Hoher Donnerstag, Gründonnerstag – Abendmahlsfeier

Liturgische Bausteine

Beginn der „österlichen Tage“

1. Lesung: Ex 12,1-8.11-14
Zwischengesang: www.antwortpsalm.de
2. Lesung: 1Kor 11,23-26
Evangelium: Joh 13,1-15
Zum Kantillieren des Evangeliums: www.stuerber.de


Vorbemerkungen

Die Kommunion sollte unter beiden Gestalten allen Mitfeiernden gereicht werden.
Die Glocken sollen zur Wandlung läuten und Jesu Gegenwart in unser/e Dorf/ Stadt hinaustragen. Nachher verstummen die Glocken bis zur Osternacht. (vgl. Zeitschrift Gottesdienst vor 2/3 Jahren)

Es sollen alle drei Lesungen vorgetragen werden. Es gibt keine Predigt, sondern zwischen den Lesungen kurze Erklärungen, um die Texte und das Geschehen hin zur Eucharistie verständlich zu machen.


Ablauf

Orgelmusik
Großer Einzug  / Altarinzens
Begrüßung
Lied KG 390,1-3 „Korn, das in die Erde“
(GL 210 „Das Weizenkorn muss sterben“)
Besinnung / Kyrie
Gloria: Die Glocken werden noch zur Wandlung läuten und Jesu Gegenwart in unser Dorf7Stadt hinaustragen; danach verstummen die Glocken bis zur Osternacht.
Glorialied KG 75,1-3 (GL 170) „Allein Gott in der Höh“
Tagesgebet
Einleitung zur 1. Lesung  
Antwortgesang: Orgelmusik 
Einleitung zur 2. Lesung
Antwortgesang KG 418 (GL 445) „Ubi caritas et amor“
Übergangstext Lesung-Evangelium - Inzens
Orgelmusik 
Fürbitten
Gabenbereitung Musik
Ministranten/Innen und Kommunionhelfer/Innen decken den Altar und bringen die Gaben! Inzens über Gaben
Sanctus KG 519 (GL 386) „Laudate omnes gentes“
Hochgebet Glocken und Orgel zur Wandlung läuten/ spielen
Vater unser Kommunionhelfer kommen zum Altar
Friedensgruß
Agnus Dei: KG 138,1+2 (GL 282) „Beim letzten Abendmahle..“
Kommunion Alle Schalen aus Tabernakel holen.
Unter beiden Gestalten! –
Anschließend räumen Ministranten/Innen und Kommunionhelfer/Innen die leeren Schalen und Kelche ab. Konsekrierte Hostien bleiben auf dem Altar!
Dank/ Mitteilungen - Hinweis Anbetung 
Aussetzung Kelch/ Schalen auf dem Altar
Liturgen, Kommunionhelfer + Ministranten hinter Altar
Schlussgebet - Lied: KG 219,1+5 (GL 493) „Preise Zunge, das Geheimnis“    Kurze Stille Verehrung                                                                                                       Prozession Übertragung Kommunion mit Kerzen, Blumen                                       Prozession durch Seitengang zum Seitenaltar                                                                 Prozessions-Lied KG 421 (GL 286) „Bleibet hier und wachet mit mir...“                Auszug in Stille


Begrüßung und Einleitung

Wir begrüßen Sie alle herzlich zur heutigen Feier in Erinnerung an das letzte Abendmahl, das Jesu mit seinen Jüngern und Jüngerinnen feierte und uns als Erinnerungsmahl hinterlassen hat.

So wollen wir uns bewusst unter das Zeichen des Heiles stellen und uns mit dem Kreuz bezeichnen.

Im Namen des Vaters und + des Sohnes und des Heiligen Geistes. – Amen
Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus, die Liebe des Vaters
und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit Euch. –

Der heutige Gottesdienst ruft uns in spezieller Weise in Erinnerung, dass Jesus aus dem Vertrauen auf Gott für das Wohl der Menschen lebte. Seine Botschaft stieß auf Missverständnis und Widerstand. Konsequent ging er seinen Weg, auch wenn er mit seinem Tod rechnen musste. Er vertraute ganz auf Gott und überließ ihm sein Leben. Er sah es als Dienst und Hingabe für Gott und die Menschen. Dies bestätigte Gott durch seine Auferweckung.

Gerade die Eucharistie will uns in Erinnerung rufen, als Gemeinschaft zusammenzukommen und uns dabei an die Botschaft Jesu zu erinnern, sein Leben und Sterben für die Menschen zu feiern und daraus die Kraft zu schöpfen, wie Jesus es in der Fußwaschung deutlich macht, einander in Liebe zu dienen.


