Zu müde fürs Abendgebet

Ratgeber-Glauben

Meine Abendgebete sind, falls sie nicht überhaupt ausfallen, immer nur Lippengebete. Beim Fernsehen bin ich zwar meist noch recht gut dabei. Danach aber überkommt mich sofort eine gähnende Müdigkeit. Was kann man da tun?

01.04.2011 | Pater Eugen Rucker SVD

Ob Fernsehen und Computer eine gute Möglichkeit sind, den Tag ausklingen zu lassen, darf bezweifelt werden. Tatsache ist, dass die elektronischen Medien dazu beitragen können, dass wir uns von uns selbst entfernen. Dabei ist ein täglicher Rückblick, bei dem wir für das danken, was uns an diesem Tag geschenkt worden ist, für unser Glaubensleben wichtig. Hier vier Tipps, wie das Abendgebet wieder seinen Platz bekommt:

  1. Legen Sie den Zeitpunkt fest, an dem Sie mit dem Fernsehkonsum Schluss machen – und halten Sie ihn eisern ein.  Was kann denn wichtiger sein als Gott selbst? 
  2. Lassen Sie zu Beginn der Stille eine gute Minute lang den Lärm und den Rausch des Gesehenen und Gehörten abklingen und versuchen Sie, wieder zu sich selbst zu kommen. Mit der Zeit werden Sie diese Schweigeminute instinktiv um ein Vielfaches ausdehnen, bis Sie wieder ganz in Ihrem Atmen und Ihrem Köpergefühl wurzeln und über dem Vielerlei von vorher stehen. 
  3. Nun kann die eigene Seele wieder in Bewegung kommen; eine stille Rückschau auf den verflossenen Tag gelingt so besser. Das als gelungen oder peinlich Empfundene lässt Gefühle des Dankes und der Reue zu Gott hin aufsteigen. 
  4. Wenige Gebetsworte genügen, um meinen Dank, meine Reue und mein Bitten dem gegenüber auszudrücken, der schon weiss, was ich ihm sage, bevor ich mit dem Beten beginne, aber trotzdem auf einige Worte von mir wartet.

In , Seite 23