11. Sonntag im Jahreskreis (B)

Liturgische Bausteine

Es ist Gott, der Leben und Wachstum schenkt

1. Lesung: Ez 17,22-24
Zwischengesang: www.antwortpsalm.de
2. Lesung: 2Kor 5,6-10
Evangelium: Mk 4,26-34


Einleitung

Wir leben in einer Gesellschaft, wo sich die Menschen physisch immer näher rücken. Die Bewegungsräume werden kleiner, die Kontakte intensiver. Aber wie weit bringt die physische Nähe auch eine geistig kommunikative Nähe, eine Nähe der Herzen? Was verbindet uns mit den Mitmenschen, was trennt uns von ihnen? Bringt der verstärkte Kontakt Bedrohung oder Freundschaft? Führt er zu Annahme oder Ausgrenzung? Nichts ist aktueller angesichts der Massenimmigration, mit der wir uns in unserem Land konfrontiert sehen, als gerade diese Frage.

Im Tagesgebet spricht die Kirche von der Hoffnung und der Kraft Gottes, um die wir beten sollen, da wir ohne sie nichts vermögen. Wie leicht sind wir in unserer inzwischen so säkularisierten Welt versucht, die Probleme ohne Gott und seine Kraft und Gnade zu lösen. Vergessen wir nicht, dass alles, was Gott plant und tut, immer auf Befreiung und Frieden angelegt ist und den Aufbau einer harmonischen menschlichen Gemeinschaft zum Ziel hat und dass dort, wo seinem Wirken Raum gegeben wird, Großes geschehen kann.

Bitten wir den Herrn um Einsicht in Recht und Unrecht und um die Gnade der Versöhnung:

Kyrie

Herr Jesus Christus:
- Du bist Mensch geworden, um uns ganz nahe zu sein. – Herr, erbarme dich.
- Du befreist uns von Schuld und schenkst uns Verzeihung und Frieden. –
Christus, erbarme dich.
- Du hast versprochen, immer bei uns zu sein auf unserem Weg zu Gott. – Herr,
erbarme dich.

 

Fürbitten

Es ist Gott, der Wachstum und Leben schenkt. In Hoffnung und Zuversicht wenden wir uns an ihn mit unseren Bitten.
- Gib, dass alle, die sich Christen nennen, im Bemühen um Fortschritt sich frei
halten von allem, was sich nur auf Macht und Reichtum stützt.
- Mache die kirchlichen Gemeinschaften offen für die Zeichen der Zeit und die
Führung des Heiligen Geistes und nimm von ihnen die Angst vor neuen
Wegen.
- Gib allen, die im Dienste der Neuevangelisierung das Wachstum des Reiches
Gottes fördern, die Überzeugung, dass alles Leben und Wachstum von Gott
kommt.
- Lass alle Menschen, die bei uns vor Krieg, Verfolgung und Diskriminierung
Schutz und Hilfe suchen, Verständnis und Unterstützung finden.
- Stärke und segne die Gläubigen in ihrem Einsatz für die Bewahrung der
Schöpfung und für den Schutz des Lebens von seinem Anfang bis zu seinem
Ende.
- Begleite die Verantwortungsträger in Kirche und Staat mit deinem Geist, dass
sie den Mut haben, ihre Entscheidungen nicht aus politischem Kalkül, sondern
in Übereinstimmung mit deinem Gebot und dem Wohl der Gemeinschaft zu
treffen.
Herr, unser Gott, Du bist immer bei uns mit deiner Hilfe und deinem Schutz. Dir sei Ehre, Lob und Dank – heute und alle Tage unseres Lebens.

 

P. Anton Weber SVD


Alternative Texte

Gabengebet

Allmächtiger Gott, um unsere Beziehung zu dir zu erneuern, haben wir Brot und Wein bereitet. Wir bitten dich: Nimm unsere Gaben an und lass sie uns zur Hilfe werden, im Alltag unser Leben in der Nachfolge Jesu zu leben. Darum bitten wir durch ihn, Christus, unseren Herrn.

 

Hochgebet „Gott der Beziehung“

Präfation
Gott, drei-einig in Beziehung und Gespräch,
wir haben dir zu danken:
Aus Verlangen nach Beziehung hast du die Welt erschaffen:
Du willst uns Menschen verbindlich auf dich
und aufeinander bezogen
und siehst uns als dein Abbild,
vor allem dann, wenn wir – als Mann und Frau –
die Herausforderung des Lebens annehmen
und es gemeinsam gestalten.
Dein Verlangen nach Beziehung
ist konkrete Geschichte geworden
in vielen Völkern,
für uns besonders erfahrbar in Israel,
mit dem du aus der Knechtschaft in die Wüste ausgezogen bist
und für die Zukunft einen bleibenden Bund geschlossen hast.
Bei Jesus hat dein Beziehungswille
ein deutliches Menschengesicht gezeigt:
Er versammelte Frauen und Männer um sich
und knüpfte mit ihnen ein großes Beziehungsnetz
aus Gerechtigkeit und Liebe.
Davon zu wissen
und es in dieser Feierstunde zu erfahren
macht uns dankbar
und bringt uns zum Singen:
Sanktus

Gott der Beziehung!
In deinem Namen und Willen sind wir jetzt versammelt,
um Gemeinschaft und Beziehung zu erleben und zu vertiefen.
Jesus, dein Sohn und unser Bruder,
hat uns dazu ein einfaches Zeichen geschenkt:
Brot und Wein sollen wir teilen.

