Karl Neumann SVD (1939 – 2020)

06.07.2020

Pater Karl Neumann verstarb am 5. Juli im Wendelinusheim in St. Wendel. Die Beisetzung auf dem Klosterfriedhof findet am Donnerstag, 9. Juli 2020, um 10.00 Uhr in St. Wendel statt.

Karl Neumann SVD

18.05.1939 – 05.07.2020


Am Sonntag, dem 05. Juli 2020, verstarb im Wendelinusheim nach einer langen und mit großer Geduld ertragenen Krankheit unser lieber Mitbruder Pater Karl Neumann.


Kindheit und Ausbildung

Karl wurde am 18. Mai 1939 als Sohn der Eheleute Peter Neumann und Katharina, geb. Leusch, in Buch im Hunsrück geboren. Er wuchs mit zwei Brüdern in einer gut religiösen Familie auf. Der Vater war Malermeister. Von 1946 bis 1952 besuchte Karl die Volksschule in Buch und bat anschließend um Aufnahme im Gymnasium und Internat der Steyler Missionare in Geilenkirchen bei Aachen. Seine Gymnasialjahre schloss er 1958 mit dem Abitur ab.

Anschließend begann das Noviziat im Missionspriesterseminar in St. Augustin, das er mit der Ablegung der Ersten Profess am 01. Mai 1960 abschloss. Danach wechselte der Kurs für das Philosophiestudium in das Missionspriesterseminar St. Gabriel in Mödling bei Wien. Nach kurzer Zeit kehrten Karl und seine Kommilitonen zur Weiterführung der philosophisch-theologischen Studien wieder nach St. Augustin zurück. Am 01. Mai 1964 legte Karl die Ewige Profess ebendort ab. Im selben Jahr – am 17. Oktober – wurde er durch den Steyler Bischof Theodor van den Tillaart im Missionspriesterseminar St. Augustin zum Priester geweiht. In seiner Heimatgemeinde feierte er am 25. Oktober 1964 in der Pfarrkirche St. Nikolaus seine Primiz. Die Losung für sein priesterliches Wirken lautete: „Unsere Sorge gilt den Menschen“.


Sorge um den Menschen in München und Nagoya

Anschließend absolvierte Karl das obligatorische Pastoraljahr in München. Das Studium der Germanistik und Religionspädagogik an der Universität Köln mit dem Ziel der Erlangung der Lehrbefähigung für das Höhere Lehramt an Gymnasien schloss sich direkt an. Gerade einmal 30 Jahre alt, wurde Karl zwischen 1969 und 1972 zum Novizenmeister in St. Augustin bestimmt. Nach Beendigung seiner Zeit als Noviziatsleiter zog er erneut nach München und promovierte bei dem bekannten Fundamentaltheologen Heinrich Fries über den „Praxisbezug der Theologie bei Karl Rahner“. Nach abgeschlossener Promotion erhielt Pater Neumann 1978 die Missionsbestimmung an die von den Steylern Missionaren geleitete Nanzan-Universität in Nagoya/Japan. Dort war er bis 1991 Professor und Dozent für christliche Weltanschauung. Das Erlernen der japanischen Sprache mit der Bilderschrift von ca. 3000 Schriftzeichen war für einen bereits 40jährigen eine große Leistung. Aber Pater Neumann hatte Japan ins Herz geschlossen. Davon zeugt auch das gute Verhältnis, das er zu den dortigen Studenten, die zu über 90% nicht christlich waren, aufzubauen vermochte. Genauso wie das von ihm geschriebene Buch „In Japan ist alles anders“. Viele Japaner konnte Pater Neumann, der in seinem Umfeld den Unglauben als Massenerscheinung erlebte, in Glaubenskursen zur Taufe führen. Nach diesen Erfahrungen war kaum ein anderer besser zur Mitarbeit bei der Katholischen Glaubensinformation (KGI) vorbereitet, nachdem er 1991 wegen eines Augenleidens nach Deutschland (München) zurückkehren musste. Er startete im Internet einen Online-Glaubenskurs für Neugierige, der viel Zuspruch fand und in Buchform unter dem Titel „Sehnsucht nach mehr“ erschienen ist. Bis 1994 arbeitete Pater Neumann in der Bildungsstätte des Steyler St. Pius-Kollegs in München mit und wechselte anschließend in die Pfarrseelsorge in München, bis er 1997 in das Missionshaus St. Peter in Tirschenreuth versetzt wurde. In St. Peter blieb er bis 1999 und wechselte dann in das Missionshaus St. Paul in Wengerohr. In beiden Niederlassungen arbeitete er in der Seelsorge.


Lange Krankheit

Karl litt an der Krankheit des „Grünen Stares“ und verlor mehr und mehr seine Sehkraft. Daher ließ er sich nach St. Augustin versetzen, denn dort konnte er noch vielen unserer Studenten Hilfe bei der Sprachausbildung leisten und gleichzeitig als spiritueller Begleiter zur Verfügung stehen. Besonders die asiatischen Studenten waren ihm sehr zugetan.

Da sich sein gesundheitlicher Zustand verschlechterte, wechselte Pater Neumann im November 2012 in das Wendelinusheim nach St. Wendel. Anfänglich konnte er noch rege am gemeinschaftlichen Leben der Kommunität teilhaben. Jedoch in den letzten Jahren verschlechterte sich sein Zustand mehr und mehr. Im letzten Jahr war Pater Neumann ganz ans Bett gefesselt und auch die Kommunikation mit ihm war fast unmöglich. Viele Mitbrüder besuchten ihn regelmäßig, um ihm ihre Nähe und Zuneigung zu bezeugen. Liebevoll vom Pflegepersonal gepflegt, konnte er letztendlich am vergangenen Sonntag „heimgehen“.

Wir Steyler Missionare danken Gott dem Herrn für das Leben unseres Mitbruders und hoffen inständig, dass er nun das erleben darf an das er fest glaubte und wovon er in seinem Leben Zeugnis gab.


Wegen der Coronakrise feiert die Kommunität von St. Wendel den Auferstehungsgottesdienst nur im Kreise der Mitbrüder. Zur Beisetzung auf dem Klosterfriedhof, am Donnerstag, 9. Juli 2020 um 10.00 Uhr , sind auch Auswärtige (bei entsprechendem Abstand) zugelassen.


St. Wendel, 07. Juli 2020


Br. Stefan Theobald svd
Leiter des Wendelinusheimes


Zur Vita