„Lasst uns die Steintafeln bergen, die in der Großen Flut verloren gingen!“

24.06.2019

„Lasst uns die Steintafeln bergen, die in der Großen Flut verloren gingen!“

Taiwan ist seit jeher eine „Kontaktzone“ für verschiedene Einflüsse – die des chinesischen Festlands, Japans wie auch der diversen Gruppen der austronesischen Urbevölkerung.

Als kulturelle Akteure wurden die Ureinwohner bis in die jüngere Vergangenheit lediglich im Rahmen von Folkore­darbietungen wahrgenommen. In den vergangenen zwei Jahr­zehnten ist jedoch in Taiwan eine vielfältige chinesisch­sprachige Lyrik und Romanliteratur indigener Autoren entstanden, die ihre spezifische kulturelle Perspektive selbstbewusst der Mehrheitsgesellschaft präsentiert.

Dieser Vortrag stellt am Beispiel von Gedichten und Romanen die kreativen Prozesse kultureller Übersetzung vor, mit denen solche Autoren, wie Syaman Rapongan, Husluman Vava, Neqou Soqluman, Salizan Takisvilainan und Badai, zentrale indigene Mythen einem chinesischsprachigen Publikum vermitteln. Eine wichtige Inspiration künstlerischer Tätigkeit ist dabei z.B. der Mythos der Zeit, der zwei Sonnen oder der Großen Flut. Außerdem geht der Vortrag der folgenden Frage nach: Was geschieht mit einem Mythos, wenn er sowohl von seiner traditionell überlieferten Form in die individuelle Stimme eines Autors als auch von seiner Ursprungssprache in eine fremde Sprache, die chinesische, übersetzt wird? 

Einladung zum Vortrag

Das Institut Monumenta Serica lädt Sie herzlich ein zu dem Vortrag

„Lasst uns die Steintafeln bergen, die in der Großen Flut verloren gingen!“ – Mythen in der chinesischsprachigenLiteratur der Ureinwohner Taiwans

von Dr. Dirk Kuhlmann - Institut Monumenta Serica

am Dienstag, den 2. Juli 2019 um 19.30 Uhrin der Aula des Missionspriesterseminars Sankt Augustin Arnold-Janssen-Str. 30, 53757 Sankt Augustin.