4. Fastensonntag (A) - Wortgottesdienst für daheim

Wortgottesdienst für daheim

Kleine Sonntagsliturgie in Zeiten der Corona-Pandemie

Evangelium: Joh 9,1. 6-9. 13-17. 34-38

Lied zur Einstimmung

 GL 365,1 „Meine Hoffnung und meine Freude“

https://www.youtube.com/watch?v=kBmgOnQM3Ws

„Meine Hoffnung und meine Freude /
Meine Stärke, mein Licht /
Christus meine Zuversicht
Auf dich vertrau ich und fürcht mich nicht /
Auf dich vertrau ich und fürcht mich nicht.“

Kreuzzeichen

 Im Namen des Vaters + und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

 

Gebet

Treuer Gott, noch haben wir viele Erfahrungen und Erlebnisse der letzten Woche nicht geordnet, noch gehen uns viele Dinge durch den Kopf. Schenke uns in dieser Gebetszeit Ruhe, mit uns ins Reine zu kommen und ohne Angst Ja zu sagen zu unserem Leben mit seinen Herausforderungen. Darum bitten wir durch Jesus Christus unseren Bruder und Herrn.

 

Evangelium

In jener Zeit sah Jesus unterwegs einen Mann, der seit seiner Geburt blind war. Jesus spuckte er auf die Erde; dann machte er mit dem Speichel einen Teig, strich ihn dem Blinden auf die Augen und sagte zu ihm: Geh und wasch dich in dem Teich Schiloach! Das heißt übersetzt: der Gesandte. Der Mann ging fort und wusch sich. Und als er zurückkam, konnte er sehen. Die Nachbarn und jene, die ihn früher als Bettler gesehen hatten, sagten: Ist das nicht der Mann, der dasaß und bettelte? Einige sagten: Er ist es. Andere sagten: Nein, er sieht ihm nur ähnlich. Er selbst aber sagte: Ich bin es. Da brachten sie den Mann, der blind gewesen war, zu den Pharisäern. Es war aber Sabbat an dem Tag, als Jesus den Teig gemacht und ihm die Augen geöffnet hatte. Auch die Pharisäer fragten ihn, wie er sehend geworden sei. Er antwortete ihnen: Er legte mir einen Teig auf die Augen und ich wusch mich und jetzt sehe ich. Einige der Pharisäer sagten: Dieser Mensch ist nicht von Gott, weil er den Sabbat nicht hält. Andere aber sagten: Wie kann ein sündiger Mensch solche Zeichen tun? So entstand eine Spaltung unter ihnen. Da fragten sie den Blinden noch einmal: Was sagst du selbst über ihn? Er hat doch deine Augen geöffnet. Der Mann sagte: Er ist ein Prophet. Sie entgegneten ihm: Du bist ganz und gar in Sünden geboren und du willst uns belehren? Und sie stießen ihn hinaus. Jesus hörte, dass sie ihn hinausgestoßen hatten, und als er ihn traf, sagte er zu ihm: Glaubst du an den Menschensohn? Da antwortete jener und sagte: Wer ist das, Herr, damit ich an ihn glaube? Jesus sagte zu ihm: Du hast ihn bereits gesehen; er, der mit dir redet, ist es. Er aber sagte: Ich glaube, Herr! Und er warf sich vor ihm nieder.

 

Impulse zum Nachdenken oder für ein Gespräch über das Evangelium

Eine Zeit des Gebetes halten, heißt auch, für diese Zeit möglichst Jesus die Initiative zu überlassen. Er wird sich auch meiner Blindheiten annehmen, mich berühren und wirken, dass ich sehe, IHN sehe. Ich versuche meine Gedanken und meine Leib möglichst still zu halten, damit ich sein Wirken wahrnehmen kann, seine Berührungen spüren kann.

Ich schaue darauf, wie Jesus zu einer radikalen Blickveränderung einlädt: …damit die Kraft Gottes an ihm sichtbar werde. Wie ist es mit meinen Schwächen? – Habe ich schon einmal erlebt, dass sie sich wandeln können?

