Ehrung für P. Clemens Thoma SVD

09.07.2007

Schweiz - Beim Festakt vom 8. Juli 2007 zum Anlass der ersten internationalen Konferenz der Juden und Christen vor 60 Jahren auf dem Seelisberg, Schweiz, wurde P. Prof. Dr. Clemens Thoma SVD für seine Verdienste im Dialog zwischen Juden und Christen geehrt.

Vom 30. Juli bis 5. August 1947, zwei Jahre nach Kriegsende, wurde die erste internationale Konferenz von Juden und Christen verschiedener Kirchen nach der Schoa in Europa abgehalten. Die christlichen Wurzeln des Antijudaismus sollten in den Blick genommen und erste Schritte zur Überwindung gesucht werden. Die dabei verabschiedeten "10 Thesen von Seelisberg" - die Tagung auf dem Seelisberg in der Zentralschweiz wurde von 70 Persönlichkeiten besucht - anerkennen die christliche Verwurzelung im Judentum und legen den Grundstein für den Neuanfang des jüdisch-christlichen Gesprächs nach dem Zweiten Weltkrieg. Der ICCJ (International Council of Christians and Jews) führt sich auf diese Konferenz zurück.  

60 Jahre danach wird ein Blick auf die Geschichte des jüdisch-christlichen Dialogs geworfen und werden Perspektiven für die Zukunft formuliert. Am 8. Juli 2007 fand aus diesem Anlass ein öffentlicher Festakt mit Vorträgen auf dem Seelisberg statt, der nationale Öffentlichkeit erlangt hat. Träger des Festaktes sind der Schweizerische Israelitische Gemeindebund (SIG), der Schweizerische Evangelische Kirchenbund (SEK) und die Schweizer Bischofskonferenz (SBK).   

Im Rahmen des Festaktes wurden zwei Persönlichkeiten geehrt: unser Mitbruder Prof. Dr. P. Clemens Thoma SVD und sein jüdischer Freund Dr. Jean Halpérin. Rudolf Schmid hebt in seinem Dankeswort besonders hervor, dass Clemens Thoma es versteht, nicht nur über die Juden zu reden, sondern mit den Juden. Durch die Begegnung mit vielen jüdischen Persönlichkeiten aus aller Welt bringt Clemens Thoma die beiden Religionen zusammen und leistet damit einen wichtigen Beitrag, die gegenseitige Verständigung und den theologischen Dialog zu suchen und weiterzuführen. Unter vielen anderen Publikationen nennt Rudolf Schmid die "Freiburger Rundbriefe", die Clemens Thoma seit den 70-er Jahren herausgibt.  

Die Mitbrüder der Schweizer Provinz der Steyler Missionare gratulieren Clemens Thoma herzlich für seine Ehrung und wünschen ihm viel Kraft und Gottes Segen für seine weiteren Tätigkeiten in der jüdisch-christlichen Zusammenarbeit.

Hans Weibel