„Geteilte Aufgabe, doppelte Freude“

07.07.2021

Gemeinsame Verantwortung im Glauben und Leben

Pater Dan Anzorge arbeitet seit drei Jahren als Seelsorgeleiter im Pfarrverband Altfraunhofen in Niederbayern. Der Pfarrverband besteht aus vier ehemaligen Pfarreien und umfasst eine Gemeinde mit sechs Kirchen und sieben Kapellen. Das klingt nach viel, ist aber mit den pastoralen Räumen Kenias nicht zu vergleichen, wo Pater Dan als Missionar jahrelang gewirkt hat.

„ ... nur ein Eselchen ... „
„ ... nur ein Eselchen ... „
Als Seelsorger in Kenia.
Als Seelsorger in Kenia.
 

Von Anfang an hat er seine Tätigkeit als Seelsorger sehr bewusst angenommen und so verstanden, dass nicht er allein als Priester die Verantwortung trägt, sondern alle beauftragten Mitglieder des Pfarrverbandes. Ein Team ist also zuständig für die gesamte Pastoral unter der Leitung einer vom Bistum beauftragten Pastoralreferentin. „Geteilte Aufgaben, doppelte Freude“, davon sind Pater Dan und sein Team überzeugt. „Ein Team kann gut funktionieren, wenn alle sich miteinander und füreinander einsetzen“, erklärt er mit Freude. „Wichtig sind aber auch klare Linien, um gute Lösungen zu finden“.

Das Kreuzweg-Projekt im Pfarrgarten.
Das Kreuzweg-Projekt im Pfarrgarten.
Das Grab ist leer.
Das Grab ist leer.
 

Pater Dan beschreibt sich selbst und seine Rolle anhand eines symbolischen Bildes: „Ich bin nur ein Eselchen in den Händen Gottes“, lächelt er. „Auf einem Esel kam Jesus zu den Menschen in die Stadt Jerusalem geritten. Darum sitze auch ich nicht auf einem Stuhl im Pfarrbüro, sondern gehe zu den Leuten und spreche mit ihnen zu Hause“. Er ist von einem Christentum überzeugt, das hinausgeht und nicht von einem Christentum, das darauf wartet, dass die Menschen zu ihm kommen. Durch Corona wurde aber dieses Hinausgehen zu den Menschen erschwert. Er selbst ging trotz allem zu ihnen und segnete auf Distanz ihre Häuser – es waren mehr als 300. Die Menschen waren überrascht und sehr dankbar, dass er zu ihnen kam und ihnen den Segen Gottes brachte. Ein anderes Projekt in der Corona Zeit war die Errichtung eines Kreuzweges im Pfarrgarten. „Ich war jeden Tag an der frischen Luft, über den Zaun konnte ich mit vielen Menschen Gespräche führen und ihnen Mut machen, indem ich auf den Kreuzweg hingewiesen habe, nämlich dass am Ende einer schwierigen Zeit die Auferstehung folgt und ein neues Leben kommt“, so versuchte Pater Dan, seine Gemeinde zum Durchhalten zu animieren. Das Kreuz trug nicht nur Jesus, sondern jeder Mensch muss sein Kreuz tragen, Krankheiten und Leid ertragen aber am Ende ist Auferstehung und Hoffnung angesagt.

Festlich geschmückt zur Erstkommunion.
Festlich geschmückt zur Erstkommunion.
Hilfe, die ankommt und Freude schenkt.
Hilfe, die ankommt und Freude schenkt.
 

Seine 10jährige Tätigkeit als Missionar in Kenia ist ihm noch sehr präsent, vor allem im Herzen. Er kennt die dortigen Verhältnisse, die nicht gut sind. Deshalb möchte er etwas tun, obwohl er inzwischen hier in Deutschland lebt. So hat er das Projekt des Baus einer Schule für Taubstumme gestartet. Dazu hat er Kinder und Jugendliche, Ministranten und Sternsinger motiviert, dieses konkrete und spezifische Ziel vor Augen zu haben, wie die Steyler Missionare selbst, die weltweit Hilfsprojekte fördern. Denn Christ-sein heißt auch, bereit zu sein, den bedürftigen Menschen zu helfen und miteinander zu teilen, damit sich ihre Lage verbessert. „Ich bettle nie um Geld, sondern ich erzähle, was ich mache und versuche, die Menschen für die Projekte zu begeistern“, erklärt Pater Dan. Seine Devise lautet: „Geschenkte Freude ist doppelte Freude; geschenkte Hilfe ist doppelte Hilfe.“ Was wir als Kirche von den Menschen in Kenia lernen können, beschreibt er so: „Die Menschen in Kenia strahlen eine authentische Freude des Glaubens aus. Davon berichten auch Mitbrüder aus anderen Ländern Afrikas. Dass dieser Funke auf uns überspringen möge ..." das wäre ein großer Wunsch von Pater Dan.

Text: Pater Václav Mucha SVD
Fotos: Pater Dan Anzorge SVD