Josef Praß SVD (1933 – 2019)

29.07.2019

Der Steyler Missionar Bruder Josef Praß starb am 28. Juli 2019 im Diakonie-Klinikum in Neunkirchen. Der Auferstehungsgottesdienst findet am Donnerstag, 1. August 2019 um 14.30 Uhr statt.

Bruder Josef Albert Praß SVD

*08.01.1933 – †… 28.07.2019


Am 28. Juli 2019 morgens starb Bruder Josef Praß SVD nach schwerem Leiden im Diakonie-Klinikum in Neunkirchen/Saar verstorben.

Josef wurde am 08.01.1933 in Rottendorf, einem Ortsteil der Gemeinde Niedermurach in der bayerischen Oberpfalz, geboren. Seine Eltern Johann und Theresia Praß hatten dort eine Landwirtschaft. Josef wuchs mit sieben Geschwistern auf und besuchte von 1939 bis 1947 die Volksschule, anschließend für zwei Jahre die Landwirtschaftliche Berufsschule. Danach arbeitete er auf dem elterlichen Hof bis 1950. Dann endlich konnte er seinen Wunsch, Missionar zu werden, in die Tat umsetzen und trat in das Postulat der Steyler Missionare im Missionshaus St. Peter in Tirschenreuth ein.

1951 begann er sein Noviziat im Missionshaus St. Wendel auf dem Wendelinushof, wo er am 08. September 1953 die Ersten Gelübde ablegte. Als Jungprofesse kam er 1954 nach Tirschenreuth zurück, um in der dortigen Landwirtschaft (Viehzucht) eingesetzt zu werden. Zum Ewigen Noviziat kehrte er 1959 für sechs Monate nach St. Wendel zurück. In dieser Zeit arbeitete er mit Br. Alexius in der Metzgerei. Am 08. September 1959 legte er die Ewigen Gelübde ab und bekam die Missionsbestimmung für Indonesien. Da er jedoch kein Visum für Indonesien bekommen konnte, wurde er für Papua Neuguinea umbestimmt.


Vielfältige Tätigkeiten in Papua Neuguinea

Nach einem Sprachkurs in England reiste er 1960 mit dem Schiff nach Australien. Von Australien ging es dann mit dem Flugzeug nach Papua Neuguinea. Er bekam die Bestimmung für Alexishafen. Dort bestand seine Aufgabe im Bau von Schulen auf den Missionsstationen entlang der Nord-Ost-Küste. 1963 wurde er in das Gebiet der Chimbus in das Bismarckgebirge versetzt. Auf der Missionsfarm in Mingende betreute er die Pack- und Reitpferde sowie eine große Rinderherde. Neben der Schlachtung von Rindern und Schweinen oblag ihm auch der Anbau von Süßkartoffeln und Gemüse für das Missionspersonal und die Internatsschüler. Auch baute er Kaffee im Chimbu-Gebiet an und war für die Instandhaltung des Missionsflugplatzes verantwortlich.

1975 kam er zur High School Kondiu, die von den „de La Salle-Brüdern“ geleitet wurde. Hier war er für die Versorgung von 850 Studenten verantwortlich. Ebenso fuhr er unzählige Male in die 400 km entfernte Küstenstadt Lae, um Baumaterial für den Schulbau zu transportieren. 1984 holte ihn der Bischof von Kundiawa auf die Zentralstation Mingende, wo er praktisch der „Hausvater“ wurde. Wegen der Nähe zur einzigen Hauptstraße von der Küste bis zum südlichen Hochland kehrten bei ihm unzählige Patres, Brüder und Schwestern ein, um bei ihm im Zentralhaus zu übernachten. Jeden Sonntag waren die Mitbrüder und Weltpriester zur Zentralstation eingeladen, um sich hier etwas zu erholen. Das hieß oft: Für 20 bis 30 Personen zusätzlich Essen zubereiten und Übernachtungsmöglichkeiten zu schaffen. 1989 versorgte und pflegte er Pater Johannes Nilles nach seiner Beinverletzung, bis dieser nach Deutschland zurückkehrte. 1990 übernahm er auch die Verwaltung der Station Mingende. Um die mageren Finanzen der Diözese etwas zu verbessern, versuchte er, den „Store“, den Verkaufsladen der Diözese, auf Hochleistung zu bringen, was ihm aber wegen der vielen Einbrüche dort nicht gelang.


