Arnold-Janssen-Tag mit dem Freundeskreis

16.01.2016

Der 2014 neu formierte „Verein der Freunde der Steyler Missionare“ lud am 10. Januar zum zweiten Mal zum Arnold-Janssen-Tag in die Marienburg in Thal ein. Rund 90 Freundinnen und Freunde, darunter auch der St. Galler Bischof Markus Büchel, folgten der Einladung.

Eucharistiefeier mit Bischof Markus Büchel 
Eucharistiefeier mit Bischof Markus Büchel

„Die Reise ins holländische Steyl zum Mutterhaus der Steyler Missionare, wo sich auch die Grabstätte des 2003 heiliggesprochenen Pater Arnold Janssen befindet, war für mich ein grossartiges Erlebnis.“ Bischof Markus Büchel, der die Eucharistiefeier leitete, bezeichnete den heiligen Arnold Janssen, den Gründer des Steyler Missionswerkes, als einen Mann der Tat und des Gebets. Sein Wirken sei beispielhaft.

Das jährliche Vereinstreffen findet jeweils an einem Sonntag um oder am 15. Januar satt, dem Fest des Heiligen.

Verkauf der Alp

Nach einem feinen Mittagessen eröffnete Kantonsrat Felix Bischofberger, Präsident des Vereins, die Hauptversammlung, die alle zwei Jahre stattfindet. Wie für Bischof Markus war auch für ihn die Reise mit 35 Vereinsmitgliedern nach Steyl der Höhepunkt im vergangenen Vereinsjahr. Ein wichtiges Thema 2014 war der Verkauf der ordenseigenen Alp Surnegn in Tinizong. Der Vorstand prüfte, ob die Alp im Miteigentum übernommen und weiter betrieben werden könnte. „Trotz emotionalem Ja entschieden wir uns schliesslich gegen dieses Vorhaben.“ Laut Bischofberger hätte der Aufwand die Kapazitäten des Vereins überstiegen. Inzwischen konnte eine gute Lösung gefunden werden. Ein ehemaliger Schüler der Marienburg vermittelte einen Käufer, der die Alp heute als Ferienort für behinderte Menschen nutzt.

Felix Bischofberger betonte in seinem Bericht: “Der Verein will nicht nur Geld bereitstellen für die Steyler Missionare, sondern auch bewusst an ihrer Arbeit, ihren Sorgen, den Veränderungsprozessen teilhaben.“ Diese enge Zusammenarbeit mit Laien sei von den Steyler Missionaren auch erwünscht.

Kantonsrat Felix Bischofberger (links) leitete die Hauptversammlung 
Kantonsrat Felix Bischofberger (links) leitete die Hauptversammlung

„Klosterbier“ angedacht

Im laufenden Vereinsjahr will der Vorstand mit Pater Hans Weibel, Kuba, sowie Bruder Thomas Hasler, Paraguay, Projekte anschauen, die der Verein künftig mitfinanzieren könnte. Geplant sind ferner ein Flyer mit den Vereinseckdaten, die Aufschaltung der in Arbeit stehenden Website sowie die Lancierung eines „Steyler Klosterbieres“. Felix Bischofberger: „Es ist wichtig, dass wir unsere Marketingmassnahmen ausbauen.“ Ziel sei, den Mitgliederstamm zu vergrössern und breiter abzustützen.

1295 Mitglieder 

Der Verein hat 1295 Mitglieder und ein Vereinsvermögen von 25 161 Franken. 13 Vereinsmitglieder sind 2015 verstorben. Die Versammlung gedachte ihrer mit einer Schweigeminute. Unter den Verstorbenen waren mit Pater Walter Künzle und Pater Pius Bucher auch zwei Schweizer Steyler Missionare, die dem Missionshaus Maria Hilf in Steinhausen angehörten.

