Gebetsmeinung des Papstes im August

August 2020

Wir beten für alle, die auf den Weltmeeren arbeiten und davon leben; unter anderem für Matrosen, Fischer und für ihre Familien.

Manchmal legt Gott in die Hände von wenigen viel Verantwortung. Und manchmal haben diese wenigen wenig Macht, wenig Geld und wenig Einfluss. Das gilt ohne Zweifel für alle, die in der Fischerei tätig sind. Sie kämpfen um ihre berufliche und finanzielle Existenz, arbeiten hart und müssen im wahrsten Sinne zusehen, wie ihre Existenzgrundlage durch Klimawandel, Überfischung und Umweltverschmutzung zerstört wird. Und sie müssen sich die Anklagen der Leute anhören, denn die Fischer und nicht das Kaufverhalten der Konsumenten werden für die Überfischung verantwortlich gemacht. Die Fischer und nicht die Industrie werden für das Fischsterben durch Abwässer, Chemikalien und Verbauung kritisiert.

Ebenso sind die Kreuzfahrtschiffe auf den Weltmeeren unterwegs. Die Menschen suchen auf diesen Fahrten Entspannung und Urlaub, und andere arbeiten auf diesen Schiffen rund um die Uhr.

Matrosen haben wieder ganz andere Sorgen: Sie sind monatelang von ihrer Familie getrennt, und auf See gibt es so gut wie nie eine Internetverbindung, um mit der Familie Kontakt zu halten. So was wie Wochenende und Feierabend gibt es auf den Schiffen nur sehr selten, Überstunden sind die Regel. An wen sollen sie sich wenden, wenn sie Sorgen haben? Ebenso wie das Personal auf den Kreuzfahrtschiffen und die Arbeiter in der Fischerei ist das Gehalt von Matrosen, sagen wir mal, fragwürdig, und die Arbeitsbedingungen fast schon kriminell.

In diesem Monat beten wir für alle, die auf den Weltmeeren arbeiten, und diese wenigen haben viel Verantwortung und damit meine ich nicht die Mächtigen, die Reichen oder die Politiker.

Simone Nefiodow. Dipl. Theologin