Rückkehr nach Deutschland

Gesundheitlich ziemlich angeschlagen, fuhr er 1998 in Heimaturlaub. Der Umstand seiner gesundheitlichen Situation veranlasste ihn schließlich, um seine Versetzung nach Deutschland zu bitten. Im Missionshaus St. Bernhard in Mosbach fand er eine neue Wirkungsstätte. Hier kümmerte er sich um die Instandhaltung von Haus- und Gartenanlagen, übernahm die Aufgaben eines Hausmeisters für das Missionshaus und die angegliederte Hochschule. Er brachte die Mitbrüder in unzähligen Fahrten zu Aushilfen in die unterschiedlichsten Pfarreien in den Bistümern Freiburg und Rottenburg. Er betreute die Sakristei der Kirche und war für die Einkäufe und Versorgung des Hauses und der Mitbrüder zuständig. Am 07. September 2003 konnte er sein Goldenes und 2013 sein Diamantenes Jubiläum im Dienst des Göttlichen Wortes feiern.

Da er in den letzten Jahren an der Parkinson-Krankheit litt und seine Kräfte ihn mehr und mehr verließen, entschloss er sich, Anfang 2017 die Oberen zu bitten, ihn in das Wendelinusheim nach St. Wendel zu versetzen. Den Mitbrüdern von St. Bernhard und besonders Pater Mack fiel es unglaublich schwer, Bruder Josef loszulassen. Pater Mack sagte in einem Gottesdienst: "Jetzt müssen wir es ihm erlauben, dass er gehen darf, um sich wirklich auszuruhen. Wir danken ihm für alles, was er für uns getan hat. Er wird uns fehlen, uns allen, besonders mir. Über 18 Jahre hatten wir dich unter uns, du warst ein Geschenk des Himmels. Dank erfüllt unser Herz und unsere Segenswünsche begleiten dich!"

In St. Wendel lebte sich Bruder Josef schnell ein, da das Haus und viele Mitbrüder im bekannt waren. In den letzten Monaten verschlechterte sich sein Gesundheitszustand rasant. Durch die Parkinsonerkrankung war der Körper total beeinträchtigt: Das Laufen, das Essen, das Sprechen. Schließlich musste er noch in die Klinik eingewiesen werden, da ihm das Schlucken unmöglich wurde. Am Sonntagmorgen starb er friedlich, nachdem ihm am Vorabend sein drei Jahre jüngerer Bruder Johannes in die Ewigkeit vorausgegangen war.

Josef war ein stiller, liebenswerter und aufmerksamer Mitbruder. Keine Arbeit war ihm zu viel, er war wirklich ein Diener des Herrn. Wir danken ihm für all das, was er den Menschen, die ihm anvertraut waren, Gutes getan hat. Der Herr wird es ihm vergelten.

Den Auferstehungsgottesdienst für Bruder Josef feiern wir am Donnerstag, 1. August 2019 um 14.30 Uhr in der Missionshauskirche in St. Wendel. Anschließend findet die Beerdigung auf dem Klosterfriedhof statt.


St. Wendel, 29.07.2019


Stefan Theobald svd
Leiter des Wendelinusheimes



PS: Alle Teilnehmer am Auferstehungsgottesdienst und an der Beerdigung sind anschließend zu einem Imbiss in den Wendelinussaal eingeladen.

Um eine kurze Anmeldung unter Tel.: +49 (0) 68 51 / 805-0 oder E-Mail: rektor.wnd@steyler.eu wird gebeten.


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