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Liebe Leser und Leserinnen der ANREGUNG

der November stellt uns zwei große Heilige vor Augen, die durch die Begegnung mit Armut eine unerwartete Änderung ihres Lebens vollzogen. 

Da steht zunächst der Hl. Martin von Tours, von dem uns allen die Begegnung mit dem Bettler im Schnee bekannt ist. 

Ihm folgt die Hl. Elisabeth von Thüringen, deren Verzicht auf Privilegien und den Einsatz für die Armen bis heute nachwirken. 

Dazu passt am 33. Sonntag im Jahreskreis zum „Welttag der Armen“ besonders derer zu gedenken, denen sich der Herr in besonderer Weise verbunden fühlte.
In seinem Schreiben zum Welttag der Armen zeigt Papst Franziskus auf, wie wichtig für einen Christen die ehrliche Beschäftigung mit den Fragen zur Armut ist und wie existentiell die Begegnung mit den Armen sein kann. 

„… Jesus, der begonnen hat sein Königreich zu errichten, und der dabei die Armen in den Mittelpunkt gestellt hat, möchte uns genau das sagen: Er hat es begonnen, uns, seinen Jüngern, aber die Aufgabe anvertraut, es weiterzuführen mit der Verantwortung, den Armen Hoffnung zu geben. Es ist notwendig, gerade in einer Zeit wie der unseren, die Hoffnung wiederzubeleben und das Vertrauen wiederherzustellen. Es ist ein Programm, das die christliche Gemeinschaft nicht unterschätzen darf. Die Glaubwürdigkeit unserer Verkündigung und des christlichen Zeugnisses hängt davon ab.“ 

Keiner kann Jesus wirklich nachfolgen, wenn er die Armen nicht im Blick hat. Jesus verpflichtet uns geradezu zu einem Engagement in diese Richtung. 

„Die auch soziale Förderung der Armen ist keine Verpflichtung außerhalb der Verkündigung des Evangeliums; im Gegenteil, sie zeigt den Realismus des christlichen Glaubens und seine historische Gültigkeit. Die Liebe, die den Glauben an Jesus mit Leben erfüllt, verbietet es seinen Jüngern, sich in einen erstickenden Individualismus einzuschließen, der sich einzelnen Bereichen spiritueller Innigkeit versteckt und keinerlei Einfluss auf das Sozialleben hat (vgl. Apostolisches Schreiben Evangelii Gaudium, 183).“ 

Und weiter schreibt Papst Franziskus: „Das Engagement der Christen anlässlich dieses Welttages und vor allem im täglichen Leben besteht nicht nur aus Hilfsaktionen. Auch wenn diese lobenswert und notwendig sind, müssen sie darauf abzielen, in jedem Einzelnen die volle Aufmerksamkeit zu erhöhen, die jedem Menschen gebührt, der sich in Not befindet. … Ein Mentalitätswechsel ist notwendig, um das Wesentliche wieder zu entdecken und der Verkündigung des Reiches Gottes Konkretheit und Wirksamkeit zu verleihen. … 

Liebe Brüder und Schwestern, ich bitte euch dringend, bei jedem armen Menschen, dem ihr begegnet, das zu suchen, was er wirklich braucht; … . Natürlich kommen die Armen auch deshalb zu uns, weil wir Essen an sie verteilen, aber was sie wirklich brauchen, geht über die warme Mahlzeit oder das Sandwich hinaus, … . Die Armen brauchen unsere Hände, damit sie aufgerichtet werden, unsere Herzen, damit sie von neuem die Wärme der Zuneigung spüren, und unsere Gegenwart, um die Einsamkeit zu überwinden. Sie brauchen Liebe, ganz einfach.“ 

Ist das nicht genau das, wovon Martin und Elisabeth sich bewegen ließen? 

Für die Redaktion

Ihr 

Karl Jansen SVD


 
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