Bestärkt in der Sendung

29.05.2012

St. Gabriel / Maria Enzersdorf / Österreich - 120 Jugendliche nahmen am Pfingstfest im Missionshaus St. Gabriel teil. Kritische Analyse und begeisterte Aussichten standen im Mittelpunkt.

Seriöse Arbeit, tiefgehende Besinnungen und Diskussionen zeichneten die verschiedenen Workshops aus, in denen die etwa 120 Teilnehmerinnen des Pfingstfestes im Missionshaus St. Gabriel der Frage nachgingen, wo in ihrem Leben Windstille und Flaute herrscht oder wo sie sich vom Geist Gottes zu ihrem Leben im Glauben inspiriert sehen. Ergänzt wurde die erfolgreiche Feier des Pfingstfestes durch lange, ruhige und gut vorbereitete Gebetszeiten und liturgische Feiern.

Die Jugendlichen waren aus der näheren und weiteren Umgebung St. Gabriels gekommen, aber auch aus anderen Bundesländern und darüber hinaus (Kärnten, München, Brixen).


Thematische Schwerpunkte
Im Workshop „Aufbrausen in und um die Kirche“ wurden verschiedene aktuelle Konflikte der Kirche in Österreich und weltweit angesprochen. Wichtige Beiträge kamen aus Gesprächen mit Pater Franz Gassner SVD, der von der kirchlichen Situation Chinas erzählte, die er in den letzten Monaten kennen lernte. An diesem Workshop nahm auch der Erzbischof von Mount Hagen in Papua Neuguinea, Douglas Young SVD, teil. Er hat sich auf das Konfliktmanagement zwischen den Stämmen im Hochland Neuguineas spezialisiert und erzählte im Arbeitskreis von seiner Arbeit.

Ehemalige Teilnehmerinnen und Teilnehmer am Programm „MissionarIn auf Zeit“ (MaZ) gestalteten einen Workshop zum Umgang mit anderen Kulturen. Hier wurden die TeilnehmerInnen eingeladen, über die Möglichkeiten und Grenzen der eigenen Kultur zu reflektieren und sich des eigenen Verhaltens bewusst zu werden.

Um Fragen der internationalen Entwicklungszusammenarbeit ging es im Workshop „Das geht mich (nichts) an“. In Spielen und Diskussionen wurden internationale Zusammenhänge und die Bedeutung des eigenen Handelns besprochen.

Weitere Workshops beschäftigten sich mit Spiritualität und Selbstfindung, mit der Vorbereitung der Liturgien und mit Musik und Kreativität.


Vertiefung im Gebet
Die Gottesdienste wurden mit viel Gestaltungsfreiheit und Kreativität organisiert. Beim Einzug zum Sonntagsgottesdienst musste etwa der Hauptzelebrant Pater Stephan Dähler SVD „abgeschleppt“ werden: Er fand sich mit zerschlissenem Segel in einer Flaute im Mittelgang der Kirche vor und kam nicht weiter. Aber das Volk Gottes warf ihm ein „Rettungsseil“ zu und schleppte ihn ab. Der Schlussgottesdienst des Montags fand an verschiedenen Stationen in der Heilig-Geist-Kirche in St. Gabriel statt, angefangen bei einer Herz-Jesu-Statue und dem Eingeständnis von Fehlen und Schuld in der Umsetzung der Mission, über das Evangelium der Aussendung der Jünger beim „Sendungsaltar“ in der Kirche, über das Mahlfeiern in der Eucharistie bis zu einer Sendung an der Pforte des Missionshauses, von der so viele Missionare im Lauf der Zeit ausgezogen sind. Dieser Gottesdienst folgte den Abschnitten des Markusevangeliums (Mk 6), in dem auch solche Stationen der Sendung beschrieben werden.

Viele TeilnehmerInnen bestätigten, dass sie gern zum nächsten Pfingstfest kommen möchten. Sie fanden die Gestaltung der Gottesdienste und Gebetszeiten, die Begegnung mit anderen Jugendlichen und mit Missionaren aus verschiedenen anderen Ländern sowie die Beschäftigung mit den Themen der Workshops sehr anziehend und attraktiv.

Christian Tauchner SVD