5. Sonntag in der Fastenzeit (A) - Wortgottesdienst für daheim

Wortgottesdienst für daheim

Kleine Sonntagsliturgie in Zeiten der Corona-Pandemie

Evangelium: Joh 11,3-7. 17. 20-27. 33b-45


Zur Einstimmung

Taizé - "Gott ist nur Liebe"
https://www.youtube.com/watch?v=TE5WpHokIOo&list=PLZwGhDmvDhqYwGc97VwDgZBlcILymLxrT&index=3

Gott ist nur Liebe. Wagt, für die Liebe alles zu geben.
Gott ist nur Liebe. Gebt euch ohne Furcht.

Kreuzzeichen

Im Namen des + Vaters und des + Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.


Gebet

Du Gott des Lebens, du kennst uns und alles, was uns in diesen Tagen bewegt. Du weißt um unsere Grenzen und um unsere Bedürftigkeit. Du weißt, was uns Menschen gut tut, noch bevor wir es selbst erkennen. Lass unsere Sinne in dieser österlichen Bußzeit offen sein - für alles Schöne, das wir erfahren dürfen, für die Nöte unserer Mitmenschen in dieser Zeit der Krise und für unsere eigene Seelennot. Das erbitten wir durch Christus, unseren Bruder und Herrn. Amen.

Evangelium: Joh 11,3-7. 17. 20-27. 33b-45

In jener Zeit sandten die Schwestern des Lazarus Jesus die Nachricht: Herr, sieh: Der, den du liebst, er ist krank. Als Jesus das hörte, sagte er: Diese Krankheit führt nicht zum Tod, sondern dient der Verherrlichung Gottes. Durch sie soll der Sohn Gottes verherrlicht werden. Jesus liebte aber Marta, ihre Schwester und Lazarus. Als er hörte, dass Lazarus krank war, blieb er noch zwei Tage an dem Ort, wo er sich aufhielt. Danach sagte er zu den Jüngern: Lasst uns wieder nach Judäa gehen. Als Jesus ankam, fand er Lazarus schon vier Tage im Grab liegen. Als Marta hörte, dass Jesus komme, ging sie ihm entgegen, Maria aber blieb im Haus sitzen. Marta sagte zu Jesus: Herr, wärst du hier gewesen, dann wäre mein Bruder nicht gestorben. Aber auch jetzt weiß ich: Alles, worum du Gott bittest, wird Gott dir geben.
Jesus sagte zu ihr: Dein Bruder wird auferstehen. Marta sagte zu ihm: Ich weiß, dass er auferstehen wird bei der Auferstehung am Jüngsten Tag. Jesus sagte zu ihr: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt, und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben. Glaubst du das? Marta sagte zu ihm: Ja, Herr, ich glaube, dass du der Christus bist, der Sohn Gottes, der in die Welt kommen soll. Jesus war im Innersten erregt und erschüttert. Er sagte: Wo habt ihr ihn bestattet? Sie sagten zu ihm: Herr, komm und sieh! Da weinte Jesus. Die Juden sagten: Seht, wie lieb er ihn hatte! Einige aber sagten: Wenn er dem Blinden die Augen geöffnet hat, hätte er dann nicht auch verhindern können, dass dieser hier starb? Da wurde Jesus wiederum innerlich erregt und er ging zum Grab. Es war eine Höhle, die mit einem Stein verschlossen war. Jesus sagte: Nehmt den Stein weg! Marta, die Schwester des Verstorbenen, sagte zu ihm: Herr, er riecht aber schon, denn es ist bereits der vierte Tag. Jesus sagte zu ihr: Habe ich dir nicht gesagt: Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen? Da nahmen sie den Stein weg. Jesus aber erhob seine Augen und sprach: Vater, ich danke dir, dass du mich erhört hast. Ich wusste, dass du mich immer erhörst; aber wegen der Menge, die um mich herumsteht, habe ich es gesagt, damit sie glauben, dass du mich gesandt hast. Nachdem er dies gesagt hatte, rief er mit lauter Stimme: Lazarus, komm heraus! Da kam der Verstorbene heraus; seine Füße und Hände waren mit Binden umwickelt und sein Gesicht war mit einem Schweißtuch verhüllt. Jesus sagte zu ihnen: Löst ihm die Binden und lasst ihn weggehen! Viele der Juden, die zu Maria gekommen waren und gesehen hatten, was Jesus getan hatte, kamen zum Glauben an ihn.

 

Impulse zum Nachdenken oder für ein Gespräch über das Evangelium

„Ein Indianer kennt keinen Schmerz.“ Das habe ich als Kind oft zu hören bekommen. Dieser Satz hat sich tief in meine Seele eingegraben. Lange Jahre wollte ich nicht weinen, um bei meinen Freunden nicht als „Weichei“ zu gelten. Erst viele Jahre später, nach einer schweren Operation, konnte ich dann endlich wieder Tränen vergießen: weniger aus Schmerz, sondern weil sich die Anspannung der Gefühle vor dem Eingriff endlich lösen konnte. In diesem Augenblick tat das Weinen so gut. Es wirkte wie eine Befreiung. Geschämt habe ich mich dafür nicht. Bemerkenswert also, dass auch Jesus, der Mann aus Nazareth, ganz und gar menschlich war und in aller Öffentlichkeit trauern und um seinen Freund weinen konnte.

- Kann ich dazu stehen, dass es Momente in meinem Leben gibt, die „zum Heulen“ sind?