Kyrie

Gott hat aus Liebe die Welt erschaffen, in Liebe begleitet er seine Schöpfung. Aus Liebe hat sich Jesus Christus hingegeben. Gott öffne uns für diese Liebe und sein heilendes Handeln in dieser Feier!

In Jesus Christus ist die Liebe Gottes sichtbar geworden. Lasst uns einander lieben und gegenseitig verzeihen. – Herr, erbarme dich.

Jesus Christus hat uns zusammengeführt und geeint. Lasst uns aus seiner Liebe Hass und Streit beenden. – Christus, erbarme dich.

Jesus Christus hat versprochen, mitten unter uns zu sein. Lasst uns seine grenzenlose Liebe weiterschenken. – Herr, erbarme dich.

Gott, ist gnädig und barmherzig, er nimmt von uns, was uns belastet und von seiner Liebe trennt. Er stärkt uns mit seinem Geist und weist uns den Weg zum Heil.


Tagesgebet

Wir preisen dich, guter Gott,
denn aus dir kommt alles Leben.
Dein Sohn Jesus Christus hat uns beim letzten Abendmahl
ein Gedächtnis an deine Liebe gestiftet.
In Brot und Wein ist er in der Eucharistie gegenwärtig
und stiftet Gemeinschaft mit dir über den Tod hinaus.
Lass uns durch die Teilnahme an diesem Mahl
die Fülle des Lebens und die Kraft seiner Liebe erfahren.
Darum bitten wir durch Jesus Christus,
der mit dir und dem Heiligen Geist
lebt und wirkt in Ewigkeit.

 

Einleitung in die Bibeltexte / 1. Lesung

Wir hören heute in dieser Feier drei biblische Texte. Diese sollen uns helfen, den tieferen Sinn der Eucharistiefeier und des Ostergeheimnisses zu verstehen.

Der Ursprung von Ostern und der Eucharistie ist das Paschafest. Ein Mahl, ursprünglich ein Opfermahl, vor dem Auszug aus Ägypten. Als Gott Israel in die Freiheit führte.

Hören wir den biblischen Text:

 

Überleitung von der 1. zur 2. Lesung

Israel hält ein Opfermahl zu Ehren Gottes. Das Blut wird zum Zeichen des erlittenen Leides, wie auch zum Zeichen der Zugehörigkeit zum Bund mit Gott. Jedes Haus wird geschützt, dessen Türpfosten mit Blut bestrichen ist. Alles geschieht vor dem Auszug.
So will das Paschamahl erinnern:
- an den Auszug aus Ägypten,
- an den Bund mit Gott,
- an die errungene Freiheit.

Freude und Angst schwingen mit bei diesem Mahl, genauso wie Erinnerung, Hoffnung und Vertrauen, dass Gott auch heute genauso handelt und sein Volk nicht verlässt und ihm neu Freiheit schenkt.

Diese Tradition nimmt Jesus auf, aber er deutet sie neu, deutet sie auf sein Leben und Sterben, als neuen Bund mit Gott.

Hören wir den Text aus dem Korintherbrief, die älteste Überlieferung des Abendmahls:

 

Überleitung von der 2. Lesung zum Evangelium

Paulus überliefert seiner Gemeinde, dass Jesus selber sein Leben und Sterben als Hingabe deutet. Jesus will sich verschenken, sich hingeben für seine Freunde, wie Brot und Wein. Er wird das neue Paschamahl. (Jesus zeigt damit seine Liebe zu den Menschen.)

Dieses Mahl wird zum neuen Zeichen. Es wird zum Liebes-Mahl (Agape), zum Mahl der Gemeinschaft und Verbundenheit unter den Anwesenden und mit Gott.
Das gemeinsame Essen in Erinnerung an Jesus soll Hoffnung und Vertrauen in Gott bewirken. Denn ER verlässt niemanden! Auch nicht im Tod!
Dies soll aber nicht nur einmal pro Jahr stattfinden, sondern soll immer wieder gefeiert werden, immer, wenn die Gläubigen sich versammeln.

Doch die Gemeinschaft und das gemeinschaftliche Mahl im Namen Jesu verpflichten.
- Verpflichten zum Teilen und zum Dienen!
- Verpflichten zur Liebe.

So berichtet Johannes in seinem Evangelium, dass Jesus beim Paschamahl mit der Fußwaschung ein deutliches Beispiel für seine Liebe und das Dienen gegeben hat. Er macht sich selber zum Diener aller.

