Wechsel in der Missionsprokur Schweiz

31.07.2020

Am 1. August 2020 übernimmt P. Matthias Helms die Leitung der Steyler Missionsprokur in der Schweiz von P. Albin Strassmann. Dieser war in zwei Perioden seit 1995 insgesamt 19 Jahre Missionssekretär und bleibt auch in Zukunft im Team der Missionsprokur.

«Ich freue mich, die Verantwortung aus Alters- und gesundheitlichen Gründen an Matthias abzugeben», sagt P. Albin und ergänzt: «Gleichzeitig bin ich gerne bereit, meine Erfahrungen weiterhin einzubringen und in der Missionsprokur nach meinen Kräften mitzuarbeiten.» 1995 wurde Albin Strassmann, damals in Bolivien selbst als Missionar tätig, in die Schweiz geholt, wo er das Amt des Missionssekretärs übernahm. Hier baute er eine Spendendatenbank auf, führte eine externe Rechnungsrevision ein, erstellte den Internet-Auftritt der Steyler Missionare Schweiz (inkl. Missionsprokur) und arbeitete auch mit an den Richtlinien für die Missionssekretäre (1998/99). Ebenfalls in dieser Zeit absolvierte der spätberufene Priester, der zunächst Hochbauzeichner gelernt und dann Architektur studiert hatte, das Nachdiplom Entwicklungszusammenarbeit (NADEL) an der ETH Zürich. Es folgten sechs Jahre Pfarreiarbeit in Steinhausen ZG und Littau LU, bevor er die Missionsprokur ab 2007 wieder übernahm.

«Am Puls bleiben»

Auch in dieser zweiten Periode entwickelte P. Albin die Missionsprokur weiter, die nun die Zusammenarbeit mit den Prokuren in Deutschland und Österreich vertiefte. Inzwischen gibt es neben regelmässigen Treffen gemeinsame Projektkriterien und auch eine gemeinsame, länderübergreifende Spendendatenbank. An ihrer Entwicklung war Albin Strassmann massgebend beteiligt, ebenso an der Erarbeitung und Umsetzung eines Kommunikations- und Fundraisingkonzepts für den Verlag, die Missionsprokur, die Provinz und die Häuser. Besonders in Erinnerung bleiben die Sammelaktionen und die Nothilfe beim Taifun Hayan und bei Covid-19.

Neben all der Arbeit für die Missionsprokur mit vielfältigen Kontakten zu den Steyler Missionaren auf der ganzen Welt und zu den Spenderinnen und Spendern in der Schweiz koordinierte der heute 67-jährige Strassmann den Auftritt der Steyler Missionare im Internet. Und auch für ein kleineres Pensum in einer Pfarrei blieb Zeit, und zwar ganz bewusst, wie P. Albin festhält: «So blieb ich am Puls der Zeit und der Menschen hier in der Schweiz und kannte nicht nur die Probleme und Sorgen unserer Missionare.» Er betont, dass «ohne die Mitarbeitenden in der Missionsprokur, aber auch ohne den Vorstand und alle im Missionshaus Maria Hilf wäre dies alles nicht möglich gewesen» wäre, und dankt daher allen für die gute Zusammenarbeit.

«Rückhalt und Zuversicht»

Sein Nachfolger in der Leitung der Missionsprokur wird P. Matthias Helms, Jahrgang 1964, der als erfahrener Missionar weiss, wie wichtig die Arbeit der Missionsprokur ist: «In den vergangenen sieben Jahren habe ich die Vielfältigkeit der Aufgaben der Missionsprokur kennengelernt. Besonders interessant finde ich den Kontakt zu Missionaren auf der ganzen Welt, ihre Arbeit kennenzulernen und sie bei der Verwirklichung ihrer Projekte gemeinsam mit unseren Spendern zu unterstützen, ist eine sehr erfüllende Aufgabe.»

P. Matthias stammt aus Wolfsburg und trat nach dem Abitur 1983 bei den Steyler Missionaren ein und absolvierte bereits während seines Philosophisch-Theologischen Studiums ein mehrjähriges Auslandspraktikum in Ghana, wo er später zwanzig Jahre lang als Missionar wirkte. Nach seiner Priesterweihe 1993 arbeitete er bis 2000 in einer Landpfarrei im Gebiet der Krobo, wo er unter anderem für die Herausgabe eines Sonntagslektionars in der Krobo-Sprache verantwortlich zeichnete. Von 2000-2002 absolvierte er ein pastorales Aufbaustudium in Manila, was ihm auch die Gelegenheit gab, die Philippinen und den asiatischen Raum kennenzulernen. Zurück in Ghana war er bis 2008 Direktor des Alfons Merten Centre, eines pastoral-katechetischen Schulungszentrums in Donkorkrom / Afram Plains. Zuletzt wirkte er als Pfarrer in der Pfarrei St. Charles Lwanga in Saboba in der Diözese Yendi.

2012 kehrte Matthias Helms nach Deutschland zurück und arbeitete bis 2016 im Bereich Fundraising und Spenderbetreuung in der Missionsprokur in Sankt Augustin. Während dieser Zeit absolvierte er auch berufsbegleitend den Nachdiplomkurs DAS in Fundraising Management an der ZHAW in Winterthur. Seit 2016 ist er im Team der Missionsprokur Maria Hilf in Steinhausen tätig. 

«Jetzt die Leitung der Missionsprokur zu übernehmen verlangt mir schon einigen Mut ab», sagt Matthias Helms. Er sei froh, «dass wir als Team gut zusammenarbeiten und dass Albin mit all seiner Erfahrung weiterhin mit dabei sein wird.» Das gebe ihm Rückhalt und Zuversicht in die Aufgabe hineinzuwachsen. Und für die Zukunft sind ihm mehrere Dinge wichtig: «Ich möchte die Wirkung unserer Projekte noch besser herausstellen und so auch jüngere und kritischere Spenderinnen und Spender ansprechen können. Grosse Chancen sehe ich auch in der Vertiefung der Zusammenarbeit mit den Steyler Missionsprokuren in Deutschland und Österreich sowie mit der Ordensleitung in Rom.»

P. Albin Strassmann (links) übergibt die Verantwortung für die Steyler Missionsprokur in der Schweiz an P. Matthias Helms, bleibt jedoch weiterhin im Team der Missionsprokur tätig. Das Zepter, das sie übergeben, ist ein Geschenk von P. Albert Fuchs und stammt wohl von den Massai aus Tansania. Es steht symbolisch dafür, dass die Missionsprokur sich  für die Missionare und deren Arbeit und Projekte für Menschen in aller Welt einsetzt.
P. Albin Strassmann (links) übergibt die Verantwortung für die Steyler Missionsprokur in der Schweiz an P. Matthias Helms, bleibt jedoch weiterhin im Team der Missionsprokur tätig. Das Zepter, das sie übergeben, ist ein Geschenk von P. Albert Fuchs und stammt wohl von den Massai aus Tansania. Es steht symbolisch dafür, dass die Missionsprokur sich für die Missionare und deren Arbeit und Projekte für Menschen in aller Welt einsetzt.