Hugo Pöpping SVD (1935 – 2018)

06.06.2018

Am 6. Juni verstarb Pater Hugo Pöpping SVD nach schwerer Krankheit in Sankt Wendel. Das Begräbnis findet am Dienstag, den 12. Juni um 10.30 Uhr, in der Kirche des Missionspriesterseminars St. Augustin statt.

Hugo Pöpping wurde am 7. Dezember 1935 in Westerkappeln geboren, am Ortsrand von Mettingen, 50 km nördlich von Münster. Dort verbrachte er seine Kindheit und Jugend. Die Freunde aus der Pfadfindergruppe blieben einander ihr ganzes Leben lang verbunden. Als Kaplan übte der spätere Bischof von Hildesheim, Josef Homeyer, großen Einfluss auf die Jungend aus und blieb mit ihr in Kontakt.

Nach seinen Gymnasialstudien in Ibbenbüren begann Hugo Altphilologie in Freiburg zu studieren. Bald entschloss er sich, Steyler Missionar zu werden. In einer Gruppe von 52 Novizen wurde er am 1. Mai 1959 in Sankt Augustin eingekleidet und begann das Noviziat unter P. Alfred Much. Nach einem Jahr legte er seine ersten Gelübde ab.

Während der übrige Kurs im Sommer nach St. Gabriel zum Studium der Philosophie übersiedelte, konnte Hugo wegen seiner Freiburger Studienjahre gleich in Sankt Augustin in die Theologie einsteigen. Am 2. Mai 1963 legte er die ewigen Gelübde ab und konnte am 8.12. desselben Jahres die Priesterweihe empfangen.


Kolumbien – Ekuador

1962 hatten die Steyler ihre Missionsarbeit in Kolumbien und Ekuador begonnen. Der jungen Provinz musste schnell und viel Personal zugeführt werden. Vor Weihnachten 1964 meldet sich Hugo aus Guaranda (Ekuador) und berichtet von seinem Einsatz in der Schule.

Ein paar Jahre später beginnt er eine Zusatzausbildung in den USA. Schon 1971 wird er zum Provinzial der jungen Provinz Kolumbien-Ekuador gewählt. Seine Arbeit in Schule und Erziehung geht aber weiter. Als Provinzial muss er viel reisen.


Intermezzo in Wengerohr

Für die Jahre 1980/83 rief ihn seine deutsche Heimatprovinz, um in St. Paul, Wengerohr, drei Jahre das deutsche Noviziat zu leiten. Die Noviziate, die er leitete, waren sehr geprägt von Hugos lateinamerikanischen Gemeinschafts- und Basiserfahrungen. Er hatte sich ausbedungen, sich an diese heilige Zahl von drei Jahren exakt zu halten.

Wie in „der Mission“, blieb es auch hier nicht bei der einzigen Arbeit des Noviziates. Arbeit in der Pfarrei war ihm auch hier ein Anliegen.


Bolivien

Dann rief ihn Lateinamerika wieder. Dieses Mal ging es nach Bolivien. Das Jahr auf dem weiten, einsamen Lande, unter den Aymara-Bauern am Titikakasee in der herrlichen Landschaft des Hochlandes tat ihm gut.

Dann ging es in die Stadt, in 4.200 m Höhe, wurde er Pfarrer von Santa Maria de los Angeles: 160.000 Einwohner, Nähe Flugplatz: Dicht besiedelt.

Anfangs war er allein: „Wie froh bin ich, dass ich die Armenhilfe den Mutter Teresa Schwestern überlassen kann. Am gemeinsamen Tisch mit den Armen habe ich mein tägliches Mittagessen….“

Im Oktober 1984 wurde er nach Batallas im Altiplano gerufen: „Die Leute sind stolz, dass hier gleich drei Patres wohnen und sogar Aymara sprechen. Wir haben den Sprachkurs nach einem Monat abgebrochen – am Ende musste ich der Lehrerin Grammatik beibringen und sollte dafür auch noch drei Dollar die Stunde zahlen… Das ist viel Geld. Unser Maurermeister arbeitet für einen Dollar pro Tag“.

1986 übersiedelte er nach Cochabamba, im Gebiet der Ketschuas, 300 km von La Paz im angenehmen Klima. Er war Rektor des Erzbischöflichen Kleinen Seminars „San Luís“. In Cochabamba blühte auch der Kokahandel.

