Hermann BICKEL SVD

Zauberpater Hermann B!CKEL SVD


Geboren ist Hermann Bickel am 27. April 1938 in Rheine im westfälischen Münsterland. Mit zehn Jahren spürte der kleine Hermann den Wunsch und die Berufung, Priester und Missionar zu werden. So kam er als Internatsschüler ins Missionshaus der Steyler Missionare nach St. Arnold. Damals konnte er nicht ahnen, dass er später als Lehrer einige Jahrzehnte seines Lebens dort verbringen würde. Das Abitur bestand er 1957 an der Missionsschule St. Xaver in Bad Driburg, weil in St. Arnold erst 1966 ein eigenes Abitur möglich wurde.

Nach dem Abitur 1957: Eintritt ins Ordens-Noviziat der Steyler Missionare und Beginn des Studiums der Philosophie und Theologie im Missionspriesterseminar Sankt Augustin bei Bonn; 1960 pädagogisch-didaktischer Einsatz als Lehrer und Erzieher in Steyler Internatsschulen St. Wendel/Saarland und Wengerohr/Wittlich/ Mosel. Das war der Grundstein für seine späteren pädagogischen Aufgaben.

In St. Wendel begann er 1960 auch sein Hobby: Zaubern. Als er damals sehr krank wurde, vertrieb er seine schlaflosen Nächte mit Karten- und Seilkunststücken; das baute er mit Fachbüchern und Fachkongressen aus. Auch in Fachkreisen des Magischen Zirkels von Deutschland wurde er später als Zauberkünstler gut bekannt. Das Theologiestudium in Rom musste er wegen Krankheit abbrechen und in Sankt Augustin fortsetzen. Wegen einer kuriosen „Schimmel-Diät“ gaben ihm Mitbrüder den Spitznamen „Schimmel“ – das wurde sein Markenzeichen als Künstlername im Magischen Zirkel von Deutschland, noch vor seiner Priesterweihe (18. Dezember 1965).

Als Neupriester kam er nach St. Arnold, war dort zwei Jahre als Lehrer und Internatserzieher tätig. In den „wilden Jahren“ 1968 wurde er für ein Weiterstudium bestimmt; er entschied sich für eine ganz junge Studienrichtung in Köln: Pädagogik, machte nebenher das Lizentiat in Theologie in St. Augustin. Der Orden plante seine Promotion in Pastoraltheologie, die er in Münster begann; aber dann kamen andere Aufgaben auf ihn zu: Als Oberer der Münsteraner Ordensgemeinschaft leitete er zugleich das Internationale Steyler Studentenheim Arnold-Janssen-Kolleg, wo er seinen Umgang mit jungen Menschen aus aller Welt vertiefte.

Er machte das Zweite Staatsexamen in Pädagogik und Religion, aber wieder eigentlich nicht fürs Gymnasium, sondern der Orden übertrug ihm 1975 die Aufgabe des Theologenpräfekten in St. Augustin. Danach kam er 1977 als Lehrer nach St. Arnold. Dort war er seit 1994 der einzige und letzte Steyler Pater im Schuldienst des Arnold-Janssen-Gymnasiums (=AJG). Seine Lehrtätigkeit ging im August 2002 zu Ende, seitdem erhält der Orden seine Pension als Studiendirektor.

Pater Bickels Lebenstraum ging nie in Erfüllung, als Missionar nach Asien oder Afrika zu kommen. Aber „Mission“ ist heute in allen Kontinenten. Das Missionsverständnis hat sich völlig gewandelt. Und seine „Mission“ war die Schule. Nebenher war er unermüdlich unterwegs mit seinem Hobby der Zauberkunst; weit und breit kennt man den „Zauberpater Schimmel“, den Steyler Missio-“Narr“. 50mal ist er schon in verschiedenen Fernsehsendungen zu sehen gewesen, z.B. bei Frank Elstner (gut befreundet mit der Familie: zwei Kinder getauft), Jörg Pilawa (den ließ er in der Ratesendung schweben), Hape Kerkeling; Rudi Carell war mal sein Zauberassistent. Jahrelang hatte er etwa 100 Aufführungen im Jahr, auch neben seinen Hauptaufgaben als Lehrer und Priester und Ordensmann. Getreu seinem Motto „Es macht Freude, Freude zu machen; es ist gesund, sich krank zu lachen“ war er mit seinem Zauberspruch „Himmel-Hummel-Schimmel-Schummel-dreimal schwarzer... Pater“ fast pausenlos in ganz Deutschland unterwegs. Er nennt es „doppelte Unterhaltung“: die Zuschauer mit Zauberkunst unterhalten und die Missionare mit Spenden unterhalten. Bei seinen Zaubervorführungen stellt er sich als Sprechzauberer auf sein Publikum ein, macht Zuschauer zu Assistenten; er unterhält mit Kalauern, Gags und flotten Schimmel-Sprüchen, die durchaus auch kritisch und ironisch sein können, wo z.B. Politiker und Kirchenfürsten schon mal einen schelmischen Seitenhieb abbekommen. Aber wenn er das im Priester-Schwarz und mit Kreuz am Rockkragen tut, weiß jeder, wie es gemeint ist. „Viele Kirchenfürsten nehmen sich so ernst, dass man sie nicht ernst nehmen kann“ ist seine augenzwinkernde Einstellung. „Wer nicht über sich selber lachen kann, macht sich lächerlich.“ Für viele seiner Zuschauer ist Pater Bickel eine „Begegnung der ganz anderen Art“ mit Kirche und Religion und Glauben – das ist seine „Mission“.

Alle Steyler Missionare verließen St. Arnold Juni 2008, aus Mangel an Finanzen und Ordensnachwuchs. Der Bischof von Münster übernahm 1996 die Schule (AJG) und 1998 auch das Missionshaus. „Schimmel“ zog nach Sankt Augustin/Rheinland. Das Zauberhäuschen „ABRAXAS“ im Garten barg seine Zauber-Requisiten.

Das Zauberhäuschen konnte er leider nicht mitnehmen, als er auf eigenen Wunsch im Sommer 2016 ins Seniorenheim nach St. Wendel/Saarland zog; auch dort war er noch weiterhin mit dem Zauberhobby tätig. Diese weise Entscheidung zum Umzug traf er frei und heiter: „Man muss loslassen lernen.“

m 10. Mai 2019 erhielt er eine seltene Auszeichnung: der Präsident des Magischen Zirkels von Deutschland überreichte ihm die Goldene Ehrenmedaille mit Urkunde! Eine weitere Auszeichnung war die Ehrenurkunde der Steyler Mission am 12. Juni 2019, im Zusammenhang mit seiner letzten Bühnenshow beim 8. Steyler Klosterfest in Sankt Augustin. Ab dann wird er nicht mehr auf der Zauberbühne stehen, nur noch im kleinen Kreis zaubern. Das rät ihm sein Alter und sein gesundheitliches Befinden. Es reicht, nach fast 60 Bühnen-Jahren (1960 begann er in St. Wendel!) mit einigen tausend Shows, davon 50mal im Fernsehen, mit einigen Millionen €uro Zauberspenden für viele Steyler Sozialprojekte. Vielen, auch Promis, ist er begegnet. Vielfach berichteten die Medien über ihn. Der Zauberpater zitiert hoffnungsfroh Hermann Hesse (im Gedicht „STUFEN“): „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.“ Schmunzelnd ergänzt er: „Auch das Ende hat seinen Zauber: das Beste kommt noch.“ (Juli 2019)

 

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Pater Hermann Bickel SVD
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66606 St. Wendel (Saar)
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Z: +49 (0)6851 8050

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