Mit einem JA zur Gemeindearbeit

17.03.2021

Aus dem Steyler Distrikt in München

Pater Joe und ich senden Euch sonnige Grüße aus München. Wir beide wirken im Pfarrverband Obersendling-Waldfriedhof, der die Pfarreien Sankt Joachim und Sankt Hedwig umfasst. Zusammen mit der Gemeindereferentin, Frau Steineke, bilden wir ein Pastoralteam, das etwa 8300 Katholiken betreut.

Schon seit ihrer Gründung im Jahr 1961 liegt die Pfarrei Sankt Hedwig in der Verantwortung unserer Ordensgemeinschaft. 2012 kam die Pfarrei Sankt Joachim hinzu. Nach dem Tod unseres Mitbruders, Bernhard Guhs, wurde ich gebeten, die Pfarrstelle zu übernehmen. Pfarrer in einer deutschen Pfarrei zu sein, war nie mein Traum. Ich hatte viele Fragen, ob ich dieser neuen Herausforderung gewachsen sei, ob ich mich durch die Verwaltungsaufgaben meiner eigentlichen Berufung entfremde, nämlich unter Menschen zu sein. Aber nach einer kurzen Bedenkzeit habe ich mein Ja zu diesem Dienst gegeben. Wenn ich die letzten drei Jahre Revue passieren lasse, muss ich sagen: Ich bin dankbar, dass die Provinzleitung mir diese Aufgabe anvertraut hat.

Ich habe das Gefühl, dass wir als Gemeinde auf einem guten Weg sind, dass wir an einem Strang ziehen. Wir profitieren vor allem von den Gemeindemitgliedern, die sich in unserem Pfarrverband beheimatet fühlen, sich mit dem Glauben identifizieren und sich in verschiedenen Gruppierungen und Gremien engagieren.

Joe
Devis
 

Als Steyler versuchen wir unsere kleine Gemeinschaft im Pfarrhaus zu leben und zu gestalten. Pater Joe wird sicherlich auch zustimmen, wenn ich sage, dass wir uns trotz kultureller Unterschiede verstehen und zusammenarbeiten können. Zusammen kochen, zusammen essen, zusammen arbeiten (auch Gartenarbeit) und zusammen beten prägen unser Gemeinschaftsleben. Es ist uns auch bewusst, dass wir nicht die Herren, sondern die Diener der Menschen sind. Deshalb wollen wir ihnen nahe sein und ihnen unseren Glauben vorleben. Gerade in der Pandemiezeit vergrößert sich der Wunsch der Menschen nach Seelsorgern, die sich ihnen zuwenden. Deshalb suchen und gehen wir neue Wege, um trotz Corona bei den Menschen zu bleiben. Ohne die

Einschränkungsregelungen auf die leichte Schulter zu nehmen, besuchen wir Menschen zu Hause und in den Heimen. Sie brauchen Seelsorger, die ihnen zuhören und sie in dieser schweren Zeit nicht allein lassen. Die Einsamkeit nimmt zu und damit die Hoffnungslosigkeit und die Ratlosigkeit. Wir sprechen tröstende Worte, spenden Krankensalbung und bringen die hl. Kommunion. Außerdem versenden wir seit Ende März 2020 jede Woche eine Videobotschaft, um Menschen zu erreichen, die mit der Kirche wenig zu tun haben oder nicht mehr in die Kirche kommen können oder wollen. Dafür sind die Menschen sehr dankbar. Wir lernen, der Pandemie die Stirn zu bieten und im Evangelium Antwort auf die Probleme der Menschen von heute zu finden.

Was wir auch als Steyler im Distrikt München während der Pandemiezeit und während der Abwesenheit unserer Köchin gelernt haben, ist, mehr Zeit miteinander zu verbringen, indem wir uns gegenseitig zum Essen einladen, Karten spielen und Sport treiben. Dadurch wächst das Zusammengehörigkeitsgefühl.

Unser Pastoralteam heißt alle jungen Mitbrüder, die während ihrer Ausbildung nach einem Praktikumsort suchen, willkommen. Wir sind bereit, sie zu begleiten und hoffen, sie bejahend auf ihren künftigen pastoralen Einsatz vorzubereiten.

Text und Foto: Pater Devis Don Wadin SVD