Missionsgebetsmeinung Mai 2012

Mai 2012

Wir beten vereint mit Maria, der Mutter der Glaubenden: Gott unser Vater, begleite und stärke die Missionare in ihrem Bemühen, Jesus Christus unter allen Völkern bekannt zu machen.

P. Michael Heinz SVD, Bolivien

Bibeltext: Joh 2,1-12 Die Hochzeit zu Kana

 

Es geschah während einer Hochzeit in einem kleinen Dorf im Norden Israels.
Mutter und Sohn waren eingeladen. Ein Fest fürs ganze Dorf, für alle Freunde und Familienangehörigen. Ein Fest, das Tage dauerte.

Es gibt sicherlich nichts Peinlicheres für einen Gastgeber als das, was jenem Hochzeitspaar passierte: der Wein ging zur Neige.

Mitten im Fest und kein Wein...

 

Maria, die Mutter, und Jesus, der Sohn, wussten darum. Als Freunde oder Verwandte fühlten sie sich mitverantwortlich. Was tun?

Die Mutter bat den Sohn: Tu doch was. Handle!

Er schien zu wissen, was er tun sollte, aber „seine Stunde ist noch nicht gekommen“. Es war noch nicht der richtige Augenblick. Jesus schien auf etwas zu warten, um zu handeln. Maria, die Mutter, drängte, denn das Küchenpersonal wusste nicht, was es den Gästen anbieten sollte.
Schließlich handelte Jesus: er verwandelte Wasser in Wein. Nur er, das Küchenpersonal und seine Mutter wussten darum.

 

So erzählt uns das Johannesevangelium das Zeichen Jesu während der Hochzeit von Kana, und der Autor des Evangeliums betont: es war das erste Zeichen Jesu.

Damals wie heute ist es Maria die drängt, animiert, fordert: Handelt!

Die Missionarinnen und Missionare werden von der Mutter Gottes begleitet, den Auftrag Jesu weiter zu geben. Die Sache Jesu geht weiter und sie, die Mutter der Menschheit, begleitet uns auf dem Weg. Ein lateinamerikanisches Marienlied fasst dies in folgendem Liedtext zusammen: „Komm, Maria, geh mit uns und lass uns nicht allein. Während wir unseren Lebensweg gehen, sind wir nie allein, denn Maria ist unsere ständige Begleiterin.“

 

Maria ist außerdem die erste Missionarin, die vom Leben ihres Sohnes berichtet. Zuerst erzählt sie es den Aposteln, die es wiederum an andere weitergeben. Die mündliche Überlieferung der Sache Jesu beginnt bei Jesus selbst, seinen Freunden, seiner Mutter, und wird heute von Missionaren, Katecheten, Müttern und Vätern praktiziert. Die Verkündigung der Frohen Botschaft braucht auch heute Begeisterte, und der Geist Gottes sorgt dafür, dass wir alle mit Maria das verkünden, was wir gesehen, gelebt und gehört haben.

Bitten wir darum in diesem Monat, der Maria geweiht ist, ganz besonders für die Missionarinnen und Missionare. Möge der Schutz und die Fürbitte der Gottesmutter uns immer begleiten.