Br. Günter Golkowski SVD (1929 – 2014)

02.05.2014

St. Wendel / Deutschland - Nach langer, schwerer Krankheit verstarb Bruder Günter Golkowski heute im Wendelinusheim in St. Wendel.

Bruder Günter Golkowski SVD

Br. Günter wurde als jüngster Sohn der Eheleute Johann und Franziska Golkowski am 30.11.1929 in Bochum geboren. Nach seiner schulischen Ausbildung trat Günter 1947 in St. Augustin in die Gesellschaft des Göttlichen Wortes ein, um sein Leben als Brudermissionar in den Dienst Gottes und der Kirche zu stellen. Er erlernte dort in der Druckerei das Buchdruckerhandwerk.

Am 08.09.1948 begann er das Noviziat, das er am 08.09.1950 mit der Feier der Erstprofess abschloss. Bereits vier Tage später wurde er nach Steyl versetzt, um in der dortigen Druckerei als Schriftsetzer zu arbeiten. Am 08.09.1956 band er sich durch die Ablegung der Ewigen Profess für immer an die Ordensgemeinschaft.

Im Laufe seines langen Arbeitslebens erhielt er Ausbildungen als Setzer, Gießer und Computer-Fotosetzer. Von August 1996 bis zur Schließung der Druckerei im Jahre 2003 verwaltete er das große Papierlager. 2003 wechselte er die Straßenseite und zog in St. Gregor ein, wo unsere alten und kranken Mitbrüder untergebracht waren. Als die Mitbrüder nach dem Großbrand 2008 St. Gregor verlassen mussten, zog er wieder nach St. Michael um.

Günter war ein Steyler „Urgestein“ – er kannte Steyl und seine Geschichte in- und auswendig. Gerne engagierte er sich in verschiedenen Bereichen. So sang er ab 1950 im Choralchor und spielte in der Blaskapelle die Klarinette. Er wurde Vorsänger und Leiter der Schola; so prägte er über Jahrzehnte die musikalische Gestaltung der Gottesdienste in St. Michael mit. Dass in Steyl ein so schöner und flüssiger Psalmengesang gepflegt wird, ist auch maßgeblich sein Verdienst!

Ebenso engagierte er sich von Anfang an in der Feuerwehr von St. Michael und wurde im August 1961 Kommandant. Für seine freiwillige Arbeit in der Feuerwehr erhielt er, zusammen mit anderen Mitbrüdern, die von Königin Juliane verliehene Freiwilligenmedaille.

In den letzten Jahren nahmen die gesundheitlichen Probleme von Br. Günter immer mehr zu und er brauchte intensive ärztliche und pflegerische Hilfe. Eine Krebserkrankung und eine Niereninsuffizienz zwangen ihn schließlich dazu, in das Wendelinusheim nach St. Wendel umzuziehen, wo er eine adäquate und fachliche Betreuung erhalten konnte.

Im Frühjahr 2012 übersiedelte er nach St. Wendel. Schnell lebte er sich ein, doch schon im gleichen Jahr machte seine Krebserkrankung eine große und schwierige Operation erforderlich. Schwer gezeichnet kehrte er aus dem Krankenhaus zurück. Wider Erwarten erholte sich Br. Günter von diesem Eingriff so gut, dass er wieder am Kommunitätsleben teilnehmen konnte.

Ende März d. J. musste Br. Günter erneut in das Krankenhaus eingeliefert werden. Wieder kehrte seine Krebserkrankung zurück – heftiger als je zuvor. Die Ärzte konnten ihm nicht mehr helfen. So kehrte er ins Wendelinusheim zurück, wo er liebevoll vom Personal gepflegt und von seinen Mitbrüdern begleitet dem Tag entgegenging, an dem er „heimgehen“ konnte.

Gestern, am Provinztag der Deutschen Provinz, wo sich etwa zwei Drittel der Mitbrüder der Provinz in St. Wendel trafen, konnten sich viele seiner alten Weggefährten noch von ihm verabschieden. Es hatte den Anschein, als hätte er nur noch darauf gewartet.

Br. Günter war ein Mitbruder, der sehr viel über Steyl, die Steyler und auch über unseren Hl. Stifter wusste. Gerne unterhielt er sich mit anderen und erzählte von seinen Erlebnissen während seiner langen Zeit in Steyl. Ein Mitbruder sagte ihm gestern an seinem Sterbebett: „Günter, wenn Du im Himmel den Hl. Stifter triffst, sag ihm, er soll auf Steyl aufpassen!“


Von Herzen danken wir Gott für das Leben von Br. Günter, das er ganz in den Dienst Gottes und unserer Missionsgesellschaft gestellt hat, und dafür, dass wir ihn als Mitbruder in unserer Mitte haben durften.

Am Montag, 05. Mai 2014, feiern wir um 14.30 Uhr das Requiem für Br. Günter in der Kirche des Missionshauses in St. Wendel. Anschließend tragen wir ihn auf unserem Klosterfriedhof zu Grabe.


St. Wendel, 02.05.2014

Stefan Theobald SVD

Theobald SVD / Tauchner SVD