Zum Abschied eine Streichholzschachtel…

30.08.2016

Am 28. August ging in der Marienburg eine Ära zu Ende. Die Schweizer Steyler Missionsschwestern wurden unter Beisein des Offizials des zuständigen Bistums St. Gallen, Dr. Titus Lenherr, verabschiedet. Die Schwestern ziehen nach Deutschland um, ins Kloster Laupheim.

Ziehen von der Marienburg nach Laupheim: v.l.:  Sr. Adelrica Wagner, Sr. Miriam Fromaget,, Sr. Nicola Kaiser (Leiterin der Gemeinschaft), Sr. Ademaris Sieber.
Ziehen von der Marienburg nach Laupheim: v.l.: Sr. Adelrica Wagner, Sr. Miriam Fromaget,, Sr. Nicola Kaiser (Leiterin der Gemeinschaft), Sr. Ademaris Sieber.

Das EchoBestes Abschiedswetter auch beim Essen. Bildmitte: Felix Bischofberger, Prasident des Freundeskreises auf die Einladung der Steyler Missionsschwestern war überwälti- gend. So konnten Sie in einem festlichen Gottesdienst und bei schönstem Sommerwetter ihren Abschied im Beisein von Familien und Freunden feiern. Die grose Anzahl an Besucherinnen und Besuchern kann als Ausdruck gesehen werden, welch grosses Netzwerk die Schwestern durch ihre Tätigkeit geschaffen haben.

In einer Streichholzschachtel, die der Provinzial der Steyler Missionare, P. Stephan Dähler, den Schwestern im Gottesdienst überreichte, waren nicht Streichhölzer, sondern ein Junge mit einer Blume, zu dem beim Öffnen Musik ertönte: Zeichen der kleinen Aufmerksamkeiten, guten Worte und Gesang in den gemeinsamen Gottesdiensten. Alles auch Ausdruck der Geschwisterlichkeit der Kirche, die dem Hl. Arnold Jansen bei er Gründung der weiblichen Orden wichtig war. Zudem durften die Schwestern unter dem Motto «Wo wir ankommen, fängt es an», die besten Segenswünsche für die Reise entgegennehmen vom Offizial des Bistums St. Gallen, Titus Lenherr, welcher Bischof Markus Büchel vertrat, der just in der Marienburg seine MittelschuljahreDer Hauptzelebrant Bischofsvikar Titus Lenherr bei der Gabenbereitung absolvierte.

 74 Jahre Einsatz für Kinder, Mütter, Kranke und Betagte

Seit 1942 setzten sich die Steyler Missionsschwestern in zahlreichen Projekten und Anstellungen ein und leisteten dabei oft auch Pionierarbeit. So führten Sie ein Kurhaus für Mütter und empfingen dort auch schulentlassene Jugendliche für eine Auszeit. Zu einer Zeit, als von staatlicher Seite noch niemand von Spitex (spitalexterner Krankenpflege) sprach, waren die Schwestern ab schon in der ambulanten Krankenpflege aktiv und übernahmen 1949 auch ein Alters- und Pflegeheim in Schänis, Nahe bei Glarus. Von diesem Schänis aus wurden auch einige Schwestern zu missionarischen Projekten auf die Philippinen, nach Taiwan und Argentinien ausgesandt. Eine Kleinkommunität in Kreuzlingen bei Konstanz widmete sich neben pastoralen Diensten an Betagten und im Spital in den Anfängen der Flüchtlingswelle vor allem der Seelsorge im grenznahen Aufnahmezentrum für Flüchtlinge, wobei den Schwestern da ihre erworbenen Sprachkenntnisse und die Erfahrung in südlichen Destinationen von Vorteil war.

Gegründet wurde der Orden der Steyler Missionsschwestern, die Gemeinschaft der Dienerinnen des Heiligen Geistes, Servarum Spiritus Sancti (SSpS), 1889 vom Gründer der Steyler Missionare, dem heiligen Pater Arnold Janssen, im holländischen Steyl. Die Gemeinschaft zählt heute weltweit 3300 Schwestern, setzt sich aus 45 Nationalitäten zusammen und ist in 47 Ländern präsent.