Ein Jahr später leitete er das “Propedéutico del Seminario Nacional Boliviano San Cristóbal” in Sucre: „Eure Gaben, Spenden, ‚Adveniats’, die werde ich an Ort und Stelle weiterleiten an ‚meine’ Waisenhäuser, Altenasyle, Strassenjungenheime, Krankenhäuser usw. und an viele Einzelfälle. Eure Weihnachtsgeschenke sind es, nicht meine … und an Euch geht auch ihr Dank!“

Die Arbeit im Seminar machte ihm Freude. Er brachte dafür viel Erfahrung und gute Bedingungen mit:

Bei seinem ersten Besuch verlängerte der neue Generalsuperior Barlage den Vertrag. 1991 wurden in anderen Diözesen eigene „Propedéuticos“ aufgemacht.“

Hugo trug auf zwei Schultern: Erziehung im Seminar und Seelsorge in Pfarreien! Er wusste beides gut zu verbinden.

Der Anfang der neunziger Jahre verlangte von Pater Pöpping wieder „missionarische Verfügbarkeit“. Beweglich war er ja immer und anpassen konnte er sich auch! Sein einfacher, anspruchsloser Lebensstil machte ihn fähig, in allen Situationen zurechtzukommen.

1994 half er im Lateinamerikanischen Studentenheim in München, dann in der Pfarrseelsorge in Wengerohr.

Im Herbst 2000 kam Hugo nach Ecuador. Er stand dort dem älteren Pater Gerhard Heghmans zur Seite.


Gute Jahre in der Eifel

2004 half Pater Pöpping in der Seelsorgeeinheit Wengerohr aus bis Pater Thomas Barton SVD als neuer Pfarrer eingeführt werden konnte. Danach gehörte er zur Gemeinschaft von St. Paul. Die Pastoral in der Pfarreiengemeinschaft Gillenfeld war ihm auf den Leib zugeschnitten.

Seine Jahre in der Seelsorge in der Eifel haben ihm gut getan. Als eifriger Bücherwurm hatte er ungefähr alles über die Eifelkultur und -geschichte gelesen, dessen er habhaft werden konnte. Sein gutes Namensgedächtnis kam ihm in seiner Seelsorge zugute.

Die Schalkenmehrener liebten seine Art. Der Bürgermeister wollte ihm die Ehrenbürgerschaft verleihen. Das hätte ihm eine Begräbnisstätte auf dem Friedhof um die alte Kapelle am Weinfelder Maar gesichert. Hugo liebte diese Kapelle und diesen Ort. Gerne führte er seine Besucher dorthin und zeigte ihnen die Bank, die ein Freund für ihn dort aufgestellt hatte.

Als er nach acht Jahren unermüdlichen Einsatzes in den Ruhestand verabschiedet wurde, erlebte er viel Dank und Anerkennung besonders für seine unzähligen Hausbesuche.

Fünf weitere Jahre versah Pater Pöpping den Dienst des Hausgeistlichen im Regina Protmann Senioren haus der Katharinen-Schwestern in Daun. Seinen Senioren war er ein wohlwollender, freundlicher und verständnisvoller Weggefährte.

Als die Ärzte ihm vor ein paar Wochen seine ernste gesundheitliche Situation erklären wollten, half er ihnen spontan: „Ich habe erfahren und weiß, wie die letzten Wochen verlaufen.“


Die Steyler Missionare sind P. Hugo Pöpping dankbar für sein Lebens- und Glaubenszeugnis in Lateinamerika und Deutschland. Wir behalten seinen Einsatz und seine missionarische Verfügbarkeit in guter Erinnerung! Wir danken auch seinen Angehörigen, Freunden und Wohltätern, die ihn im Gebet begleitet und sein Wirken unterstützt haben. Zusammen waren sie Missionare des Göttlichen Wortes im Wort und in der Tat.

Wir verabschieden uns von Pater Hugo Pöpping mit einer Eucharistiefeier am Dienstag, den 12. Juni um 10.30 Uhr in der Kirche des Missionspriesterseminars. Anschließend findet die Beerdigung auf dem klostereigenen Friedhof von Sankt Augustin statt.


Für die Steyler Missionare
P. Piotr Adamek, SVD
Rektor

 

Missionspriesterseminar St. Augustin
Arnold Janssen Str. 30 * 53757 Sankt Augustin

Tel.: (02241) 237 201 (Zentrale)
E-Mail: rektor.augustin@steyler.eu


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