Eine neue Zeitrechnung

04.05.2020

Corona-Zeit nach Ostern 2020

Alle Menschen sehnen sich danach, zurück zur Normalität zu kehren. Sie wissen aber auch, dass sie niemals die Zeit so drehen können, dass sie weiter leben, als hätte es keine Zeit der Corona-Pandemie gegeben. Nun gibt es eine Zeit vor Corona und eine Zeit nach Corona. Damit müssen wir alle leben.

In der Geschichte der jungen Kirche war es nicht anders. Nach Ostern ist nichts geblieben, wie es einmal war. Ostern hat alles verändert. Auch wenn die Jüngerinnen und Jünger Jesu nach den Ereignissen in Jerusalem zur Normalität zurückkehren wollten, stellten sie immer wieder fest, dass nichts mehr so sein würde wie vorher. Sie wurden herausgefordert, über ihre Geschichte mit Jesus neu nachzudenken, seine geistige Gegenwart im Alltag neu wahrzunehmen, seine Botschaft neu in die Tat umzusetzen und als Gemeinschaft neu zu wachsen. Dafür haben sie Zeit nötig gehabt und in dieser Zeit hat sie Jesus nicht allein gelassen.

Es ist erstaunlich, mit welchem Engagement und mit welcher Kreativität auch unsere Steyler Mitbrüder die Osterzeit im 21. Jahrhundert nach der Corona-Pandemie gefüllt haben. In zahlreichen Live-Gottesdiensten ließen sie ihre Gemeindemitglieder nicht allein. Über die sozialen Medien standen sie ihnen nahe und beantworteten ihre Glaubensfragen. Über YouTube verkündeten sie den Gläubigen die Botschaft, dass Jesus lebt und das Leben der Menschen heilt. Da sie nicht zum Gottesdienst kommen durften, kam der Gottesdienst in zahlreichen liturgischen Vorlagen zu ihnen nach Hause, um im Kreis der eigenen Familie eine „Zeit des Gebetes daheim“ zu gestalten. Es war also eine Fastenzeit und ein Ostern, wie wir es noch nie erlebt haben.

Text: Pater Václav Mucha SVD

Wie die Mitbrüder in Steyl sonst die Corona-Zeit vertreiben, zeigen uns zwei kleine Beispiele. Pater Bruno transkribiert die Briefe der Grüdergeneration in die heutige Sprache und Bruder Alfons ist in seinem Element, wenn er die Felder bearbeitet.