So bitten wir dich um deinen Geist:
Er schaffe † durch dieses Brot und diesen Wein
Beziehung mit dir und unter uns!
Wir erinnern uns an jenen Abend,
da Jesus mit den Seinen die letzte Tischgemeinschaft,
das Mahl der Agape hielt.

Es war ein Abend voller Unsicherheit und Angst:
Der gewaltsame Tod warf seine Schatten voraus,
das Beziehungsnetz drohte zu zerreißen.

Da nahm Jesus Brot in die Hand,
sprach das Segenswort,
brach es und reichte es weiter mit den Worten:

NEHMT UND ESST ALLE DAVON:
DAS IST MEIN LEIB,
DER FÜR EUCH HINGEGEBEN WIRD.

Dann machte er das Zeichen noch deutlicher,
hob einen Kelch mit Wein,
wiederholte das Segenswort,
reichte ihn in die Runde und sprach:

NEHMT UND TRINKT ALLE DARAUS:
DAS IST DER KELCH
DES NEUEN UND IMMERWÄHRENDEN BUNDES,
MEIN BLUT,
DAS FÜR EUCH UND FÜR ALLE VERGOSSEN WIRD
ZUR VERGEBUNG DER SÜNDEN.
TUT DIES ZU MEINEM GEDÄCHTNIS.

Geheimnis des Glaubens!
Akklamation

Gott der Beziehung!
Wenn wir uns jetzt an Jesus erinnern,
kommt uns ein Mensch vor Augen,
der sich ausschließlich für eine heile und frohmachende Beziehung
zu dir und zueinander einsetzte:
Gegen den Willen seiner Jünger
ließ er Kinder zu sich kommen,
liebkoste und segnete sie;
er stellte sich schützend vor die ausgestoßene Frau,
die beim Ehebruch ertappt worden war
und die heuchlerische Männer zu steinigen vorhatten;
er heilte Kranke und Aussätzige
und ermöglichte ihnen so die Rückkehr in Gemeinschaft und Beziehung.

Er hat sich verbindlich
für eine sorgfältige Beziehung
zwischen Mann und Frau eingesetzt:
Die Ehe dürfe durch nichts gefährdet werden,
weder durch Herzenshärte
noch durch oberflächliche Spielerei.

Und ebenso legte er Wert
auf eine stimmige Beziehung in Gemeinschaft:
Im Kreis seiner Jüngerinnen und Jünger
ließ er keine Herren und Knechte gelten,
vielmehr soll, wer an erster Stelle stehen will,
zum Dienst an allen bereit sein.
Wie ernst es Jesus war
in seiner Sorge um gerechte und liebevolle Beziehungen,
wurde vollends deutlich, als er in letzter Konsequenz
die Todesgefahr – das Kreuz – auf sich nahm.

Was von seinen Henkern als Vernichtung geplant war,
wurde zu einem grundlegenden Neuanfang:
Du hast ihn in eine endgültige Lebensbeziehung vorausgeholt:
Der Auferstandene und sein „Leben in Fülle“
verbürge uns Zukunft und Hoffnung.

Gott der Beziehung!
Als deine Kirche, dein Volk unterwegs, bitten wir:
Lass unsere Beziehungen zu dir und zueinander gelingen!
Sie sollen glaubwürdig sein
zwischen den Verantwortlichen und dem Kirchenvolk,
gerecht zwischen Nord und Süd,
zwischen Gesellschaft und Einzelnen,
liebevoll zwischen Frau und Mann
in Ehe und Familie und Freundschaft.

Wir bitten auch:
Lass unsere Verstorbenen (...)
in deinem gnädigen Beziehungsnetz geborgen sein!

Doxologie
So bitten wir dich
durch ihn und mit ihm und in ihm,
Jesus, der dein Sohn und unser Bruder ist.
allezeit und in Ewigkeit. Amen.

(nach: Franz Harant vgl. Urs Eigenmann, Hrsg., Hochgebete. Texte zum Teilen von Brot und Wein)


Einleitung zum Vaterunser

Wir wollen alle unsere Bitten für unsere Kirche, für unsere Gesellschaft, für unseren Staat, für die Welt und in unseren persönlichen Anliegen einmünden lassen in das Gebet, das Jesus uns zu beten gelehrt hat: Vater unser im Himmel, ...

 

Einleitung zum Friedensgebet

Unser Herr Jesus Christus wendet sich uns zu. Er reicht uns Brot und Wein, die Zeichen seiner Liebe. Auch wir sind berufen, einander in Liebe zu begegnen, damit wir eins werden untereinander in seinem Geist. Bitten wir unseren Herrn Jesus Christus um den Geist, der uns eint: Herr Jesus Christus, … und schenke uns, …

 

Schlussgebet

Herr, unser Gott, als Menschen leben wir von Beziehungen, denn allein verkümmern wir. Deshalb suchst du auch immer wieder die Nähe des Menschen, damit er sich nicht in Unnützem verstrickt. Dankbar dürfen wir jetzt auf die Erneuerung unserer Freundschaft mit dir zurückblicken und bitten dich: Stärke uns in unserem Bemühen, dieses Geschenk mit all jenen zu teilen, die in Beziehungskrisen stecken. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

 

Wettersegen (MB)


Die in den „Liturgischen Bausteinen“ veröffentlichten Gebete und Texte sind Alternativen zu den offiziellen Texten, die der Zelebrant immer im MB findet.

 

P. Karl Jansen SVD