Passt Astrologie zum Glauben?

Ratgeber-Glauben

Zeitungen und Zeitschriften sind voll von Horoskopen, aus denen sich angeblich das Schicksal und die Zukunft eines Menschen ablesen lassen. Aber widerspricht das nicht dem christlichen Glauben, dass Gott den Menschen zu Freiheit berufen hat, in der er sein Leben selbst gestalten kann?

Pater Hans Peters SVD aus: Stadt Gottes Mai 2009

Die Beobachtung der Sterne ist uralt, ebenso der Versuch, aus ihrer jeweiligen Stellung und ihrem Verlauf Schlüsse für das menschliche Leben zu ziehen. Die verschiedenen Kulturen haben die unterschiedlichsten Sys teme entwickelt. Im Mittelalter wollte man über die Astrologie der Tatsache Rechnung tragen, dass der Mensch in Beziehung zum Kosmos steht und somit auch als Höhepunkt und Gipfel der Schöpfung doch eingebettet ist in den größeren Zusammenhang der Gesamtschöpfung, des Kosmos. Ansonsten ist das Christentum der Astrologie gegenüber eher kritisch bis völlig ablehnend gewesen, vor allen Dingen, als sie sich in der Neuzeit ganz von der Astronomie trennte und jegliche Wissenschaftlichkeit verlor. Normalerweise ist heute mit der Astrologie die Vorstellung verbunden, aus der Konstellation der Sterne ein sicheres Urteil über ein künftiges menschliches Geschick ableiten zu können. Eine solche Auffassung führt sehr leicht zu einer fatalistischen, also schicksalsergebenen Einstellung, die die eigene Verantwortung und Gestaltungsmöglichkeit für das Leben nicht mehr ernst nimmt. So kann ein Mensch sich aus der Verantwortung für sein und anderer Leben herausstehlen. In diesen Zusammenhang gehören auch das Stellen und Verlangen von Horoskopen in den unterschiedlichsten Formen, Handlesen und sonstige magische Praktiken. Letztlich ist es auch der Versuch, in das letzte Geheimnis des Lebens und der Welt einzudringen, ein Geheimnis, das nur Gott zugänglich ist. Die Bibel verurteilt alle diesbezüglichen Praktiken und Vorstellungen. Sie sagt, dass der Christ von diesen Mächten frei geworden ist und er nicht so tun darf, als hätten sie immer noch Macht über ihn (u. a. Gal 4,3.10 f.). Wer sich darauf einlässt, versündigt sich gegen den Glauben. Auch wenn man der Meinung sein könnte, dass in diesen nie ausgestorbenen Theorien eine Ahnung davon aufbewahrt zu sein scheint, dass die Wirklichkeit nicht einfach nur bewusst rational strukturiert ist und wir auch von unbewussten Kräften beeinflusst werden, so ist dieses Wissen heute doch eher in der Tiefenpsychologie und der Psychoanalyse aufbewahrt, wo es wissenschaftlicher Überprüfung standhalten muss. So kann man ganz einfach sagen, dass die Astrologie eindeutig nicht mit dem christlichen Glauben vereinbar ist, weil sie dem Menschen seine Freiheit abspricht, das menschliche Sicherheitsbedürfnis in falsche Richtung lenkt und so Aberglauben und Massenverdummung fördert, abgesehen davon, dass sie oftmals mit einem gewinnsüchtigen Ausnützen der Menschen verbunden ist.

In stadtgottes Dezember 2009, Seite