6. Sonntag im Jahreskreis (C) /

Liturgische Bausteine

Hunger des Leibes und Hunger der Seele

1. Lesung: Jer 17,5-8
Zwischengesang: www.antwortpsalm.de
2. Lesung: 1Kor 15,12.16-20
Evangelium: Lk 6,27-38


Kyrie

Herr Jesus Christus
- du Brot für das Leben der Welt. Herr, erbarme dich.
- Du Brot für die Hungernden und Dürstenden unserer Erde. Christus, erbarme dich.
- Du Brot, das uns zum ewigen Leben führt. Herr, erbarme dich.


Fürbitten

„Selig, die ihr jetzt hungert, denn ihr werdet gesättigt werden“, sagt Jesus. Zu ihm beten wir:

- Für die Menschen, denen es am Notwendigsten zum Leben fehlt. Christus, du Brot für das Leben der Welt, A: wir bitten dich, erhöre uns.
- Für die Reichen, die den Blick für die Not anderer Menschen verloren haben.
- Für die Satten, die geistig hungern und gleichgültig sind gegenüber den tieferen Fragen unseres Lebens.
- Für alle, die sich in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft um Gerechtigkeit und um Hilfe für Arme und Schwache mühen.
- Für die Kinder dieser Erde, die vernachlässigt aufwachsen und deren Seelen zerstört werden durch die Erfahrung von Gewalt, Missbrauch, Ausbeutung und Versklavung als Kindersoldaten.
- Für die Sterbenden; für die, die sie begleiten; für unsere Toten und für alle, die um sie trauern.

Guter Gott, du sättigst die Hungernden und tröstest die Trauernden. Dich preisen wir, heute und in Ewigkeit. Amen.

Pfr. Bodo Windolf


Weitere Texte

Einleitung

Sogenannte „Aussteiger“ werden ja manchmal belächelt, sind oft sonderbare Menschen, die gegen den Strom schwimmen. Aber bei näherem Hinsehen stellt man fest: ihr Leben / ihre Lebensphilosophie hat was. Da ist z.B. das Projekt, „abgelaufene Lebensmittel“ aus Supermärkten, Bäckereien etc. zu sammeln um sie für eine Spende an „Kunden“ weiterzugeben. Religiöse Motivation? Hunger der Seele? Vielleicht.

Da und in anderen, ähnlich gelagerten Projekten spiegelt sich der Respekt vor den Gaben, welche uns die Natur überreich zur Verfügung stellt. Gleichzeitig sind sie aber auch Mahnung an unsere Verantwortung der Schöpfung gegenüber, eine Anfrage an uns alle, die wir es doch gewohnt sind, aus dem Überfluss zu schöpfen.

Denken wir da noch an die Hungernden in aller Welt, die nicht einmal das Minimum zum Leben haben? Denken wir an die, die – wie Sklaven gehalten – im Süden Europas für uns z. B. Obst und Gemüse produzieren und Opfer des Preisdiktats hiesiger Supermarktketten sind?

 

Tagesgebet

Gott, dein lebendiges Wort hat uns hier zusammengerufen. Wer dein Wort hört, kann nicht unberührt sitzen bleiben. Dein Geist verändert unsere Welt. Stärke alle, die sich um Gerechtigkeit bemühen, und schenke unserer Zeit deinen Frieden. Darum bitten wir durch Jesus Christus.

                                                                  [ORF – Fernsehgottesdienst am 20.02.2019]

 

Gabengebet

Gott, du schenkst uns, was wir zum Leben brauchen. Du bewirkst, dass sich Not in Freude verwandelt, unsere Verzagtheit in Mut und das Wenige in Fülle. Gib, dass wir nun das Gedächtnis deines Sohnes mit Freude und Dankbarkeit feiern in Verbundenheit mit allen Menschen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

                                                                  [ORF – Fernsehgottesdienst am 20.02.2019]

 

Hochgebet – "Reich Gottes"

Präfation
Wir danken dir, guter Gott,
für die Vision eines Lebens
in Fülle für alle Menschen,
die Jesus in deinem Namen bezeugt hat.
Wir danken dir,
dass du uns in ihm dein Reich
und dessen Gerechtigkeit geoffenbart hast.
Wir sind dankbar,
weil Jesus die Verhältnisse nicht festgeschrieben,
sondern zur Umkehr aufgerufen
und befreiend neue Horizonte eröffnet hat.
Gegen die Reiche dieser Welt
dürfen wir an deinem Reich der Gerechtigkeit,
der Liebe und des Friedens festhalten
und bekennen:
Sanktus

Guter Gott,
in deinem Namen verkündete Jesus,
die Zeit sei erfüllt
und dein Reich nahegekommen.
Er verglich es mit einem Schatz im Acker
und einer kostbaren Perle.
Seine Nähe bezeugte er,
indem er Kranke heilte
und Besessene befreite,
auf der Seite der Armen stand,
Partei für die Beherrschten ergriff
und ein Freund
der geächteten Zöllner und Sünder war.

Dein Reich verglich er mit einem Fest,
auf dem alle satt werden
und zu dem die Bösen
vor den Guten geladen sind.
Er verstand es
als Umkehrung der Verhältnisse,
wenn darin Erste Letzte
und Letzte Erste sind.
Die damals um Besitz,
Macht und Ansehen bangten,
trachteten ihm deshalb nach dem Leben,
und seine Verwandten erklärten,
er sei von Sinnen.

