Allgemeine Gebetsmeinung Mai 2012

Mai 2012

„Gott, unser Vater, wir bitten Dich für unsere Familien: Stärke alle Initiativen, die sich um die Bedeutung der Familie bemühen, ihre Rolle stärken und schützen.“

P. Karl Jansen SVD

Wenn wir von Familie sprechen, denken wir zunächst an die Klein- oder Kernfamilie, die sich zusammensetzt aus den Eltern (oder Alleinerziehenden) und deren Kindern. Die Familie ist die kleinste Zelle der Gesellschaft und steht nach dem deutschen Grundgesetz unter besonderem staatlichen Schutz.

Zwar hat die Familie nach wie vor eine hohe Wertigkeit und gehört fest in den Lebensplan vieler junger Menschen, doch die heutigen Lebensformen entsprechen immer seltener dem Familienideal der bürgerlichen Familie.

Verantwortlich für diesen Wandel sind zunehmende Chancengleichheit im Bildungswesen und Berufsleben von Mann und Frau. Als Folge stehen oft berufliche Karriere und Familienwunsch in Konkurrenz zueinander. Auffallend viele Männer (mehr als Frauen) entscheiden sich gegen die Gründung einer Familie. Als Gründe gelten häufig Vorrang von privaten Interessen und Freiheiten; allerdings kann die Sorge, als „Alleinernährer der Familie“ zu versagen, mit ein Grund dafür sein.

Der Wandel der Haushalts- und Familienstrukturen zeigt sich unter anderem auch in der Zunahme der Alleinerziehenden und der kinderlosen Ehepaare sowie der nicht-ehelichen Lebensgemeinschaften. Viele politische, religiöse, wirtschaftliche und erzieherische Funktionen der Familie werden deshalb heute auf andere gesellschaftliche Institutionen (z. B. Staaten, politische Gemeinden, Schulwesen, Sport) übertragen.

In diesem kurzen Abriss wird deutlich, wie vieles in Bewegung geraten und dem Wandel unterworfen ist. Vieles entwickelt sich sehr positiv, anderes gleicht einem Rückschritt.

Die Sorge des Papstes verstehe ich so, dass bei all diesen Veränderungen – so gut und wichtig sie sein mögen – der Mensch auf der Strecke bleiben und zum Opfer werden kann.