Otto Kutka SVD (1946–2020)

12.05.2020

Der Steyler Missionar Otto Kutka verstarb am 12. Mai 2020 im Wendelinusheim nach schwerer Krankheit. Der Auferstehungsgottesdienst findet am 16. Mai statt.


Pater Otto Kutka SVD

* 21.10.1946 — † 12.05.2020


Am frühen Dienstagmorgen, dem 12. Mai 2020, hat Gott unseren lieben Mitbruder Otto Kutka zu sich heimgerufen. Im Bewusstsein, dass sein Leben nach einem intensiven und kräftezehrenden Kampf dem Ende zugeht, hat er seinem Glauben an die Auferstehung entsprechend am Schluss loslassen können.


Kindheit und Ausbildung

Am 21. Oktober 1946 in Köln-Mülheim als Sohn der Eheleute Gertrud und Otto Johann Kutka geboren, zog die Familie mit seiner Schwester Therese nach Kassel, wo er seine Schulzeit verbrachte und am Friedrichsgymnasium 1966 das Abitur machte. Sein Vater, Diplom-Bergingenieur, war theologisch sehr interessiert und übertrug dies auch auf Otto, worin dieser dann durch die religiöse Erziehung in seiner Familie und als Messdiener in der Pfarrei sein Interesse für den Priester- und Missionarsberuf entdeckte. Hinzu kam der Kontakt mit einem Steyler Missionar und der Steyler Zeitschrift „Stadt Gottes“.

So trat er am 3. Januar 1967 ins Noviziat der Steyler Missionare in St. Augustin ein, legte die ersten Gelübde ab und studierte anschließend an der Philosophisch-Theologischen Hochschule Philosophie und Theologie. Am 3. April 1973 folgten die Ewigen Gelübde; daran anschließend am 1. Mai 1973 die Diakonatsweihe und am 10. März 1974 die Priesterweihe. Als Wunsch für seine Missionsbestimmung hatte er an erster Stelle Lateinamerika angegeben und an zweiter Stelle Papua-Neuguinea (PNG), wo sein Studienfreund P. Jürgen Ommerborn in der Diözese Goroka als Pfarrer wirkte.


Papua-Neuguinea

Sein zweiter Wunsch wurde von der Ordensleitung akzeptiert. So reiste er am 05. 11. 1974 nach Sydney/Australien aus und besuchte dort einen Englisch-Sprachkurs; nebenbei war er auch in der Pastoral einer Pfarrei tätig. Am 28. 05. 1975 kam er in Port Moresbey/Papua-Neuguinea an. Nach dem Tok Pisin Sprachkurs war er bis 1978 in verschiedenen Pfarreien tätig. Bald erfuhr er aber auch etliche Schwierigkeiten aufgrund der vielen unterschiedlichen Sprachen und Stämme mit ihren Unruhen und Kämpfen. Dazu kam die Aufbruchsstimmung durch die erlangte Unabhängigkeit im Jahre 1975. In dieser Zeit wurden die Missionare sehr herausgefordert und stießen mit der Friedensbotschaft des Evangeliums auf große Schwierigkeiten, ja Ablehnung. In dieser Zeit erfuhr er sich – wie er selbst sagte – als „Ersatz-Rad“, das in verschiedenen Pfarreien eingesetzt wurde. Durch diese Verfügbarkeit (Ordensgehorsam) lernte er viel über die unterschiedlichen pastoralen Leitungsstile und Priesterbilder, was ihm sehr für seine weitere Tätigkeit im Bildungsbereich half.

Von Januar 1979 bis Dezember 1980 leitete er das Pastoralinstitut Senta Kefamo; dann nach einem Heimaturlaub war er Lehrer an einer Katechistenschule. Von September 1981 bis März 1982 machte er eine Weiterbildung am East Asia Pastoral Institut in Manila und wirkte anschließend in verschiedenen Pfarreien in der Pastoral. Während seines dritten Heimaturlaubs nahm er am Terziats-Kurs in Nemi teil. Von dort zurückgekehrt, leitete er das Pastoral Institut Mingende und wirkte pastoral in der Kondiu Secondary School.

Ein Unfall im Dezember 1996 mit dem Motorrad und einer schlimmen Verletzung des Sprunggelenks stellte für ihn dann eine dauernde Bewegungseinschränkung dar. Nach weiteren Einsätzen in der Schulpastoral ging er am 27. 08. 2004 in seinen letzten Heimaturlaub und folgte dann dem Ruf des deutschen Provinzials, in Deutschland zu bleiben und ab 1.1.2005 in der Steyler Missionsprokur St. Augustin mitzuarbeiten. Dort blieb er bis Juli 2007.


Pfarrei in Deutschland

Seine große Erfahrung und Begeisterung für die Pastoralarbeit mit den Menschen fand in seiner Bitte, wieder in einer Pfarrei arbeiten zu können, in dem Angebot der Pfarreiengemeinschaft Ottweiler-Fürth seine Erfüllung. Dort wirkte er mit Begeisterung ab dem 5. August 2007 bis heute.

In der Pfarreiengemeinschaft konnte er viel von seinen Erfahrungen in der Missionsarbeit in PNG einbringen. Die konkrete Gestalt und Andersartigkeit einer weltweiten Kirche, die ihre je eigenen Ausdrucksformen hat – und so auch ihr Katholisch-Sein verwirklicht. P. Kutka war im Umgang mit den Menschen direkt und unkompliziert. Er ging auf andere zu und konnte gut zuhören. Die Arbeit in der Ökumene war ihm wichtig als eine Brücke zu Menschen anderer Ausdrucksformen des Glaubens und Überzeugungen, wobei er das Gemeinsame suchte und unterstützte. Sein früheres Wirken in der Ausbildung in Papua-Neuguinea erwies sich dabei im Miteinander des Seelsorgeteams, mit den ehrenamtlich Engagierten, ohne die er sich eine heutige Pastoral nicht vorstellen konnte, als besonders hilfreich.

Sein Talent, den Menschen nahe zu sein, erfuhren viele in den Begegnungen mit ihm, in Eucharistie und den anderen Sakramenten. Seine Predigten waren engagiert, nahe beim Menschen, immer offen und ehrlich.


Wir Steyler Missionare sind dankbar, dass P. Otto Kutka als Missionar so viele Jahre in PNG und dann später hier in Deutschland gewirkt hat und empfehlen ihn der liebenden Barmherzigkeit Gottes, die er nun für immer erfahre.


Auf Grund der Pandemie feiert die Hausgemeinschaft von St. Wendel den Auferstehungsgottesdienst am Samstag, dem 16. Mai 2020, in der Kreuzkapelle des Missionshauses. Anschließend findet die Beisetzung auf unserem Klosterfriedhof statt.

Zu einem späteren Zeitpunkt wird das Sterbeamt und die Auferstehungsmesse für Pater Kutka in der Pfarrei Maria Geburt in Ottweiler gefeiert.



Im dankbaren Gebetsgedenken für den Verstorbenen

Heinz Schneider SVD
Rektor des Missionshauses St. Wendel


Die Vita von Otto Kutka SVD.