Ich versetze mich in das Heilungsgeschehen hinein: Jesus, der dem blind Geborenen ganz konkret nahe kommt. Dann schickt er ihn, selber mitzuhelfen am Werk seiner Heilung. Ich stelle mich in die Szene hinein: könnte ich beides an mir zulassen, welche Gedanken und Gefühle tauchen auf?

 

Lied

GL 437,1.3-4 „Meine engen Grenzen, meine kurze Sicht“

https://www.youtube.com/watch?v=Z18Aadf_tgo

1. Meine engen Grenzen, / meine kurze Sicht / bringe ich vor dich.
Wandle sie in Weite, / Herr, erbarme dich? (2x)

3. Mein verlornes Zutraun, / meine Ängstlichkeit / bringe ich vor dich.
Wandle sie in Wärme, / Herr, erbarme dich? (2x)

4. Meine tiefe Sehnsucht / nach Geborgenheit / bringe ich vor dich.
Wandle sie in Heimat, / Herr, erbarme dich? (2x)

Fürbitten

 Lebendiger Gott, du Freund des Lebens,
du hast diese Welt geschaffen und sie uns Menschen anvertraut,
damit wir uns an ihr erfreuen können und dir die Ehre geben.
So danken wir dir in dieser Stunde für alles Gute,
das wir in unserem Leben immer wieder von dir empfangen haben.
Im festen Vertrauen darauf, dass du uns auch dann nicht verlässt,
wenn das Leben schwer wird und uns vor großen Herausforderungen stellt
bitten wir dich:
Sei uns nah in dieser Zeit, in der sich viele Menschen ängstigen,
sich Sorgen um ihre Gesundheit machen, um das Leben der Erkrankten bangen
und verunsichert in die Zukunft blicken.
Segne aber auch jene Frauen und Männer,
die sich in diesen Tagen und Wochen um das Wohl ihrer Mitmenschen mühen:
die Verantwortlichen in Gesellschaft und Politik, die Ärzte und das Pflegepersonal
und all jene, die sich dafür einsetzen,
dass das gemeinschaftliche Leben weiterhin gelingen kann.
Guter Gott, wir anempfehlen dir in diesem Augenblick auch die Toten,
besonders jene, die Opfer geworden sind von Krieg und Terror,
von Hunger, Krankheit und jeglicher Not.
Nimm sie auf in deine liebende Gegenwart und lass sie glücklich sein bei dir.
Um all das bitten wir im Namen unseres Herrn Jesus Christus,
der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und Leben schenkt in Ewigkeit. Amen.

 

Einleitung zum Vaterunser

Gemeinsam mit Christen auf der ganzen Welt dürfen wir all unsere Ängste und Sorgen, aber auch unsere Hoffnung und unseren Dank zusammenfassen in dem Gebet, das Jesus uns an Herz gelegt hat: Vater unser im Himmel…

 

Lied

GL 275, 1-2 „Selig, wem Christus auf dem Weg begegnet“

 https://www.youtube.com/watch?v=SViQpDcaa44

„Selig, wem Christus / auf dem Weg begegnet, /
um ihn zu rufen, / alles zu verlassen, /
sein Kreuz zu tragen / und in seiner Kirche /
für ihn zu wirken.

Bei ihm ist Christus, / stärkt ihn in der Wüste, /
schenkt ihm durch Leiden / Anteil an der Freude. /
Und seine Jünger / spüren Christi Liebe /
in seiner Nähe.“

 

Segen

 Der Herr segne und behüte uns, der Herr lass sein Angesicht über uns leuchten und sei uns gnädig; er wende uns sein Antlitz zu und schenke uns seinen Frieden!

 

Zum Ausklang

GL 813 (Köln) „Nada te turbe”

https://www.youtube.com/watch?v=go1-BoDD7CI

„Nada te turbe, nada te espante; /
Quien a Dios tiene, nada le falta.
Nada te turbe, nada te espante: /
Sólo Dios basta.“

Deutsch:
„Nichts beunruhige dich, nichts erschrecke dich, /
dem, der Gott hat, fehlt nichts
Nichts beunruhige dich, nichts erschrecke dich, /
Gott allein genügt“

© Norbert Cuypers SVD