Vorstand  (noch einmal) mit Schwester Edelburge Butz, die nach Laupheim zieht (von links): Beda Hässig, Philipp Hautle, Pater Stephan Dähler, Susi Hässig, Schwester Edelburge, Felix Bischofberger, Andreas Mattle und Markus Schmid 
Vorstand (noch einmal) mit Schwester Edelburge Butz, die nach Laupheim zieht (von links): Beda Hässig, Philipp Hautle, Pater Stephan Dähler, Susi Hässig, Schwester Edelburge, Felix Bischofberger, Andreas Mattle und Markus Schmid

Fusion mit Österreich 

Pater Stephan Dähler, Provinzial der Steyler Missionare in der Schweiz, gab die Fusion der beiden Ordensprovinzen Schweiz und Österreich bekannt, die sich auf den 1. Mai 2016 zur mitteleuropäischen Provinz zusammenschliessen. Zur neuen Provinz gehören 122 Steyler Missionare, die in Frankreich, Kroatien, Österreich und der Schweiz arbeiten. Die vorhandenen Strukturen werden in den einzelnen Ländern - abgesehen von der gemeinsamen Leitung - vorerst weitgehend gleich bleiben. 

Schwester Nicola Kaiser, Leiterin der Steyler Missionarinnen in der Schweiz, orientierte über den Wegzug der sechs Schwestern aus dem Haus „Maria Helena“, das auf dem Areal der Marienburg steht, auf den 1. September 2016. Sie ziehen zu ihren Mitschwestern im Dreifaltigkeitskloster in Laupheim in der Nähe von Ulm. Dies geschieht vorab aus Altergründen. Die älteste Schwester ist 93 Jahre alt, die jüngste 71.

Gemütliches Beisammensein 
Gemütliches Beisammensein

Noch kein Verkauf 

Unverändert ist die Situation in der Marienburg, wo zurzeit 120 Asylsuchende untergebracht sind. Ein Verkauf ist noch nicht in Sicht. Pater Stephan: „In den letzten Monaten wurden Expertisen zu Schutzwürdigkeit von Gebäulichkeiten und Landschaft sowie raumplanerische Eckdaten der Liegenschaft erstellt. Ein Architektenteam wird nun drei Gestaltungsvarianten ausarbeiten, die in einem Workshop-Verfahren mit allen Beteiligten diskutiert werden. Bis Sommer 2016 sollte klar sein, was auf dem Areal „Marienburg“ umgesetzt werden kann.“ Die Gemeinschaft in der Marienburg konnte 2015 einen neuen Mitbruder begrüssen. Pater Peter Quan Nguyen kommt aus Vietnam und lernt zurzeit Deutsch in St. Gallen. 


30 Franken Mitgliederbeitrag 

Mit einem herzlichen „Dankeschön“ und einem kleinen Präsent verabschiedete Felix Bischofberger Schwester Edelburge Butz, die die Schwestern im Verein vertrat. Sie zieht bereits im Januar nach Laupheim um. Die restlichen Vorstandsmitglieder stellten sich der Wiederwahl. Sie wurden einstimmig gewählt. Der Vorstand setzt sich wie folgt zusammen: Felix Bischofberger (Präsident), Altenrhein; Philipp Hautle (Vizepräsident), Sennwald; Beda Hässig (Aktuar), Rheineck; Pater Stephan Dähler (Kassierer), Marienburg; Susi Hässig, Rheineck; Markus Schmid, Goldach, und Andreas Mattle, Altstätten. 

Neu wurde ein Mitgliederbeitrag festgesetzt. Er beträgt 30 Franken. Bischof Markus Büchel, der selber Schüler in der Marienburg war, dankte abschliessend den Steyler Missionaren für ihre Arbeit im Bistum. „Wir sind auf euch angewiesen“, meinte er. Nur dank der verschiedenen Orden sei die priesterliche Stabilität im Bistum noch gewährleistet.

Bischof Markus Büchel beim Essen „fassen“… 
Bischof Markus Büchel beim Essen „fassen“…

Text und Bilder Xaver Schorno