Füreinander - Miteinander

16.02.2021

Gute Erinnerungen gemeinsam pflegen und gestalten

Im Wendelinusheim, dem Seniorenheim der Steyler Missionare, leben zurzeit etwa 80 Patres und Brüder. Die Idee, eine Missionsausstellung zu schaffen, entstand in gemütlicher Runde. „Weil man über das Leben des Einzelnen und die in den Missionsländern geleistete Arbeit gar nicht wirklich viel weiß und sich in den aktiven Jahren quasi aus den Augen verloren hat“, so die Überlegung.

Panorama-Bild der gesamten Ausstellung
Panorama-Bild der gesamten Ausstellung

Gesagt getan! Bei den ersten „Missionsnachmittagen“ lebte die Erinnerung durch Erzählungen schnell wieder auf. Es folgten Thementage wie ein China-, ein Kongo- oder ein Ghana-Tag. Viele der Hausbewohner nahmen diese Reise in die Vergangenheit dankend an und so entstand ein wunderschönes und bereicherndes Miteinander. Durch die Corona-Pandemie mussten die sozialen Kontakte eingeschränkt werden. Doch eine kleine Gruppe, bestehend aus Pater Lesch, Pater Weiland, Pater Roth und Sandra Kuhn (Beauftragte der Altenpastoral) nahm sich vor, der Einsamkeit entgegenzusteuern und begann mit der Planung und Organisation der gelungenen Missionsausstellung, die nun im Mediensaal des Hauses zu sehen ist.

Vorbereitungs-Team in Aktion
Vorbereitungs-Team in Aktion
Die ersten Besucher
Die ersten Besucher
 

Ein Ort für Erinnerungen
Obwohl der Komplex des Missionshauses gewiss nicht klein ist, war es nicht ganz leicht, einen Ort für die Ausstellung zu finden. Groß genug für die Einhaltung der A-H-A-Regel und gut erreichbar auch mit Rollator oder Rollstuhl sollte er sein. Der Saal „Cura Vitae“ war gedacht für solche Veranstaltungen, erwies sich aber schon bei den „Afrika-Tagen“ als zu klein. Schließlich fand das Leitungsteam des Missions- und Wendelinushauses die richtige Lösung: Der Medienraum des Arnold-Janssen-Gymnasiums (AJG) liegt im Erdgeschoss des Mittelbaues, in der Verlängerung der früheren Küche, dort wo die Zöglinge vor Jahrzehnten ihren großen Speisesaal hatten, den sie „Waffenschmiede“ nannten. Die prall gefüllten Regale der „Bücher-Börse“ weisen den Weg dorthin. Hier kann auch für künftige Veranstaltungen geplant werden.

Die Hygiene-Station vor der Ausstellung
Die Hygiene-Station vor der Ausstellung
Das Gästebuch lieg aus.
Das Gästebuch lieg aus.
 

Die Ausstellung, ein buntes Mosaik Die Idee des Teams war, einmal konkret darzustellen, wo die im Wendelinusheim lebenden Patres und Brüder ihr Leben verbracht haben. Um das zu veranschaulichen, konnte jeder ein paar Andenken und Erinnerungstücke aus seiner aktiven Zeit mit einer kurzen Erläuterung vorstellen. Als Gliederung ergab sich wie von selber die 4 Zonenstruktur der SVD (AFRAM, ASPAC, EUROPA, PANAM) mit den dazu gehörigen SVD-Missionen. Ein sehr buntes Bild mit wunderschönen Kunstwerken kam zum Vorschein, wie man in der Bildergalerie sehen kann. Es wurde ein „üppiges Mosaik an Lebenserinnerungen“. Gleichzeitig weckt die Ausstellung Erinnerungen an Pater Reinhold Jörger (+2011), den ersten Koordinator der Altenpastoral. Er wurde nie müde, darum zu bitten, „den Reichtum, den die kranken und alten Mitbrüder für uns darstellen“, wahrzunehmen.

Neue Mitbrüder sind herzlich willkommen.
Neue Mitbrüder sind herzlich willkommen.
Manche Mitbrüder lassen sich nichts entgehen.
Manche Mitbrüder lassen sich nichts entgehen.
 

Die Vernissage
Am 14. Dezember 2020 war es soweit, die Ausstellung wurde eröffnet und kann seitdem täglich für zwei Stunden besichtigt werden. Und so haben die Hausbewohner des Wendelinusheimes, die Kommunität und die Angestellten die Möglichkeit, die Kunstwerke, die dort entstanden sind, unter Wahrung der Hygiene-Regeln zu besichtigen und zu bewundern. Das alles entstand miteinander und auch füreinander unter dem Motto „Gute Erinnerungen zusammen pflegen“.

Auf der folgenden Seite wollen die sich im Lebensabend befindenden Patres und Brüder gerne „ihr buntes Mosaik an Lebenserinnerungen“ in der Bildergalerie mit Ihnen teilen.

„Es geht weiter“
Ein Vorschlag für eine weitere Ausstellung ist schon laut geworden. Als Missionare des Göttlichen Wortes könnte man die Bibel und das Bibelapostolat in den Zonen als Thema nehmen. Eine Großausgabe der Bücker-Bibel aus dem Nachlass des Internates wurde schon bereitgestellt.

Text und Fotos: Sandra Kuhn und Planungsteam