Pater Franz Kummer ist nach St. Gabriel zurückgekehrt

28.11.2019

Von den 49 Jahren in Brasilien wirkte er etwa die Hälfte als Ausbildner, die andere Hälfte in der Pfarrseelsorge. 2019 ist Pater Franz Kummer nach Österreich zurückgekehrt.

Sein Geburtsort Unterlamm war zwei Stunden zu Fuß vom damaligen Missionshaus St. Severin entfernt, erzählt Pater Franz Kummer von seiner Schulzeit in der Steiermark. Trotz der Nähe kam der Ordensschüler nur zweimal im Jahr aus St. Severin nachhause: zu Weihnachten und im Sommer. Ostern feierten die Lehrer und Schüler gemeinsam. Nach der Unterstufe übersiedelte Franz Kummer weiter weg: nach St. Rupert bei Bischofshofen. Dort maturierte er gemeinsam mit Hans Resch und trat anschließend ins Noviziat in St. Gabriel ein. „Der Firmpate meines Bruders war Weltpriester“, erinnert er sich an früher. „Als junger Kaplan war er sechs Jahre lang im KZ Dachau gewesen, das habe ich erst später erfahren. Er hat mich inspiriert, war ein Vorbild für mich.“

Der Steirer Pater Franz Kummer war beinahe 50 Jahre lang in Brasilien im Einsatz. 
Der Steirer Pater Franz Kummer war beinahe 50 Jahre lang in Brasilien im Einsatz.

Zehn Tage am Schiff nach Brasilien

1969 wurde Pater Franz Kummer gemeinsam mit sieben anderen Steylern in St. Gabriel zum Priester geweiht. Kurz darauf legte das Schiff Richtung Brasilien ab. Zehn Tage lang war Kummer am Schiff unterwegs, gemeinsam mit Pater Joachim Piepke und anderen. Am Ostermontag waren sie am Ziel. Auf Heimaturlaub ging man damals nur alle fünf Jahre, obwohl die Umstellung am neuen Kontinent gar nicht so einfach war: „Zum Beispiel beim Essen. Es gab immer Reis und Bohnen.“ Von Beginn an wurde P. Kummer in Südbrasilien als Erzieher am Gymnasium und bei den Philosophiestudenten eingesetzt. In die Tätigkeit als Ordensausbildner kehrte er im Lauf seines Lebens immer wieder zurück.

Heimkehr aus der Mission

2019 kehrte er schließlich nach Europa zurück – wie die meisten seiner Mitbrüder schweren Herzens. Pater Franz Kummer gewöhnt sich erst langsam an die neue alte Umgebung. „Manchmal stehe ich in der Nacht auf, schaue aus dem Fenster und frage mich, ‚Wo bin ich eigentlich?‘“ Dass er trotzdem schon ganz gut angekommen ist in St. Gabriel, liegt laut Pater Kummer auch an der Hausgemeinschaft, in die er freundlich aufgenommen wurde.

Bild und Text: Slouk