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Liebe Freunde,

die Massenproduktion von Obst und Gemüse in Gewächshäusern von Almeria / Andalusien taucht in steter Regelmäßigkeit mit ihren zahlreichen Problemen in den Medien auf. Durch den enormen Wasserverbrauch ist der Grundwasserspiegel in den letzten Jahren stark zurückgegangen. Momentan versucht man durch Tiefbohrungen, den Wassernotstand im perfektionierten Anbau von Gemüse und Obst mit fossilen Wasservorräten auszugleichen. Die einheimische Landbevölkerung, die auf das Waser ihrer Brunnen sowohl für sich selbst als auch für ihre kleinen Tierherden angewiesen ist, muss machtlos zusehen, wie ihre Brunnen versiegen. 

Man weiß, dass Monokulturen (siehe auch Massentierhaltung!) sehr schnell von Schädlingen befallen werden, was den Einsatz von großen Mengen Pestiziden zu rechtfertigen scheint. Diese überschreiten häufig die von der EU erlaubten Höchstmengen und stellen eine gesundheitliche Gefährdung von Arbeitern und Verbrauchern dar.

Ein Heer von afrikanischen (vorwiegend aus Marokko stammenden) Immigranten machte die landwirtschaftliche Entwicklung in Almeria möglich und sie wurden sehr schnell zu Opfern des Systems. Sie leben in katastrophalen Verhältnissen, schlafen letztlich schutzlos in kleinen Schuppen oder einsturzgefährdeten Gebäuden und ihr Tageslohn beträgt – wenn überhaupt – 22€.

Wer aus diesem Sklavensystem ausbrechen will, kann das gerne tun, weil andere schon bereit stehen, ihre Arbeit zu übernehmen (s. dazu auch: „Europas dreckige Ernte“; https://www.youtube.com/watch?v=j7LclQRn3lg).


Wie ist das eigentlich: Brauchen wir Sommergemüse wie Gurken, Paprika, Tomaten, Zucchini, etc. oder Erd- und Heidelbeeren im Winter? Haben einheimische Gemüsesorten (Feldsalat, Sauerkraut, die verschiedenen Kohlsorten, Porree, Wurzelgemüse, etc., TK-Ware) nicht auch die Vitamine im Angebot, die unser Körper braucht?

Man sagt: Geld regiert die Welt. Das wird vor allem an den Tricksereien und der Verlogenheit deutlich, mit der die Lebensmittelindustrie arbeitet. Da geht z.B. eine bekannte Schokoladenfirma hin und bietet im 100g-Format 90g Schokolade an, indem die Abstände der Schokoladenriegel vergrößert werden!

Wir als Christen könnten durch unser Kaufverhalten etwas für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung tun und die Machenschaften der Supermarktketten / der Lebensmittelindustrie und ihr Preisdiktat in Frage stellen. Wäre das nicht eine Idee – besonders im Hinblick auf die Fastenzeit –, bewusster einzukaufen und z.B. auf den Kauf von Sommergemüse zu verzichten?

Mit den besten Wünschen für eine gute und frohe Zeit

Ihr

P. Karl Jansen SVD


 
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