 

Fürbitten

Jesus Christus, du hast dich zum Diener aller gemacht und dein Leben für uns hingegeben. Dich bitten wir:

- Für alle, die im Dienst am Nächsten stehen, sei es für alte, kranke oder hilfsbedürftige Menschen: Stärke sie und lass sie Dankbarkeit erfahren.
- Für alle, die sich in der Gemeinschaft der Pfarrei und Kirche engagieren: Schenke ihnen Freude an ihrem Dienst.
- Für alle, die auf Gottes Hilfe bauen und vertrauen: Lass sie Kraft schöpfen aus deinen Sakramenten.
- Für alle, die in Politik und Gesellschaft Verantwortung übernommen haben: Lass sie uneigennützig ihren Aufgaben nachgehen und Anerkennung erleben.
- Für die Kinder und Jugendlichen in unserer Pfarrei: Lass sie Menschen begegnen, die ihrem Leben Sinn und Erfüllung vermitteln.
- Für unsere Verstorbenen: Schenke ihnen ewige Freude und Leben in Fülle.

Jesus Christus, durch dein Leben und Sterben hast du uns ein erfülltes Leben geschenkt. Dir sei Dank und Lobpreis heute und in Ewigkeit.

 

Gabengebet

Guter Gott,
dein Sohn Jesus Christus,
nahm beim Abendmahl Brot und Wein
als Zeichen seiner Gegenwart unter den Menschen.
Wandle mit diesen Gaben auch uns,
damit wir aus dem Gedächtnis an Jesus Christus
unser Leben gestalten und Liebe schenken.
Darum bitten wir durch ihn,
der mit dir und dem Heiligen Geist lebt in Ewigkeit.

 

Hochgebet

Präfation
Es ist würdig und recht,
dir, verborgener Gott, für Jesus Christus,
deinen Sohn und unseren Bruder zu danken.
Denn er setzte sich in deinem Namen
für das Leben aller Menschen ein.
Er setzte sich mit den Armen und an den Rand Gedrängten
an einen Tisch und hielt mit ihnen Mahl.
Damit schenkte er ihnen Hoffnung und Zuversicht.
Da er seinen nahen und gewaltsamen Tod erahnte,
teilte er während des letzten Abendmahls Brot und Wein
und deutete damit sein Leben und seinen Tod.
Im Glauben an deine Treue war er bereit,
zu dienen und sein Leben für seine Freunde hinzugeben.
Wir danken dir für sein Zeugnis,
das uns an deine grenzenlose Liebe glauben lässt.
Deshalb bekennen und singen wir:
Sanktus

Guter Gott, wir denken heute an jene Nacht,
in der Jesus von seinen Jüngerinnen und Jüngern Abschied nahm
und sie beauftragte,
nach seinem Tod zum Gedenken an ihn zusammenzukommen.

So sind wir jetzt in seinem Namen und Auftrag versammelt,
um in Erinnerung an ihn das Brot zu brechen.
und den Wein zu teilen.
Sende deinen Heiligen Geist auf unsere Gaben von Brot und Wein,
damit Jesus Christus unter uns + gegenwärtig wird.

Damals in der Nacht vor seinem Leiden
gab Jesus seinen Jüngerinnen und Jüngern
ein Zeichen seiner Liebe, die den Tod überwindet.
Er nahm während dem Essen Brot in seine Hände,
dankte Gott dafür,
brach es und reichte es den Seinen mit den Worten:

NEHMT UND ESST ALLE DAVON.
DAS IST MEIN LEIB, MEIN LEBEN,
HINGEGEBEN FÜR EUCH.

Ebenso nahm er nach dem Essen
den Becher mit Wein,
dankte wiederum und reichte ihn
den Seinen mit den Worten:

NEHMT UND TRINKT ALLE DARAUS.
DAS IST DER BECHER
DES IMMERWÄHRENDEN BUNDES,
MEIN BLUT, MEIN LEBEN,
HINGEGEBEN FÜR EUCH
ZUR VERGEBUNG DER SÜNDEN.
TUT DIES ZU MEINEM GEDÄCHTNIS.

Geheimnis des Glaubens:
Akklamation

Treuer Gott, wir denken an das Beispiel,
das uns Jesus mit seinem Leben und Sterben gab.
Selbstlos setzte er sich in deinem Namen
für die Armen, Schwachen und Verachteten ein.
Er sprach von dir wie von einem guten Vater
und bezeugte dich als sorgende Mutter.
Wir denken daran, dass er am Kreuz hingerichtet wurde.
Wir erinnern uns, dass die Jüngerinnen und Jünger bezeugten,
dass du, Gott, ihm treu geblieben bist über den Tod hinaus
und bekannten, dass das Leben stärker ist als der Tod.