-  Wann und worüber habe ich das letzte Mal weinen können?

-  Wem habe ich schon einmal trösten können und wie habe ich das getan?

 

Lied

GL 457 „Suchen und fragen, hoffen und sehn“ https://www.youtube.com/watch?v=nkVia3ZnASk&list=PLarPhgGhSYjBDB0yt1UivUNqC4Wahcmhl&index=15

Suchen und fragen, / hoffen und sehn, / miteinander glauben /
und sich verstehn, / lachen, sich öffnen, / ranzen befrein: /
So spricht Gott sein Ja, / so stirbt unser Nein.
So spricht Gott sein Ja, / so stirbt unser Nein.

Klagende hören, / Trauernde sehn, / aneinander glauben /
und sich verstehn, / auf unsere Armut / lässt Gott sich ein: /
So spricht Gott sein Ja, / so stirbt unser Nein.
So spricht Gott sein Ja, / so stirbt unser Nein.


Fürbittgebet

Herr Jesus Christus, in dieser Zeit der Unsicherheit und des Umbruchs in unserer Welt fordert uns dein Evangelium dazu auf, unseren Glauben an das Leben mit dir zu erneuern. Verbunden mit allen Menschen guten Willens bitten wir dich:

* Wir beten für alle im Gesundheitswesen Tätigen, die sich in diesen Wochen besonders intensiv für das Wohl und die Gesundheit ihrer Mitmenschen einsetzen: Christus, höre uns…
* Wir beten für alle in Gesellschaft und Politik, die aufgrund ihrer Funktion in dieser Zeit der Krise Verantwortung für das Gemeinwohl zu tragen haben:
* Wir beten für uns selbst, die wir uns in dieser Zeit vor Ostern neu darum bemühen, unser Leben nach dem Wort des Evangeliums auszurichten:
* Wir beten aber auch für jene Menschen, die in diesen Tagen in ihrer Not schnell vergessen werden: jene, in den Kriegsgebieten dieser Welt, jene, die ihre Heimat verloren haben und jene, die ihres Glaubens willen verfolgt werden:
* Wir beten schließlich für die Verstorbenen, die wir geliebt haben, aber auch für jene, um die in dieser Stunde niemand mehr trauert:

Herr Jesus Christus, dir vertrauen wir uns und unser Leben an. Höre und erhöre unsere Gebete, so, wie es deinem Willen entspricht. Dich loben und preisen wir, jetzt und in alle Ewigkeit. - Amen.

 

Vater unser

All unsere Anliegen, für die wir heute besonders beten, aber auch jene, die unsere Mitmenschen auf dem Herzen haben, schließen wir ein in das Gebet, das Jesus uns ans Herz gelegt hat: Vater unser im Himmel…

 

Lied

GL 451 „Komm, Herr, segne uns, dass wir uns nicht trennen“ https://www.youtube.com/watch?v=P7B760MhAEA&list=PLarPhgGhSYjBDB0yt1UivUNqC4Wahcmhl&index=6

1. Komm, Herr, segne uns, dass wir uns nicht trennen,
sondern überall uns zu dir bekennen.
Nie sind wir allein, stets sind wir die Deinen.
Lachen oder Weinen wird gesegnet sein.

2. Keiner kann allein Segen sich bewahren.
Weil du reichlich gibst, müssen wir nicht sparen.
Segen kann gedeihn, wo wir alles teilen,
schlimmen Schaden heilen, lieben und verzeihn.

 

Segen

Gott, segne unsere Hoffnung und unsere Sehnsucht nach Liebe. Er stärke unseren Glauben an das Leben und öffne uns die Augen für das, was wir tun können, um seine Zeugen seiner Botschaft zu sein. Im Namen des Vaters + und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

 

Lied

"Möge die Straße uns zusammenführen": https://www.youtube.com/watch?v=l-veySRwlGs&list=RDaN7dGz6NH5M&index=23

1. Möge die Straße uns zusammenführen
und der Wind in deinem Rücken sein;
sanft falle Regen auf deine Felder
und warm auf dein Gesicht der Sonnenschein.

Refrain: Und bis wir uns wiedersehen,
halte Gott dich fest in seiner Hand;
und bis wir uns wiedersehen,
halte Gott dich fest in seiner Hand.

2. Führe die Straße, die du gehst
immer nur zu deinem Ziel bergab;
hab wenn es kühl wird, warme Gedanken
und den vollen Mond in dunkler Nacht.

3. Hab unterm Kopf ein weiches Kissen,
habe Kleidung und das täglich Brot;
sei über vierzig Jahre im Himmel,
bevor der Teufel merkt du bist schon tot.

4. Bis wir uns mal wiedersehen,
hoffe ich, dass Gott dich nicht verlässt;
er halte dich in seinen Händen,
doch drücke seine Faust dich nicht zu fest.

 

Für den Tag und für die Woche

Die meisten Leute fragen
bei großer Betroffenheit:
Gott, wo bist du?

Die größte Betroffenheit
entsteht jedoch,
wenn ich frage:
Gott, wo bin ich?

Ohne Antwort
sind wir nicht.
Gott gab sie uns
in Jesus Christus!

Ich finde mich,
indem ich mich
von ihm finden lasse:
„Komm heraus!“

Seine Stimme
betrifft mich
und holt mich heraus
in seine Gegenwart,
wo ich bleibe.
                         ©Karl Enderle / www.buhv.de

© Norbert Cuypers SVD