P. Anton Quack SVD starb unerwartet mit 62 Jahren

02.04.2009

Deutschland - Die Arbeit im Anthropos Institut war seine Lebensaufgabe. Er sah in der Grundlagenforschung anderer Kulturen seine missionarische Aufgabe als Dienst an der Glaubensverbreitung.

Schon seit Tagen befürchtet, aber doch plötzlich verstarb im Krankenhaus Troisdorf unser Mitbruder P. Anton Quack. Seit gut 2 Wochen musste er sich stationärer Behandlung unterziehen, da seine inneren Organe nicht mehr recht funktionierten. Dies war umso erstaunlicher, als er sich seit wenigen Wochen von einem Sturz mit Armbrüchen erholte und langsam wieder die Arbeit aufnehmen konnte. Aber in den letzten Tagen zeichnete sich schon ab, dass sein Körper nicht mehr in der Lage war, sich zu stabilisieren. Sein Zustand verschlechterte sich am Vormittag sehr, doch konnte er sich noch mit den Besuchern seiner Familie unterhalten. Gegen Nachmittag versuchte er etwas zu schlafen. Doch er blieb unruhig. Nach einem kurzen Todeskampf verschied er am 2. April 2009 friedlich um 15.05 Uhr.

 

Anton Quack erblickte am 14. April 1946 im saarländischen Erfweiler Ehlingen als siebtes von elf Kindern das Licht der Weit. Seine Eltern betrieben eine Landwirtschaft und hatten daneben noch eine Wirtschaft (Schenke). So gab es bei den Mahlzeiten gelegentlich auch einen Krug Dünnbier, aber dafür mußten alle Kinder kräftig in der Landwirtschaft mithelfen, damit der Betrieb lief. Von 1952 bis 1957 besuchte Anton die Volksschule, wo er schon früh als aufgeweckter und begabter Schüler die Aufmerksamkeit seiner Lehrer auf sich zog. 1957 folgte er seinem Bruder Josef ins Gymnasium nach St. Wendel. Gleichzeitig trat er damit auch in die Fußstapfen seines Onkels, P. Ferdinand Quack SVD, einem großen Steyler Volksmissionar. Eine Tante war Steyler Missionsschwester auf Papua Neuguinea. Kein Wunder also, daß dieser sich den Steylern besonders verbunden fühlte. Nach seinem Abitur 1966 wurde Anton im gleichen Jahr in das Noviziat in St. Augustin aufgenommen und legte am 1. Mai 1968 die ersten Gelübde ab. In den Jahren 1967 bis 1973 absolvierte er die philosophisch theologischen Studien an der Hochschule St. Augustin. Anton war ein ruhiger, gewissenhafter und zielstrebiger Student, obwohl die Zeiten um 1968/69 auch im Missionspriesterseminar etwas turbulent waren.  

Am 15. Oktober 1972 wurde er zum Priester geweiht. Leider war dieses große Ereignis durch den plötzlichen Tod seines Vaters am selben Tag überschattet. Schon 1971 hatte er als Missionsbestimmung die Mitarbeit am Anthropos Institut erhalten. Dafür studierte er 1974/75 - nach einem praktischen Jahr in der Drogenberatung in Düren - Ethnologie an der Universität Münster. In Köln setzte Anton dann sein Studium fort und belegte zusätzlich Afrikanistik. Am 21. Juni 1978 erwarb er den Magister (M.A.) mit den Fächern Ethnologie, Afrikanistik und Neuere Kirchengeschichte. 1978 betrieb er Feldforschungen bei einem Bergstamm in Taiwan. Drei Buchveröffentlichungen über die Puyuma in Katipol sind das Ergebnis seiner Forschungen. 1980 wurde er Mitglied des Anthropos Institutes und blieb es bis zu seinem Lebensende. Er wurde dessen stellvertretender Direktor bis 1982, und dann für ein weiteres Jahr amtierender Direktor. 1983 wurde er an der Universität Köln zum Dr. phil. im Fach Ethnologie promoviert. 1984 - 1993 war er Chefredakteur des ANTHROPOS, ab 1984 auch Lehrbeauftragter im Fach Ethnologie an der Philosophisch Theologischen Hochschule St. Augustin und seit 1989 Professor. 1992 unternahm er eine längere Forschungsreise nach Ostasien, die ihn unter anderem auch in die Philippinen und nach Taiwan führte. Seit 1994 ist er Rezensionsredakteur im Anthropos Institut, zwischenzeitlich von 1998 bia 2001 auch Studiensekretär der Hochschule.  

Anton Quack war ein großer "Bücherwurm". Die Arbeit im Anthropos Institut war seine Lebensaufgabe, die er mit Eifer, großer wissenschaftlicher Leidenschaft und gewissenhafter Sachkompetenz verband. Er sah in der Grundlagenforschung anderer Kulturen seine missionarische Aufgabe als Dienst an der Glaubensverbreitung. Er arbeitete viel nachts und hat sich so einen individuellen Tageslauf angeeignet. Nach außen hin blieb er für manchen wortkarg und in seiner Religiosität zurückhaltend, doch wer ihn näher kannte, schätzte seine humorvolle Geselligkeit. Nun ist er von uns gegangen. Das Anthropos Institut hat einen wichtigen Mitarbeiter und die Kommunität einen stillen, unauffälligen und geschätzten Mitbruder verloren. Möge Gott ihm die Erfüllung seines Lebens schenken.


Das Requiem mit anschließender Beerdigung auf dem Klosterfriedhof feiern wir am Mittwoch, den 8. April um 14.30 Uhr.

P. Martin Neuhauser SVD