St. Gabriel: Wieder öffentliche Gottesdienste

14.05.2020

Dass die Heilig-Geist-Kirche einst so groß gebaut wurde, erweist sich in der Corona-Pandemie als Segen für die Gläubigen in der Umgebung.

Ab Sonntag finden in St. Gabriel wieder öffentliche Gottesdienste statt: Rektor Franz Helm freut sich auf die Besucher.
Ab Sonntag finden in St. Gabriel wieder öffentliche Gottesdienste statt: Rektor Franz Helm freut sich auf die Besucher.

In der Heilig-Geist-Kirche von St. Gabriel laufen die Vorbereitungen für die ab 15. Mai gestatteten öffentlichen Gottesdienste: In den Bänken werden Plätze mit Schildern markiert und in den Kirchenschiffen zusätzlich noch Sessel aufgestellt. Auch die Flaschen mit Desinfektionsmittel warten auf ihren Einsatz. „Wir freuen uns, dass wir ab diesem Sonntag wieder Gottesdienste mit Besuchern von auswärts feiern können“, sagt Rektor Pater Franz Helm. In den acht Wochen seit dem Corona-„Lockdown“ mussten die Feiern der Hausgemeinschaft unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden.
„Wir haben eine große Kirche und sehen es als Dienst an den Gläubigen der Umgebung, diese jetzt wieder für öffentliche Gottesdienste aufzumachen.“ 70 Plätze stehen zur Verfügung. Weil mehrere Menschen aus einem Haushalt nebeneinander sitzen dürfen, können neben den Patres und Brüdern 100 Gläubige an den Gottesdiensten teilnehmen.
Wie in allen Kirchen müssen auch in St. Gabriel die von der Bischofskonferenz vorgegebenen Regeln eingehalten werden, Nasen-Mund-Schutz für die Mitfeiernden und Händedesinfektion beim Eingang sind daher Pflicht. Der Gesang wird sich auf ein Minimum beschränken. Auf die herrliche Musik, die Organistin Angela Amodio der Rieger-Orgel entlockt, müssen die Gläubigen jedoch nicht verzichten.

Mit diesen Kärtchen sind die Plätze in den Kirchenbänken gekennzeichnet.
Mit diesen Kärtchen sind die Plätze in den Kirchenbänken gekennzeichnet.

Neu: Wochentagsmessen um 8 Uhr

Neu ist, dass – zusätzlich zur Eucharistiefeier an Sonn- und Feiertagen um 9 Uhr – ab 18. Mai von Montag bis Samstag um 8 Uhr eine Messfeier stattfinden wird. „Vier Mitbrüder haben sich bereit erklärt, diese Gottesdienste zu leiten. Sie sind vor allem auch ein Angebot für Menschen, die zur Risikogruppe gehören oder die früher mit unserer Gemeinschaft gefeiert haben.“ Die Gottesdienste der Hausgemeinschaft an den Wochentagen in der Krypta und im Freinademetzheim finden weiterhin unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. „So können wir die Liturgie wie gewohnt ohne Auflagen (Gesichtsmaske, kein Gesang) feiern und schützen unsere alten und kranken Bewohner“, erklärt Pater Helm. Die Steyler Missionare stellen das Gotteshaus an den Sonntagen auch als „Ausweichquartier“ für die Pfarre Wiener Neudorf zur Verfügung, die nur eine kleine Kirche besitzt. Um 10.30 Uhr feiert Pfarrer P. Josef Denkmayr heilige Messe mit seiner Gemeinde.

Die Heilg-Geist-Kirche bietet genug Platz.
Die Heilg-Geist-Kirche bietet genug Platz.

Ein Segen für die Umgebung

Die Größe der im Jahr 1900 eingeweihten Heilig-Geist-Kirche war für die beträchtliche Zahl an Patres, Brüdern, Studenten und Novizen ausgerichtet, die in früheren Zeiten im Missionshaus St. Gabriel lebten. „In den letzten Jahren war die Kirche nur mehr selten bis auf den letzten Platz gefüllt“, berichtet Rektor Franz Helm. „In der jetzigen Situation erweist sich der große Kirchenraum als Glücksfall!“ Die Steyler Missionare können so einen Wunsch ihres Gründers Arnold Janssen in die Tat umsetzen: St. Gabriel soll ein Segen für die Umgebung sein.


Ursula Mauritz