚Bahasa Indonesia‘. Dann wirkte er zehn Jahre lang als Lehrer, Erzieher und Hausökonom im sog. Kleinen Seminar von Lalian. Die nächste Station war Nenuk, wo er als Rektor wirkte und zugleich als Ökonom für die Steyler Ordensprovinz Timor. Seine Stärke für Organisation und Verwaltung wurde zum Segen in vielen Bereichen. So leitete er in den Jahren 1979-81 und 1993-99 die Steyler Timor-Provinz als Provinzial. Von 1982-1993 wirkte er als Schatzmeister der Katholischen Universität Widya Mandira in Kupang. In dieser Zeit nahm er die indonesische Staatsangehörigkeit an. Indonesien war ihm zur Heimat geworden. Von 1999-2005 war er wiederum Provinzökonom, danach in Jakarta Ökonom der Steyler Zentralprokur‚ SOVERDI-Indonesia‘. In jene Zeit fiel die furchtbare Tsunami-Katastrophe von Weihnachten 2004, der allein in Indonesien mindestens 170.000 Menschen zum Opfer fielen. P. Josef Sievers organisierte, verteilte und verwaltete Hilfsgelder und Hilfsgüter, nicht nur im Namen der Steyler Missionare, sondern auch anderer kirchlicher Orden und Organisationen, z.B. der Caritas. In einem Brief schrieb er damals von den vielen schlaflosen Nächten, die ihm diese Zeit bereitet habe. Und selbst im Pensionsalter schonte er sich nicht, half auch anderen Orden bei der Regelung der Finanzen. – P. Josef Sievers hat die Entwicklung Timors von einer Missionskirche hin zu einer einheimischen Ortskirche erlebt. In einem Interview anlässlich seines Goldenen Priesterjubiläums sagt er darüber: „Als ich nach Timor kam, waren dort in der Provinz etwa zehn indonesische Priester im Dienst, der Rest kam aus dem Ausland, [...] Heute, nach 50 Jahren, ist nur noch eine Handvoll Ausländer im Land. Alle Pfarreien, die sich im Laufe der Jahre entwickelt haben, sind in den Händen von indonesischen Diözesanpriestern, [...] Wir sind also inzwischen in der Ortskirche angekommen.“ An dieser Entwicklung hat P. Josef Sievers tatkräftig mitgewirkt. Mit dem Satz „Arbeit erfüllt mich!“ endet jenes Interview und charakterisiert ihn vortrefflich.
Dieses Interview begann er mit den Worten „Ich bin ein trockener Westfale.“ Mit seinem Humor und seinem unglaublichen Wissen kam er immer und überall gut an und war in jedem Gesprächskreis sehr beliebt. Die Verbundenheit mit seiner Heimat und seiner Familie war ihm stets wichtig. Jeden Heimaturlaub verbrachte er auf dem Wiehorn, wo er auch sein Goldenes Priesterjubiläums im Jahre 2010 in der Heimatkirche Sankt Bartholomäus Tietelsen mit all seinen Freunden und Gönnern feierte.

2019 wollte er noch einmal auf den Spuren seiner Kindheit nach Oberschlesien reisen. Er hatte alles für diese Reise vorbereitet. Dazu kam es nicht mehr. Von einer dringend notwendigen Operation erholte er sich nicht und verstarb auf der Intensivstation des Siegburger Krankenhauses.

Dankbar nehmen wir Abschied von P. Josef Sievers und danken allen, die ihn in seinem Missionarsleben in Indonesien begleitet und unterstützt haben.

Das Requiem mit anschließender Beisetzung findet am Samstag, 02.03.2019, um 14.30 Uhr in der Krypta des Missionspriesterseminars der Steyler Missionare in Sankt Augustin statt.

Pater Manfred Krause SVD