Neue Erkenntnisse aus alten Manuskripten

18.09.2019

BuchcoverDas Anthropos Institut in Sankt Augustin unterhält nicht nur eine der größten ethnologischen Bibliotheken Deutschlands, sondern bewahrt auch die schriftlichen Nachlässe seiner verstorbenen Institutsmitglieder auf. Die alten Forschungsaufzeichnungen erweisen sich immer wieder als wahre Schätze für die Wissenschaft.

Christa Kilian-Hatz, Professorin für Afrikanistik an der Goethe Universität Frankfurt, wies bereits im April diesen Jahres während ihrer Gastvorlesung an der Philosophisch Theologischen Hochschule SVD in Sankt Augustin auf die besondere Bedeutung der linguistischen Aufzeichnungen Paul Schebestas SVD und Anton Vorbichlers SVD hin.

Die beiden Missionarsethnologen forschten in Zentralafrika in der Mitte des 20. Jahrhunderts und fertigten dort auch Sprachdokumentationen an, wie Wortlisten, Grammatikskizzen und Beispielsätze unterschiedlicher Sprachen. Die Wissenschaftlerin untersuchte diese, im Archiv des Anthropos Institutes aufbewahrten Manuskripte mit Hilfe aktueller linguistischer Methoden und konnte so nicht nur ausgestorbenen Sprachen, sondern darüber hinaus sogar einer erloschenen Sprachfamilie auf die Spur kommen.

Das Anthropos Institut freut sich, in seiner Reihe Studia Instituti Anthropos unter dem Titel The Linguistic Link between (Western) baMbenga and (Eastern) baMbuti Pygmies die Forschungsergebnisse von Frau Professor Christa Kilian-Hatz vorstellen zu dürfen, die von grundlegender Bedeutung für die Erforschung der Sprachgeschichte Zentralafrikas sind und zeigen, dass alte Papiere von Missionaren kein Altpapier sind, sondern wichtige Informationen für heutige Forscherinnen und Forscher enthalten können und sprachliches Erbe bewahren.

Text: Harald Grauer, Bibliotheksleiter des Anthropos Instituts