Romaria - Wallfahrt in Solidarität mit Flüchtlingen

19.06.2010

Auf 22 Kilometer Fußmarsch von Schwechat über Wien-Inzersdorf zum Missionshaus St. Gabriel in Mödling drückten am Samstag, den 19.6.2010, ca. 130 Personen ihre Solidarität mit Flüchtlingen aus.

Die Grundidee zu dieser Art von Wallfahrt kam von Brasilien. „Romaria da Terra“ nennt man dort Wallfahrten, bei denen Landbesetzungen zu Gnadenorten werden. ChristInnen in Brasilien sind überzeugt, dass Gott dort gegenwärtig ist, wo Menschen nach Leben und Zukunft suchen.

Er ist bei Landbesetzern in Brasilien, die für sich und ihre Familien das Überleben sichern wollen, genauso wie bei Menschen in Flüchtlingsheimen, die auf der Suche nach dem Überleben nach Österreich gekommen sind.

 

130 TeilnehmerInnen kamen zur „Romaria-Wallfahrt“, um in der Begegnung mit Flüchtlingen die Gegenwart Gottes zu erspüren und um ihre Solidarität mit ihnen auszudrücken.

Unterwegs wurde bei verschiedenen Stationen in Kirchen, in Flüchtlingsheimen und bei Shopping-Malls der harten und oft schockierenden Lebenswirklichkeit von Flüchtlingen gedacht. Schubhaft und Abschiebung, das lange Warten auf den Asylbescheid und die Illegalität waren genauso Thema wie gesetzliche Verschlechterungen, die Hetze gegen Ausländer und der Tod an der EU-Außengrenze. Der fast 15.000 Toten, die seit 1988 dokumentiert sind, gedachten die Wallfahrer auf den letzten Kilometern vor St. Gabriel im Schweigen. Auf dem ganzen Weg wurde für eine Petition der „Lichterkette“ geworben. Ein Transparent mit den Unterschriften für eine menschenrechtskonforme Asylpolitik in Österreich wird vom 20.-21.6. auf der Minoritenkirche, direkt gegenüber dem Innenministerium, angebracht. Vor dem Islamischen Friedhof in Wien wurde eine Solidaritätserklärung der Steyler Missionare mit muslimischen Zuwanderern und Migranten aus anderen Kulturkreisen verlesen. Dabei wurde betont, dass die christliche Identität sich vor allem über die Solidarität mit Menschen in Not bestimmt und nicht über gewisse kulturelle Symbole und Bräuche.

In St. Gabriel kredenzte das Flüchtlingsheim der Caritas zum Abendessen eine Erdäpfelsuppe und das Missionshaus steuerte Brot und Getränke bei. Es gab Gelegenheit zur Besichtigung der Ausstellung „Flucht aus Afrika – Dokumentation einer humanitären Katastrophe“, zur Begegnung und Erholung im Park und zum Besuch im Flüchtlingsheim.

Den gemeinsamen Tag der Solidarität beschloss ein „Politisches Nachtgebet“ in der Hl.-Geist-Kirche von St. Gabriel, bei dem auch Weihbischof Franz Scharl teilnahm.

 
 
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