„Einer lebt vom anderen“

14.04.2021

Seelsorglicher Einsatz bei Alten und Kranken in Berlin

Nach dem Zweiten Weltkrieg bestand im zerstörten Berlin ein erheblicher Mangel an vielem… auch an Behandlungsmöglichkeiten für sogenannte Alterskranke und chronisch Kranke. Um diesem Mangel abzuhelfen, wurde zu Beginn der 60er Jahre die Errichtung einer Klinik für chronisch und langfristig Erkrankte in katholischer Trägerschaft geplant. Es entstand das in unserem Pfarrgebiet liegende Maltester-Krankenhaus mit zurzeit 187 Betten. Die Geriatrie des Malteser-Krankenhauses ist die vermutlich älteste in Deutschland. Sie nahm ihren Betrieb im Jahr 1967 auf und feiert bald ihr 55jähriges Bestehen.

Haus Malta
Alten-Seelsorge
 

Seit November 2000 haben die Steyler Missionare, zunächst gemeinsam mit den Salvatorianerinnen und ab Mai 2005 alleine, die Krankenhaus- und Altenheimseelsorge übernommen. Seit 2006 ist dem Krankenhaus zusätzlich ein Seniorenheim mit 82 Plätzen, das Haus Malta, angegliedert. Die damals zwischen den Steylern und der Krankenhausleitung formulierten Ziele und Grundsätze gelten noch heute. Demnach sollen Krankenhaus und Seniorenheim an die Kirchengemeinde Heilig Geist in der Bayernallee angebunden sein. Die Steyler Missionare sind Seelsorger für Kranke und Senioren und begleiten die Sterbenden und deren Angehörige. Sie stehen auch dem Krankenhauspersonal und den Ehrenamtlichen zur Verfügung und bieten in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Seelsorge des Erzbistums Berlin Gottesdienste an.

Wandern
Sonnenuntergang
 

Bruder Theo Becker ist als Krankenhausseelsorger tätig, eine herausfordernde Aufgabe. Man schaut nicht auf die Uhr, wenn Patienten oder Angehörige Unterstützung brauchen. Trotz vieler Sorgen und Nöte, zurzeit vor allem wegen der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie, erinnert er sich an viele schöne Erlebnisse. Wenn Angehörigen zum Beispiel beim Trauergottesdienst wieder in Kontakt mit ihren spirituellen Wurzeln kommen und spüren, „einer lebt vom anderen“. Auch die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Team der Palliativstation macht Freude. Gemeinsam mit Angehörigen, Pflegern und Ärzten Gutes zu bewirken, ist für Bruder Theo alle Mühe wert.

Text und Fotos: Bruder Bruno Rehm SVD