Unterwegs mit leichtem Gepäck

09.10.2020

Die St. Gabrieler Vortragsreihe präsentiert Menschen, die „für etwas brennen“. Am 20. Oktober ist die Steyler Missionsschwester Hemma Jaschke im GABRIUM zu Gast.

Sr. Hemma Jaschke SSpS

„Wofür ich brenne“: Unter diesem Motto erzählen sechs Persönlichkeiten aus der Wirtschaft, dem Sozialbereich, aus Ordensgemeinschaften und der Kultur im Rahmen der St. Gabrieler Vortragsreihe 2020/21 aus ihrem Leben. Wie sind sie zu Ihrem Beruf oder Ihrer Berufung gekommen? Was erhält das Feuer in Ihnen? Wie gehen sie mit Widerständen um? Und: Was hilft ihnen nicht auszubrennen? Diese und andere Fragen werden der frühere Raiffeisen-Generalanwalt und Flüchtlingskoordinator Christian Konrad, der ehemalige Abt des Stiftes Herzogenburg, Propst Maximilian Fürnsinn, die Direktorin der Diakonie Österreich, Maria Katharina Moser, der Steyler Missionar Michael Kreuzer und die Sängerin Agnes Palmisano beantworten.

Weltoffen und geerdet


Zum Auftakt am 20. Oktober 2020 ist Sr. Hemma Jaschke SSpS, die Provinzleiterin der Steyler Missionsschwestern in Österreich, Südtirol und Rumänien, im Festsaal des GABRIUM zu Gast. Schwester Hemma stammt aus dem Kärntner Lavanttal. Nach der Matura absolvierte sie das Seminar für kirchliche Berufe in Wien und arbeitete drei Jahre als Pastoralassistentin und Religionslehrerin. Das Interesse und das „Feuer“ für Weltkirche und Mission wurden bereits in ihrer Familie entfacht. 1994 trat sie bei den Steyler Missionsschwestern (Dienerinnen des Heiligen Geistes) ein. „Die Weltoffenheit und die weite und geerdete Spiritualität, die ich bei den Schwestern erleben konnte, haben mich angezogen“, sagt sie.
Die Erfahrungen während ihres Missionseinsatzes im Süden Mexikos prägen die Ordensfrau bis heute. Eine der wichtigsten war das Erlebnis der Gastfreundschaft: „In unserer großen Landpfarre besuchten wir Schwestern die Menschen in den 33 Dörfern. Unterwegs mit leichtem Gepäck, auf Ladeflächen von Jeeps, zu Fuß und mitunter zu Pferd, fanden wir herzliche Aufnahme bei den Familien. Die Erfahrung, dass die Menschen alles mit uns teilten, was sie hatten, beschämte mich als Wohlstands-Europäerin sehr.“

Einsatz für Flüchtlinge

Flüchtlingskinder am Viktoria-Platz in Athen: Sr. Hemma begleitete ihre Mitschwestern, die sich um die Menschen kümmern, die hier gestarndet sind.
Flüchtlingskinder am Viktoria-Platz in Athen: Sr. Hemma begleitete ihre Mitschwestern, die sich um die Menschen kümmern, die hier gestarndet sind.

2004 kehrte Schwester Hemma nach Österreich zurück. Ihre Aufgaben umfassten die Berufungspastoral sowie die Verantwortung für den Steyler Freiwilligendienst „MissionarIn“ auf Zeit. Die Steyler Missionarin war auch Gründungsmitglied der „Gesprächsinsel“ in Wien, in der sie von 2008 bis 2016 als stellvertretende Leiterin arbeitete.
Seit 2016 ist sie Provinzleiterin der SSpS-Ordensprovinz Österreich – Südtirol – Rumänien sowie Verantwortliche für das Europäische Noviziat der Steyler Schwestern in Rom. Auch für diese Aufgaben ist sie oft in verschiedenen Ländern unterwegs. Erst vor kurzem kam Sr. Hemma Jaschke aus Athen zurück, wo eine internationale Gemeinschaft von Steyler Schwestern in der Betreuung von Flüchtlingen tätig ist. Im Rahmen ihres Vortrags wird Sr. Hemma von ihren Eindrücken in Athen berichten. „Es gibt nach wie vor Augenblicke, in denen ich darüber staune, wie meine Mitschwestern in aller Welt – meistens einfach und unspektakulär – den Menschen die Liebe Gottes erfahrbar machen.“

Wofür ich brenne
St. Gabrieler Vortragsreihe 2020I2021
20.10.2020, 19.30 Uhr
Unterwegs mit leichtem Gepäck
Sr. Hemma Jaschke SSpS

Festsaal des GABRIUM
Grenzgasse 111, 2340 Maria Enzersdorf
Eintritt: freie Spende. Die Veranstaltung findet unter Berücksichtigung der aktuellen COVID-19 Präventivmaßnahmen statt. Bitte Mund-Nasen-Schutz mitnehmen!

Text: Ursula Mauritz; Fotos: SSpS, SVD