Generalkapitel: Flüchtlinge brauchen Stabilität und Unterstützung

18.06.2018

Generalkapitel: Flüchtlinge brauchen Stabilität und Unterstützung

Das 18. Generalkapitel der Steyler Missionare in Nemi bei Rom hat bereits am ersten Tag der vierwöchigen Beratungen seine Solidarität mit den Flüchtlingen von St. Gabriel erklärt: „Wir protestieren entschieden gegen die Verlegung von Minderjährigen, kranken und psychisch beeinträchtigten oder traumatisierten Flüchtlingen von unserem Haus in andere Unterkünfte.“

Hier der vollständige Text der Solidaritätserklärung, unterzeichnet von Generalsuperior P. Heinz Kulüke:

Das 18. Generalkapitel der Gesellschaft des Göttlichen Wortes (Steyler Missionare) erklärt seine Solidarität mit dem Missionshaus St. Gabriel und der Caritas Flüchtlingshilfe St. Gabriel, die mit der Verlegung von über hundert Asylsuchenden konfrontiert sind, die gegenwärtig dort wohnen. Für uns als katholische Missionare hat die Solidarität mit und die Sorge für die Verletzlichsten in der Gesellschaft höchste Priorität.

Wir protestieren entschieden gegen die Verlegung von Minderjährigen, kranken und psychisch beeinträchtigten oder traumatisierten Flüchtlingen von unserem Haus in andere Unterkünfte. Diese Menschen, die wiederholt in ihrem Leben Ortsveränderungen erleiden mussten, brauchen Stabilität und Unterstützung. Vertreter der Landesregierung haben angegeben, dass aufgrund des tragischen gewaltsamen Todes eines Flüchtlings in St. Gabriel im Mai 2018 ungenügende Sicherheitsvorkehrungen der Grund für die geplante Vorgangsweise seien.

Unsere Mitbrüder in St. Gabriel, die seit 26 Jahren Tür an Tür mit den Flüchtlingen leben, sind nicht besorgt wegen ihrer eigenen Sicherheit. Sie sind besorgt wegen der unmenschlichen Behandlung von Asylsuchenden in Europa, inklusive in Österreich. St. Gabriel, die Caritas und die Katholische Kirche stellen sich im Geist des Evangeliums in den Dienst von Asylsuchenden, was auf einer Linie ist mit der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte.

Wir hoffen, dass die österreichische Regierung ihre gute Zusammenarbeit mit der Katholischen Kirche fortsetzt, um die verletzlichsten Menschen zu schützen. Wir ersuchen die zuständigen Politiker, besonders die Landeshauptfrau von Niederösterreich Mag. Johanna Mikl-Leitner sowie Landesrat Gottfried Waldhäusl, die Entscheidung zur Verlegung der Flüchtlinge zu überdenken und die notwendige Unterstützung für die Caritas Flüchtlingshilfe St. Gabriel zu garantieren, damit diese ihre Arbeit zum Wohl der Asylsuchenden in St. Gabriel fortsetzen kann.

Als internationale missionarische Ordensgemeinschaft von ungefähr 6000 Priestern und Brüdern dienen wir den Bedürftigsten in 84 Ländern auf der Welt. Wir versprechen, dass wir das auch weiterhin tun werden, denn wir glauben fest an die Liebe Christi zu allen Menschen und an seine vorrangige Option für die Armen. Seine Mission ist unsere Mission, in Österreich und überall auf der Welt.

Nemi/Rom, am 17. Juni 2018
P. Heinz Kulüke, Generalsuperior

Hier können Sie den englischen Originaltext downloaden.