Aschermittwoch

Predigtimpuls

Aschermittwoch als Provokation

1. Lesung: Joel 2,12-18
2. Lesung: 2 Kor 5,20-6,2
Evangelium: Mt 6,1-6.16-18

 

Immer wieder stellen Werke moderner Kunst, sei es der Musik, der Literatur, der Malerei, der Skulptur, oder was auch immer, eine Provokation dar. Manches Dargestellte scheint die Hörer, Betrachter, Leser oder Zuschauer zu ärgern. Und viele Künstler benützen ja auch ihre Werke, um ihre Botschaft unserer Zeit zu vermitteln, um auf Missstände hinzuweisen, um Akzente zu setzen, um Eindrücke zu wecken.

 

Manchmal wehren sich die Adressaten. Dann kommt es zu Vandalismus und Zerstörung. In solchen Verhaltensweisen wird die Botschaft der Kunstwerke zerstört, wohl auch deshalb, damit niemand sich länger auseinander setzen muss und konfrontiert wird mit dem, was wir vielleicht als Ecken und Kanten, als Versagen oder Übertreibung in unserer Gegenwart und hinsichtlich unseres Lebensstiles präsentiert bekamen.

 

Für mich hat der Aschermittwoch eine ganz ähnliche Aussage. Denn er rüttelt unser Leben auf, unser Empfinden und Verhalten, unser Lebensgefühl, unseren Eindruck, dass doch eigentlich alles immer so weitergehen sollte wie bisher. In unserer Gesellschaft, die den Tod immer mehr verdrängt, erinnert die Liturgie dieses Tages, anhand dieses Zeichens der Asche, an die Vergänglichkeit von uns Menschen.

 

Pfr. Albert L. Miorin