So bitten wir dich um die Kraft des Heiligen Geistes,
die uns ermutigt, Jesus nachzufolgen.
Lass uns seinem Beispiel folgen und uns dafür einsetzen,
dass alle Menschen in Würde leben können.
Gib, dass wir einander geschwisterlich begegnen.

Um den Heiligen Geist bitten wir für die Kirche.
Wir bitten für die Mädchen und Buben,
die bald zum ersten Mal die heilige Kommunion empfangen.
Wir bitten für jene, die eine besondere Verantwortung
in den Kirchen tragen:
Für Papst Franziskus, unseren Bischof …
für alle Frauen und Männer im Dienst der Kirche
und für die Verantwortlichen aller Religionen.

Wir bitten dich, guter Gott,
sei denen nahe, die leiden und traurig sind,
und schenke allen Verstorbenen das ewige Leben bei dir.
Wenn unser Weg zu Ende geht,
nimm auch uns auf in die Gemeinschaft mit dir.
Zusammen mit Maria und Josef,
mit den Aposteln,
mit unseren Kirchenpatronen …
und mit allen Heiligen und Gläubigen
loben und preisen wir dich durch Jesus Christus.
Doxologie

 

Einleitung zum Vaterunser

Als Christen glauben wir, dass Christus in Brot und Wein gegenwärtig ist und wir Gemeinschaft haben. So sind wir eine Brotgemeinschaft, die uns mit ihm verbindet. Mit Christus lasst uns jetzt zum Vater im Himmel beten: Vater unser im Himmel, …


Einleitung zum Friedensgruß

Gott, in vielen Zeichen der Liebe bist du deinen Jüngern begegnet, dass sie darin deinen Frieden in Fülle spüren konnten.

Fußwaschung als Zeichen des Dienstes und der Liebe. Aus Dienst und Liebe erwächst Frieden, gemeinsames Wohlergehen, das im Kleinen, bei uns beginnen muss. Diesen Frieden hat Jesus vorgelebt und diesen Frieden schenkt er uns.
Der Friede des Herrn sei mit euch!

Dank / Mitteilungen:


Aussetzung

Liturgen, Kommunionhelfer und Ministranten um den Altar

Einladen zum Gebet: „Mit Christus in Stille verweilen!“ - Kurze Stille –


Schlussgebet

KG 219,1+5 (GL 493) «Preise Zunge, das Geheimnis»


Prozession / Übertragung der Kommunion

Kommunion zum Seitenaltar via Seitengang (mit Kerzen, Blumen)
Am Ende der Prozession – Kurze Stille – Verneigung

Auszug in Stille


Möglichkeit die Gründonnerstags-Sequenz als Zwischengesang einzubauen

Zwischen den einzelnen Texten stimmen wir jeweils in den urchristlichen Ruf „ubi caritas“ ein. Übersetzt heißt dieser Ruf: „Da wo Liebe und Güte erfahren wird unter den Menschen, dort ist Gott selber gegenwärtig.“ Dies wird am heutigen Tag besonders deutlich. Lebt jemand mehr aus der Liebe als der Mensch, der sein Leben hingibt für andere? Die Urkirche weist uns darum auf Jesus Christus hin.

Kehrvers: KG 418 (GL 445) «Ubi caritas et amor»

1. Die Liebe Gottes, die sichtbar geworden ist in Jesus Christus, hat uns zusammengeführt und geeint, lasst uns froh sein und jubeln in ihm. Den lebendigen Gott wollen wir anerkennen und lieben und auch einander lieben aus ehrlichem Herzen.

Durch Jesus Christus sind wir miteinander verbunden und eins geworden. Hüten wir uns also, wieder getrennt zu werden! Streit und Zwietracht weiche von uns, denn in unserer Mitte wohne die Liebe Christi.
KV


2. Jesus Christus spricht zu uns die hoffnungsvolle Verheißung: Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich mitten unter euch.

So lasst uns Gott anhangen mit all unseren Kräften, nichts soll uns trennen von seiner Liebe. Lasst uns in Gott dem Nächsten gut sein wie uns selbst und mit Gottes Kraft auch den Feind lieben.

Schon heute erahnen wir die grenzenlose Weite der Liebe Gottes
KV


Die in den „Liturgischen Bausteinen“ veröffentlichten Gebete und Texte sind Alternativen zu den offiziellen Texten, die der Zelebrant immer im MB findet.

 

P. Albin Strassmann SVD