Jesus aber hielt fest an deinem Reich
und seiner Gerechtigkeit für die Erde.

In seinem Namen und Auftrag
sind wir jetzt versammelt,
um in Erinnerung an ihn
das Brot zu brechen (und den Wein auszuteilen).

Wir bitten dich um deinen Heiligen Geist,
damit im Teilen des Brotes
(im Teilen von Brot und Wein)
Jesus Christus unter uns gegenwärtig wird.

Es war in der Nacht vor seinem Leiden.
Im Angesichte des Todes
kam Jesus mit den Seinen zusammen,
um von ihnen Abschied zu nehmen.
In jener Nacht nahm er
während des Essens Brot in seine Hände,
dankte dafür, brach es
und reichte es den Seinen
mit den Worten:

NEHMET UND ESSET ALLE DAVON.
DAS IST MEIN LEIB,
DER FÜR EUCH HINGEGEBEN WIRD.

Ebenso nahm er in jener Nacht
nach dem Essen den Becher mit Wein,
dankte wiederum
und reichte ihn den Seinen
mit den Worten:

NEHMET UND TRINKET ALLE DARAUS.
DAS IST DER BECHER
DES IMMERWÄHRENDEN BUNDES,
MEIN BLUT, DAS FÜR EUCH
UND FÜR ALLE VERGOSSEN WIRD
ZUR VERGEBUNG DER SÜNDEN.
TUT DIES ZU MEINEM GEDÄCHTNIS.

Geheimnis des Glaubens:
Akklamation

Guter Gott,
wir gedenken des Einsatzes Jesu
für dein Reich und dessen Gerechtigkeit.
Lass uns zuerst dieses suchen
und darauf vertrauen,
dass uns alles andere dazugegeben wird.
Lass uns in der Kraft des Heiligen Geistes glauben,
dass Erfolg keine der Kategorien
in deinem Reich ist.
Lass uns hoffen, dass noch im Scheitern
die Vision eines Lebens in Fülle
für alle Menschen Bestand hat
und nicht untergeht.
Lass uns lieben
bis an die Grenzen unserer Möglichkeiten.

Gib, dass wir nicht aufhören,
an eine menschlichere Welt zu glauben
und dafür zu arbeiten.
Lass uns glauben an eine Welt,
in der niemand mehr bangen muss
ums tägliche Brot;
in der die Starken die Schwachen beschützen;
in der Friede herrscht
und die Waffen schweigen;
in der unsere Träume Früchte tragen
und unsere Hoffnungen
nicht zuschanden werden;
in der wir glücklich leben können,
niemand auf Kosten anderer.

Erfülle mit deinem Heiligen Geist jene,
die eine besondere Verantwortung
in der Kirche tragen, damit sie zusammen
mit deinem ganzen pilgernden Volk
zuerst dein Reich
und seine Gerechtigkeit suchen.
Wir bitten für den Bischof von Rom,
Papst Franziskus, und unseren Bischof N.

Guter Gott, erbarme dich all derer,
die uns nahegestanden sind
und die der Tod uns entrissen hat,
und vergiss die nicht,
um die niemand mehr trauert.
Lass uns hoffen auf das Leben in Fülle
in deinem Reich
zusammen mit Maria, der Mutter Jesu,
dem heiligen Josef, seinem Pflegevater,
mit den Aposteln und Blutzeugen,
(mit dem/der Heiligen ...)
und allen Heiligen und Gläubigen.
Doxologie
                                                Quelle unbekannt

 

Einleitung zum Vaterunser

Selig ihr Armen, wenn ihr euch nicht von Reichtum und Überfluss blenden lasst, sondern euch einen Blick für die Realität bewahrt und nicht abstumpft gegenüber der Not so vieler Menschen. Dann kommt das Reich Gottes zu euch! – Stille. –
Beten wir gemeinsam um das Kommen des Reiches Gottes. Vater unser im Himmel, …

 

Einleitung zum Friedensgebet

„Selig, die Frieden stiften, denn sie werden Kinder Gottes heißen.“ Dabei sollten wir nicht vergessen, dass der Friede in jedem Einzelnen von uns selbst beginnt, dort, wo man gerade steht. Darum bitten wir: Herr Jesus Christus, … und schenke uns, …

 

Schlussgebet

Gott, deine frohmachende Botschaft hat uns erfüllt und das Brot des Himmels hat uns alle gestärkt. Der Geist deines Sohnes, der in uns Wohnung genommen hat, durchdringe unser ganzes Leben. Lass uns auf dem Weg in eine neue Geschwisterlichkeit und in deinem Geist die Welt verändern. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

[ORF – Fernsehgottesdienst am 20.02.2019; Hauptzelebrant: Hermann Glettler, Bischof von Innsbruck]

 

Die in den „Liturgischen Bausteinen“ veröffentlichten Gebete und Texte sind Alternativen zu den offiziellen Texten, die der Zelebrant immer im MB findet.

 

P. Karl Jansen SVD
 
 
https://www.steyler.eu/svd/seelsorge/anregung/artikel/2019/Jahreskreis/06-sonntag-Jkr-liturgie.php
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